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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-04 · Heft 36 (4.9.1841) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 36 (4.9.1841)
Date
1841-09-04
Page
Seite 509 (sequence 5)
Language
German
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509 einer dieser jüdischen Kaufherren Geschäftshalber zu einem dieser Kaufmanns-Aeltesten kömmt, der letztere, sobald er Gewinn von dem Juden erwartet, einen so feinen, höflichen Tonmnschlägt, wie es sich einem Ebenbürtigen gegenüber geziemt. Es muß also lediglich — der Neid sein, daß auch jüdische Kaufleute durch Anstrengung, wohlangelegte Spekulation ff. zu Vermögen gekommen sind und kommen. Es pflegt nun einmal zu sein: die große Zahl der jüdischen Bettler, die auf der Heerstraße sich befinden, die unermeßlich größere Zahl der jüdischen Armen, welche in ihren Hütten verschmachten, oder ihren bemittelteren Glaubensgenossen die größten Opfer abfordern — diese werden nicht gezählt. Aber das Dutzend Reicher, die Mandel Begüterter — welch' ein Verbrechen, Jude zu sein und einen ganzen Rock anzuhaben! Nein, wir brauchen nicht weiter zu forschen, wir haben schon die Quelle jener Ausschließung. Mühlhausen im August 1841., (Privatmitth.) Der 6. August dieses Jahres war für die Israeliten Mühlhausens ein feierlicher Tag, wie ihn diese Gemeinde nicht leicht vorher erlebt haben mochte. An diesem Tage fand die Einweihung der geschmackvoll neuerbauten und Behufs der Feier sinnreich geschmückten Synagoge, Nachmittags 1s Uhr Statt. Der wohllöbliche Vorstand, bestehend aus den Ge- , meindemitgliedern, den Herren Kaufleuten Mankiewitz und Oppe, so Me dem Herrn Dr. med. Rosenthal hatten durch ein besonderes Programm und ausgegebene Einladungscharten dazu außer ihren Glaubensgenossen auch folgende Bewohner eingeladen: die Vorgesetzten der Stadt, die Geistlichkeit, die Generalität, die obern Gerichtspersonen, die Gymnasiallehrer und die Direktoren sämmtl. Schulanstalten, so wie die Stadtverordneten nebst andern Angesehenen. Ein großer Theil erschien und kaum reichte der etwas beschränkte Raum aus; ungeachtet die christliche Geistlichkeit sich nicht eingefunden hatte, weil ihnen von ihrem Oberhaupte eine Kabinetsordre vom Jahre 1822 in Erinnerung gebracht worden war, welche das Besuchen von dergleichen Feierlichkeiten untersagt. Die Gymnasiallehrer waren sämmtlich zugegen; vom Gerichte waren Mehrere 'verreist, Andere anderweitig verhindert, die daher ihren Dalmen ihre Stelle überließen. Referent, kein Mitglied der jüdischen Gemeinde, kann gleichwol, übereinstimmend mit dem Urtheil sachkundiger und vorurtheils» freier Zuhörer versichern, daß diese religiöse Feier sich im Allgemeinen des Beifalles der Anwesenden erfreut habe und er erlaubt sich demgemäß ein gedrängtes Ergebniß derselben mitzutheilen. Ungeachtet die Ta« geshitze drückender geworden war und trotz der zahlreichen Versammlung und Ungeachtet Liturgie und Predigt beinahe zwei Stunden lange gedauert hatten; fand dennoch die größte Andacht Statt, da stilles, ruhiges Verhalten überall eine große Theilnahme von Seiten sämmtlicher Anwesenden zu erkennen gab. Die Musik dirigirte Herr Musikdirektor Möller auf eine der Feier dieses Tages angemessene Weise. Am meisten aber sprach die Predigt des Herrn vr. Cohn an, dessen Rednertalent schon öfterer rühmlich anerkannt worden ist. Seiner frommen Betrachtung legte er zu Grunde den Text aus Pf. 26, 8. Er bewies klar und bündig, in einem würdigen und kräftigen Vortrag „Wozu die Liebe zum Gotteshause führen sollte, inwiefern sie auffordern müsse 1) zum Dank, zunächst gegen den Schöpfer und hob mit Recht die bedeutenden Opfer hervor, welche die kleine Gemeinde Hierselbst gebracht hatte, so wie er den Edelmuth des Magistrats lobte, der das wichtige Werk zu befördern gesucht habe. Eine zweite Forderung war: „Habet einen wahrhaft frommen Sinn. Eine dritte: „Uebertraget diesen-auf Euer ganzes Leben und auf Euern Wandel außer dem Tempel. Die ganze Auseinandersetzung innerhalb einer halben Stunde, bewies sattsam, daß der Redner wol eingesehen hatte, daß die Forderung eines Gotteshauses an seine Gemeinde nicht allein, sondern auch an alle Menschen, ohne Unterschied des Glaubens ergehe. Eine erfreuliche cosmopolitische, Ansicht, die dem weisesten hebräischen Regenten immer zur Ehre gereichen wird. (IB. der Kön. V. 41 u. f.) Uebrigens ist christlicher Seits ein Abdruck der Predigt gewünscht worden. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir^nur noch erwähnen daß Herr l>i. Cohn es ist, der im Verein mit den Herrn Vorstehern seiner Gemeinde folgende Veranstaltung getroffen hat. „Der Gottesdienst ist durch Gesänge, durch andachtvolles ruhiges Beten zu heben. Alles was die Andacht stört, wird vermieden. Alle Psalmen werden Vers um Vers, vom Vorsänger und von der Gemeinde recitirt. — Der im Programm abgedruckt«

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