Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1841)
- Date
- 1841-08-28
- Page
- Seite 498 (sequence 6)
- Language
- German
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498 von ihnen selbst über bearbeiten Einige das Land und Andere betreiben die Viehzucht." Sie geben den Zehenten von all' ihrem Ertrage zum Unterhalt einer Anzahl Gelehrten, die Tag und Nacht im Studium verbringen, und der Ascetiker, welche unter dem Namen „Traurende über Zion und Jerusalem" ^281 yns kein Fleisch verzehren und keinen Wein trinken, in Höhlen leben, fasten außer am Sabbat und den Festtagen, und immerfort um Barmherzigkeit für die Juden im Epile beten. Der Anführer der Juden in Tema, Ehanan, sowie der der Juden inTelmas, ungefähr 100,000 an der Zahl, Salomon, führen ihre Abkunft auf das königliche Haus Davids zurück. Sie ftagen in zweifelhaften Fällen bei dem Rosch Galut in Bagdad an, und jährlich halten sie ein vierzigtägiges Fasten, für die Juden in der Verbannung. Die Provinz Tanajim faßt 40 Ortschaften, 200 Dörfer und 100 Weiler, mit ca. 300,000 Juden; die Stadt Tanajim selbst hat eine große Ausdehnung innerhalb ihrer Befestigungen, denn man pflügt und erntet innerhalb dieser. Aehnlich ist Telmas. Man behauptet, daß diese Juden von den Stämmen Rüben, Gad und Halbmenasche abstammen, die, bei der Eroberung Samaciens durch Salmanassar hierher gingen, Städte bauten, die Umwohnenden bekämpften, und sich durch die weite Wüste um sie herum vor jedem Angriff sicher stellten. Auch in Chajibar, einer großen Stadt, leben an 50,000 Juden, die mit den südlichen Provinzen von Mesopotamien in Kampf leben. So weit über die freien Juden in Arabien. — Maser mit 10,000 Juden. Baffora am Tigris mit 2000 Juden. — In dem öden Kuzestan kömmt Benjamin nach der Hauptstadt Schuschan, und erzählt eine Legende über das Grabmal des Propheten Daniel, die jedoch der geschichtlichen Begründung ermangelt. Nachdem er noch von einem Stamm der berüchtigten Assassinen gesprochen, kömmt er nach Amaria, wo er 25,000 Juden findet, die er von den verlorenen zehn Stammen ableitet. Hier erzählt er die Geschichte des Pseudomessias David El Roy, an deren geschichtlichen Wahrheit nicht zu zweifeln steht *). Er erzählt sie folgendermaßen: Vor zehn Jahren stand hier ein Mann auf, Namens David El Roy aus der Stadt Amaria, der Gunter dem Rosch *) Diese Erzählung Benjamin's benutzte der englische Dichter d'Jsracli zu dem trefflichen Roman: Die Wundersage von Alrov. S. Jfr. Pred. und Schulmag. B. II. S. 133. ff. Galut, Chisdai, und unter dem Vorsteher der Akademie in Bagdad, Eli, studirt hatte. Ec war ausgezeichnet unterrichtet in der Tora, Halacha, dem Talmud, in den profanen Wissenschaften, in der Sprache und den Schriften der Mohamedaner, so wie auch in den Schriften der Magiker und Zauberer. Da faßte er den Plan, sich gegen den König von Persien zu erheben, alle Juden, die im Gebirge Chafton wohnen, zu versammeln, die Völker zu bekriegen, und Jerusalem zu erobern. Ec vollführte verschiedene falsche Wunder vor den Juden, und sprach zu ihnen: Der Herr hat mich gesandt, Jerusalem zu erobern und euch von dem Joche der Völker zu befreien. Einige von den Juden glaubten ihm, und nannten ihn Messias. Als dies der König von Persien vernahm, sandte er nach ihm, mit ihm zu reden, und er begab sich zu ihm ohne Furcht, und als der König ihn frug: Bist Du der König der Juden? antwortete David: Ich bin es! Der König ließ ihn in's Gcsängniß bringen, wo die auf den Tod Angeklagten verwahrt wurden, nach der Stadt Dabaristan. Nach drei Tagen saß der König im Rathe seiner Diener in Sachen der Juden, die sich wider den König erhoben, . als David ankam, der sich selbst aus dem Gefängniß befreit hatte, ohne die Beihülfe irgend eines Menschen. Als der König ihn erblickte, rief er aus: Wer hat dich hierher gebracht, und wer hat dich befreit? David antwortete: Meine Weisheit und Einsicht, denn siehe! ich fürchte mich nicht vor allen Deinen Dienern. Der König sprach: Greifet ihn! aber die Diener antworteten ihm: wir sehen ihn nicht, sondern hören nur seine Stimme. Der König war sehr verwundert, da sprach David zu ihm: Ich gehe meinen eigenen Weg. Er ging davon, und der König ihm nach, und alle Fürsten und Diener des Königs ihrem Könige nach, bis sie an das Ufer des Flusses kamen. Da nahm er sein Gewand, breitete es über das Wasser und ging darüber. In diesem Augenblicke wurde er auch den Dienern wieder sichtbar, .und sie sahen ihn schreiten auf dem Wasser, jagten ihm nach in Böten, holten ihn aber nicht ein. In einem Tage ging er die zehn Tagereisen nach Amaria, und erzählte den erstaunten Juden, was ihm begegnet sei. Der König sandte darauf den Emir el Mumenin, den Kalifen von Bagdad, zu dem Rosch Galut, den David abzuhalken dergleichen zu thun, sonst würde er affe Juden umbringcn, die in seinem Reiche wohnten. Die Juden geriethen darob iii große Furcht, und alle Gemeinden des Landes schrieben an den Rosch Galut, den David El