Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1841)
- Date
- 1841-09-11
- Page
- Seite 527 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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527 in der Vulgata I.Paralipom. 29, 15. 16.) dle Einweihungsrede, worin er nach einer geistigen Auffassung der mosaischen Lehre über die Bestimmung des Gotteshauses und insbesondere über die echte Gottesverehrung im Geiste und in der Wahrheit sich verbreitete, eine Rede, die jeden Gebildeten ansprechen mußte, weit die Wahrheiten, die sie an's Herz legte, aus dem Herzen stammen und ewig Segen stiften, indem sie das Band des Friedens um die Herzen aller'Gottesverehrer schlingen. Die gediegene Rede schloß mit einem Gebete, worin Segenswünsche für unfern Herzog und das herzogliche Haus, für das Vaterland, für die Stadt Hadamar, die israelitische Gemeinde, die Vorsteher derselben und die Gründer oes Gotteshauses ausgesprochen wurden. — Dem jungen Prediger, der sich auch der gelehrten Welt durch eine lateinische Abhandlung über die heiligen Schriften der Hebräer und durch eine Trauerrede auf den höchstseligen Herzog Wilhelm von Nassau bekannt gemacht hat, reichen wir freundlich die Hand und wünschen, daß er bei einer vielleicht bald zu erwartenden neuen Organisation der israelitischen Religionsverhaltnisse eine seinen Talenten entsprechende Stellung erhalten möge; weil wir die Ueberzeugung hegen, daß er, wenn er in diesem Geiste zu lehren und zu schreiben sortfahrt, nicht nur im Dienste der Synagoge.für die Bildung seiner Glaubensgenossen, sondern auch im Dienste der Menschheit -für das Reich der Wahrheit segensvoll wirken werde. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. September. Wir können nicht umhin, auf eine sehr verdienstliche kleine Schrift wiederdolt aufmerksam zu machen, die noch lange nicht genug bekannt geworden: „Die Beschneidung der Israeliten und ihre Nachbehandlung. In operativer und ritualer Rücksicht, nebst einer Steindrucktafel. Bearbeitet und herausgegeben von Elias Collin, Wundarzte zu Dresden. Leipzig, 1838." Der Verfasser dringt darauf, daß möglichst ärztliche Personen die Operation vollsühren sollen, giebt aber für Laien eine sehr ausführliche und lichtvolle Darstellung. §. 1. Ueber die Gesetzlichkeit der Beschneidung. K. 2. Nutzen der Beschneidung. Diesen §. wollen wir des allgemeinen Interesses wegen hier beifügen. „Bis auf den heutigen Tag hat sich der Nutzen der Beschneidung bewahrt, in nördlichen sowol als südlichen Klimaten, in welchen letzteren die häufige Absonderung des Smegma's so viele Krankheiten erzeugt, die wahrscheinlich die erste Ursache des Gebots waren. Der Nutzen ist vielfach. 1) Kann ein Beschnittener weder eine Verengerung der Vorhaut nach vorn, noch nach hinten erleiden. Die angeborene Verengerung, welche durch die Operation der Beschneidung entfernt werden muß, ist dadurch bei den Juden eben so unmöglich, als die erworbene durch Entzündung, Geschwüre u. s. w., welche beide Uebel, die Vorhaut über die Eichel zu ziehen (Paraphimosis), oder sie hinter die Eichel zurückzubringen (Phimosis), verhindern. 2) Fallt durch die Beschneidung der Vorhaut die Absonderung des Smegma's hinweg, und dadurch zugleich die häufigste Ursache des Eicheltrippers, dem der Beschnittene nie ausgesetzt ist. 3) Verliert die Eichel durch die frühzeitige Entblößung ihre allzu hohe Empfindlichkeit, durch welche letztere leicht Pollutionen oder Onanie entsteht. Diese Empfindlichkeit wird bei Unbeschnittenen auch häufig durch eine reizende Beschaffenheit des Smegma's bedingt, welche unwillkürlich zu Frictionen nöthigt. 4) Ueberhaupt glaube ich bei meiner langjährigen Praxis an syphilitischen Kranken, wodurch mir viel Gelegenheit ward, Christen sowol als Juden zu behandeln, beobachtet zu haben, daß Letztere verhaltnißmäßig weniger Neigung zur Ansteckung besitzen. Welchen Antheil hierbei die Moralität habe, lasse ich dahin gestellt sein. 5) Den Blutungen, welche durch die Zerreißungen des Bändchens der Vorhaut beim Beischlaf zu entstehen pflegen, ist der Beschnittene nie ausgesetzt. 6) Die Krankheiten der Eichel, Geschwüre, Entzündung, Ausschlag u. s. w. lassen sich leichter erkennen, und da sie nicht mit Leiden der Vorhaut verbunden sind, auch leichter behandeln." Im 3. §. Anatomie der Vorhaut. §. 4. Von der Beschneidung im Allgemeinen. §. 5. Von den Vorbereitungen zur Operation. „1) Das Kind erhält einige Stunden .vor der Operation ein entleerendes Klystier aus Seifenwasser. 2) Es muß in lauem Wasser gebadet werden. 3) Unerläßlich ist, das Kind vorher mit Mutter¬ oder Ammenmilch zu nähren. Hieraus beginnt 4) die totale Einwickelung, um jede Bewegung des Kindes zu hindern."