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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-04 · Heft 36 (4.9.1841) · p. Seite 512

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 36 (4.9.1841)
Date
1841-09-04
Page
Seite 512 (sequence 8)
Language
German
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512 Magistrats verlangt. Die bisherige Taxe von 50 fl. für die Aufstellung der Tora in neuerbauten Synagogen wird nachgesehen, und auch die in der Judenordnung vom Jahre 1797 ausgesprochene Außerlandschaffung aufgehoben, welche für gewisse Vergehungen gegen jenes Patent ausgesprochen war, und sollen sür die dort bezeichneten Uebertretungsfälle andere Strafen eingeführt werden. Eben so hat die frühere Bestimmung eines von den Israeliten zu entrichtenden Abfahrtsgeldes von 20 pCt. aufzuhören und sind die Israeliten in Auswanderungsfällcn auf gleichem Fuße mit den christlichen Unterthanen zu behandeln. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 22. August. Herr S. Zechlin in Hamburg hat eine französische Uebersetzung des Elia von vr. G. Salomon angekündigt. Für die französischen Israeliten gewiß ein werthvolles Geschcqk. — Herr Louis Simon in Magdeburg laßt eine deutsche Uebersetzung des: Le Roi des paysans par Jean Czvnski, eines trefflichen Romqns, über den zur Zeit seines Erscheinens die Allg. Zeit, des Judenthums berichtet hat, in der Schmilinsky'schen Buchhandlung erscheinen. Da der Roman mit so vielem, verdientem Beifall ausgenommen worden, ist die deutsche Uebersetzung sehr zu empfehlen, um mehr, da der Druck von der Zahl der Subscribenten abhängig ist. Jede Buchhandlung nimmt Subscriptlonen an, Subscriptionspreis li Thlr. Der Redakteur dieser Zeitung hat auf Ansuchen die Zusicherung ertheilt, ein Vorwort zu schreiben, um die höhere Tendenz des Werkes in's Licht zu stellen. Theologie. Einiges über den Inhalt des Iudenthums. (Schluß.)' Wahrend nun eine große Epoche allgemein menschlicher Vermischung flch in der civilisirten Welt vorbereitete, Griechenland, Rom, Vorderasien und Nordafrika zu einer Bildungsstufe konkurrirten, blieb dies auf Israel von so wenigem Einflüsse, daß dieies kaum in einigen schriftlichen Fragmenten seine Theilnahme nachzuweisen vermag , deren Hauptheroen in dem engem Kreise des israelitischen Geistes kaum den Namen nach bekannt wurden (Philo, Josephus u. A.) Unterdeß war das Alterthum in seinem eigenthümlichen Lebensprinzipe erschöpft, und in seiner Kraft erschlafft-, und demoralisirt, dafür war aber ein Allgemeinleben gewonnen worden, an welchem eine nicht unbeträchtliche Anzahl Völker Theil nahmen. In dieses Allgemeinleben emanirte aus sdem Judenthum das Christenthum, welches, die meisten volksthümlich - israelitischen Elemente abstreifend, um den Völkern des Abendlandes angemessen zu sein, die Lehre Jsrael's in die Außenwelt brachte, zugleich aber sie in ihren Hauptmomenten unter dem Einflüsse vorherrschender Richtungen modifizirte, wie es der Individualität des Abendlandes intensiven Gemüthslebens gemäß war. So wurde die Einigkeit Gottes ihres nothwendig strengen Charakters beraubt, und die Unmittelbarkeit Gottes in das Menschliche gezogen, indem der göttliche Geist mit menschlicher Form bekleidet wurde. Nothwendig ward hierdurch, daß die von der Offenbarung« gegebene Erkenntniß (und was anders kann eine Offenbarung geben als Erkenntniß?) indiedunklere Sphäre des Glaubens übertragen wurde, da die vorgenommenen Modifikationen der israelitischen Lehre der von der Offenbarung gegebenen Erkenntniß widersprachen.— Jedennoch wurde durch das Christenthum dem verlebten Götzendienste der abendländischen Völker ein Ende gemacht, und dem weitern moralischen und sozialen Inhalte der israelitischen Offenbarung der Weg in eine große Versammlung von Völkern eröffnet. Das Morgenland hatte noch länger zu kämpfen , und seine Völkerelemente mußten sich zuvor erneuern und auffrischen, da der asiatische Völkergang eine zu große Erschlaffung der vorhandenen Massen mit sich führt, um ein Neues anders als mit ganz neuen Werkzeugen zu bewirken. Zurangemessnen Zeit stellte sich nun der Mann ein, welcher aus der israelitischen Erkenntniß, und' auch durch das Christenthum hindurch gehend, für das Morgenland das Geeignete herausschaffte, unl

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