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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-11 · Heft 37 (11.9.1841) · p. Seite 526

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 37 (11.9.1841)
Date
1841-09-11
Page
Seite 526 (sequence 6)
Language
German
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526 Deutschland. Dresden, 23. August. (Privatmitth.) Am 14. d. M. hielt der Prediger beim israelitischen Tempel zu Hamburg, Herr Dr. Salomon, eine Gastpredigt in der hiesigen Synagoge, welche des ungelheiltesten Beifalls eines aus fast 2000 Personen aller Stande und Glaubensbekenntnisse bestehenden Auditoriums sich zu erfreuen hatte. Auf den Text a^ro rcV»» "’b v“n ansi „Ihr sollt mir ein Priesterreich sein" sich stützend, suchte er in lebendigem Wortrage darzuthun, wie der Beruf des Israeliten sein müsse als Priester des Herrn in Licht, Liebe und Freiheit zu wandeln; unter letzterer wollte der Redner weder bürgerliche noch politische Freiheit hier verstanden wissen, sondern wahre, innere Freiheit, welche sich als Herrschaft über eitle Begierden und Leidenschaften kund giebt. An diese ausgezeichnete Deduktion knüpfte sich eine geistvolle Darstellung mancher eigenthümlichen Gemeinde Verhältnisse und die begeisternde Ermahnung, die Gemeinde möge das viele Gute und Hohe, das sie besitzt — wohlgeordneten Gottesdienst, eine vorzügliche Jugend- Untcrrichtsanstalt, einen durch Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und Aufklärung ausgezeichneten Seelenhirten, und daß Männer ihre Angelegenheiten leiten, welche Wissenschaft mit Ansehn verbinden, über Alles aber eine weise und menschenfreundliche Regierung — dieses möge die Gemeinde beherzigen und dagegen nicht undankbar sein; sie solle nur immer in vernünftiger Gotterkenntniß und edler Sittlichkeit vorschreiten, dann würden auch alle übrigen Wünsche erfüllt werden. — Won diesem Schlüsse irregeleitet, stellte ein Artikel in Nr. 230. der L. A. Z. den Inhalt der Predigt so dar, als habe Dr. Salomon eine weitere Emancipation der Juden an fernere religiöse Reformen knüpfen und gewissermaßen davon abhängig machen wollen; dieses lag aber durchaus nicht im Sinne des Redners. Es war nur ein religiöser Trost, den er der Gemeinde in Bezug auf manche an den Staat noch zu stellenden gerechten Forderungen zu geben beabsichtigte, keineswegs eine Hindeutung aus staatsrechtliche Fragen, wie jener Artikel, der weder aus einer judenfreundlichen noch sonst sachkundigen Feder geflossen ist, dem Publikum glauben machen will. Das Epitheton „Rabbiner," welches dem Dr. Salomon in mehrgedachtem Artikel beigclcgt wird, und daß die Predigt Nachmittags gehalten worden sei, während selbige Vormittags beim Hauptgottesdienste Statt hatte, beweist schon, wie wenig der Berichterstatter von jüdischen Angelegenheiten wisse. — Daß aber die Redaktion der L. A. Ztg. eine von kundiger Hand verfaßte Berichtigung jenes ' verkappten judenseindlichen Artikels, worin zugleich auf dessen thatsächliche Jrrthümer und Ungenauigkeiten hingewiesen wurde, nicht aufnehmen wollte (wie wir aus guter Quelle wissen-, giebt einen neuen Beleg zu der längst gehegten Wermuthung, daß das jener Zeitung Vorgesetzte Motto „Wahrheit und Recht k." auf die Juden nicht mit bezogen werde. Jüdische Zustände und Verhältnisse läßt man so nebenbei oberflächlich mit besprechen; dem Zufalle blos überlassend, ob der gedungene Korrespondent Sachkenner oder Ignorant, Menschenfreund oder Fanatiker sei. Won diesem Gesichtspunkte aus sind die Artikel über jüdische Angelegenheiten in der L. A. Ztg. zu beurtheilen. Hadamar. Die Allg. Kirchenztg. enthält folgende Korrespondenz: Hadamar. Am 25. Juni d. I. fand hier die feierliche Einweihung der neuen israelitischen Synagoge statt. Aus dem engen Raume des bisherigen Bethauses bewegte sich der Zug mit Musik nach dem neuen Gotteshause; voran zog mit ihrem Lehrer die Schaar der festlich geschmückten israelitischen Jugend, der sich auch mehrere Kinder aus der christlichen Elementarschule angeschlossen hatten; dann folgte, unter einem blauen Traghimmel einherschreitend, der zur Einweihung berufene Rabbine Herr Dr. S. Wormser von Schwalbach, umgeben von den Mitgliedern der Gemeinde, welche die Pergamentrollen des Gesetzes trugen, und begleitet von einem zahlreichen Gefolge seiner Glaubensgenosien aus der Stadt und vom Lande. In dem festlich mit Blumengewinden verzierten, anständig und würdevoll eingerichteten Tempel hatten sich die Behörden des herzoglichen Amtes, der Stadtvorstand, die christliche Geistlichkeit und besonders mehrere Landpfarrer, die Lehrer des Pädagogs und viele Honoratioren und Bürger der Stadt eingcfunden. — Nach den üblichen Gebeten und Choralgesängen hielt der Rabbine Dr. Wormser vor dem Altäre über 1. Chronik 29,15.16. (nach Luther's Uebersetzung 1. Chron. 30, 15. 16.,

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