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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-11 · Heft 37 (11.9.1841) · p. Seite 528

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 37 (11.9.1841)
Date
1841-09-11
Page
Seite 528 (sequence 8)
Language
German
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528 Die Art der Einwicketung wird auf's genaueste beschrieben. K. 6. Von den Instrumenten und Verbandstücken. H 7. Von der Operation selbst. Hier wird über die Zerreißung der Vorhaut folgendes mitgetheilt: „Von der Nothwendigkeit dieses nach religiöser Vorschrift durchaus unerläßlichen Aktes der Operation habe ich mich in den Kriegsjahren 1813 — 35 in den in Dresden damals etablirten russischen Militairhospitalern, wo sich mehrere Mahomedaner befanden, hinlänglich überzeugt.- Bei diesen nämlich, wo die Zerreißung der Fortsetzung der Vorhaut nicht Gesetz ist (auch werden die Mahomedaner erst im 13. Jahre beschnitten), bildet sich später diese Fortsetzung zu einer wirklichen Vorhaut, die das Unangenehme hat, daß sie nach vorn zu eng verläuft, wodurch oft das Harnen erschwert und eine Spaltung dieser neuen Vorhaut nöthig wird." Weiter heißt es: „Nach I Beendigung diesis dritten Momentes nimmt der Opera-! teur einen Schluck weißen Weines, der ihm gewöhnlich! Ln einem silbernen Becher gereicht wird, in den Mund,! und spritzt damit auf das Glied des Kindes, um das! ergossene Blut abzuspülen. Die alte Gewohnheit, das j Glied in den Mund zu nehmen und das Blut aus der! Schnittwunde anzusaugen, ist keineswegs rathsam, und; es sollte daher selbst durch die Autorität der Rabbinen verboten werden. Denn - 1) wird dadurch die Wunde unnötigerweise gereizt; und dem Kinde Schmerzen verursacht; 2) die schnelle Vernarbung gehemmt; 3) kann ein durch irgend welche Ursache mit der Lust-' seuche behaftetes Kind den Operateur anstecken und bei einer oft sogleich darauf vorzunchmenden Beschneidung; noch ein anderes Kind angesteckt werden. Oder 4) kann der Operateur selbst durch ein Mundübel : dem Kinde Schaden zufügen. Daher ist es durchaus j verwerflich, wenn anders, als ich angegeben habe, verj fahren wird. — Nach dem Abspülen des Blutes wird j ein in einem Fläschchen bereitstehendes blutstillendes! Pulver in. hinlänglicher Quantität aufgestreut. Ich > bediene mich gewöhnlich folgender Zusammensetzung: Rothes Rosenpulver 2 Lti, Drachenblut, Pulver von der Ratanhiawurzel, Chinapulver, feingestoßen von jedem 1 Quent, roher Alaun 2 Skrupel, und Kreosot 6 Tropfen, | wohlgemischt. | §. 8. Von der Nachbehandlung. §. 9. Besondere Regeln bei und nach der Operation. §. 10. Umstände,! welche einen Aufschub der Beschneidung bedingen. —! Geschichte. Simeke AbeleS oder der Märtyrknabe. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im 16. Jahrhundert.. (Fertsctzung.) Nach diesem vorläufigen gleichsam präparatorischen Verfahren wurde zur eigentlichen Spezialinquisition geschritten. Alle bisher erhobene Umständc wurden dem Lazar Abeles vorgehalten, und mehre Personen mit ihm konfrontirt; aber er stellte sowo! die Neigung des Knabens zum Christenthume ausentschiedenste in Abrede, und beharrte auch fest bci seiner Behauptung, daß der Knabe keines gewaitsümen Todes gestorben sei. Er behauptete, ein getaufter Jude Fanta habe ihm gemeldet, daß de: Knabe bci Kawka sei, dieser aber sagte aus „Ich Hab nach ihm nicht geschickt; behüte Gott, davon iß mir nichts bewußt, weil ich nicht bin dort gewesen, so habe auch das nicht sagen können. Ich habe ihn nicht gesehen; der Kawka hat mir einmal einen Zettel gescbrieben, dem ich dem Pater Eder von der Sccietat Jesu als Präsidi von der Congregation bringen sollte; ich bin aber selbst zu Kawka damahlen am einem Samstag gangen, und den Buben alldorten angetroffen, als er bei dem Tisch gesessen; da habe ihn gefragt: Was machst du hier am Schabbas? da sagte der Bub, sein Vater hatte ihn verlassen, er wollte sich taufen lassen; nachdem habe ich selbsten den Buben in das Collegium zum Herrn Pater Eder geführt, welchen gedachter Pater hieraus zum Herrn P. Rector geführet, und alsdann haihn der Herr P. Eder wieder zurückgebracht und wir geben wollen; ich Hab mich aber entschuldiget und eingcrathen um mehrerer Sicherheit willen, lieber ihn zu einem andern Christen zu geben; aber weilen in der Eil kein anderes Ort kunnte gefunden werden, hatte er den Buben auf ein paar Tag lang, dem Kawka, so auch ein getaufter Jud wäre, anvertrauet, den er also zu ihme Kawka wiederum nacher Haus geführet, und des andern Tags am Samstag ist die Verkaüfung des Buben, wie die Handschuhmacherin oben gemeldet, geschehen und am Montag oxeguirol worden: Seither habe ich den Bu-

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