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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-04 · Heft 36 (4.9.1841) · p. Seite 506

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 36 (4.9.1841)
Date
1841-09-04
Page
Seite 506 (sequence 2)
Language
German
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506 Zeit endlich ein Ohr geliehen, Dank der Negierung, die so bereitwillig diesem Bedürfnisse abzuhelfen die ^Hand bot. Wie jedoch alles Gute in der Welt seinen Widerspruch findet, so hat sich auch gegen dfifi wohlthätige Maßregel des Vorstandes in der Mitte der Gemeinde eine Oppositionspartei erhoben, nicht gegen die Sache, sondern gegen die Person des neuen Seelenhirten; man nimmt nämlich an, daß ein Prediger, von diesem Vorstande berufen, unmöglich den Grundsätzen des Fortschrittes huldigen könne; man fürchtet, vr. Frenzdorf werde die alte Orthodoxie in einem neuen Gewände bringen. Diese Ansicht aber ist unhaltbar; denn einmal ist von einem Manne mit dieser ausgezeichneten Bildung so etwas nicht zu erwarten, und dann würde der neue Prediger selbst seine Stellung untergraben, wenn er nicht zu gemäßigten Reformen die Hand böte. ■ Also keine Parteiungen, nie und nimmer! Wenn nur Alle das Gute ernstlich wollen, ich bin überzeugt, der neue Prediger wird der Letzte sein, der sich dem Guten entgegenstellt." Brau «schweig, 10. August. (Privatmitth.) Als Meßsremdcr hatte ich pp? 's den interessanten Anblick, den ehrwürdigen, alten und erblindeten Oberlandrabbinen Eger, am Sabbat früh einen Vortrag halten zu sehen. Lbschon um 7L erst der Gottesdienst ansing, war doch schon um 0^ Uhr die Synagoge so gefüllt, daß mehrere Hundert im Vorhof um die Fenster, die geöffnet wurden, sich postirten. Als der blinde Greis um 8; Uhr von einem seiner Talmud-Schüler eingeführt wurde, machte Alles ehrfurchtsvoll Platz, und er wandelte durch ein Spalier gerührter Menschen. Nach dpn Schachritgebet bestieg er durch Hilfe derjenigen, die Hm am Nächsten standen, den Katheder, und singMinen gehaltvollen Bortrag mit einer Eingangsrede in hebräischer Sprache an. Alles war Ohr, kein Räuspern, kein Husten wurde während der ganzen Predigt laut. Der Text bestand aus dem Anfang der Parascha, und manche schöne Erklärung wurde von demselben angebracht. Er lobte insonders die Wohlthätigkeit, die Israel eigen ist, und stellte darüber Beweise auf, die noch kürzlich in Israel Statt gefunden, unter Anderm rühmte er das Krankenhaus, das noch kürzlich ein Menschenfreund zum Besten seiner armen'Mitbrüder begründet hat, und schloß diesen Gegenstand mitfolgenden Worten: ist iiilnsn STir-o. / Hjer^ist der Ort nicht, um den,- ganzen tzthaA? vollen Vortrag, der \ Stunden mit Freude m^ehört wurde, wiederhallen zu lassen, man las es aber einem Jeden auf dem Gesichte, daß er erbauet das Gotteshaus verließ. Am Sabbat darauf, swi 's, hielt der Rabbinats-Assessor vr. HerzfelldtZeinen trefflichen Vortrag, dessen Gegenstand die inesslanische Zeit nach den Begriffen des Judenthums war. Man sicht, hier lehnet sich das ehrwürdige Alter an die kräftige Jugend vermittelt an, was Beiden zur Ehre und Zierde gereicht. Preußen. Breslau, 20. August. Wie wir aus Schlesien überhaupt schon öfter Gelegenheit gehabt über den Geist der Unduldsamkeit zu berichten, ‘ der dort wider die israelitischen Mitbürger noch herrscht: so hat sich in jüngster Zeit in Breslau ein empörender Akt hartnäckigster Abneigung begeben. .Wie dies zugegangen, und - von wem dies geschehen konnte, darüber giebt uns die Leipz. Mg. Zeit, den klarsten Aufschluß. (Vom 12. Aug.) „Ein vor wenigen Tagen von den hiesigen Kausi manns-Aeltesten gefaßter Beschluß, an den von ihnen zum Empfang unsers Königs beabsichtigten Feierlichkeiten keinen Juden Theil nehmen zu lassen, hat die Letztern, mehre Hundert meist sehr achtbarer Bürger unserer Stadt, tief verletzt, unss es werden, wie verlautet, von denselben ernste Maßregeln gegen diese willkürliche und durch nichts zu rechtfertigende Ausschließung vorbereitet. Bei. dieser Gelegenheit wird eine für die Geltung der breslaüer Kaufmannschaft selbst nicht unwichtige Frage viel besprochen. Die letztere hat nämlich seit Jahren, um der auch höhern Orts gefoderten, ihr aber misliebigen Recipirung jüdischer Kaufleute an der Börse auszuweichen, wiederholt sich dahin erklärt, daß sie keine Kaufmannschaft im eigentlichen Sinne, sondern nur «ine Kaufmanns-Ressourcen-Gesellschaft bilde, daß ihre Börse nur ein Ressourcen-Lokal sei, 'und daß demnach die jüdischen Kaufleute als solche keinen Anspruch auf Recipirung geltend machen könnten. Es wird nun von vielen Seiten die Frage aufge-

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