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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-08-28 · Heft 35 (28.8.1841) · p. Seite 497

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 35 (28.8.1841)
Date
1841-08-28
Page
Seite 497 (sequence 5)
Language
German
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497 tern und jagen mit denselben dein Friedhofe zu, als fürchteten sie gleichsam, die Leiche könnte erwachen und ihre vorhabende heilige Geschäftigkeit vereiteln. Bon pünktlicher Erfüllung des allerhöchsten Gesetzes, keine Leiche vor 48 Stunden zu begraben — von würdigem Ernste und Anstand bei Leichenbegleitungcn — von einem erhöhter Menschlichkeit entsprechenderem Benehmen bei Sterbenden — wollen sie nichts hören. Werden die hiesigen Bessergesinnten ihre frommen Wünsche nicht aufgeben, in ihrem heiligen Eifer nicht erkalten, bei Einführungen zeitgemäßer Neuerungen nicht sogleich das Non plus ultra leisten wollen — woran gewöhnlich ihre Ohnmacht scheitert — wird der Ton der Jugend an Arroganz abnehmen und die Stimmen der Alten nicht sogleich im Jähzorn erlähmen, wird das Geklatsche unverständiger Weiber nicht in Betracht kommen, und die Stimme der Wahrheit Annahme finden, wenn sie auch aus dem Munde der Nichteingebornen kommt — wird mit wenigen Worten die hiesige Gemeinstimmung eine mehr ernstere und gemäßigtere Wendung nehmen, so kann dem religiösen Verhältnisse der Körmender, bei ihren mannigfaltigen Kräften nur ein äußerst günstiges Prognosticon gestellt werden und somit Gott befohlen!- Der bisherige Körmender Correspondent. Papa, 10. Juli. (Privatmitth.) Ich habe in meinem letzten Berichte, über Papa eine Bemerkung geäußert, welche jedem Anwesenden beim ersten Auftreten hier nicht unbegründet scheint. — Gottlob, daß mir Papa, bei meinem mehrwöchentlichen Hiersein eine günstigere Meinung abgedrungen, und ich gefunden, daß der Privatunterricht in den meisten Häusern ein sehr vollkommner ist, daß gegen die Kindererziehung der Wohlhabenden nichts einzuwenden sei und für die ärmere Klasse eine nn-Anstalt bestehet, wo deutsche und ungarische Sprache, und nn») et caetera durch 6 Lehrer, worunter ein christlicher, gelehrt wird und die jährliche Gcsammtausgabe dieser Anstalt über 3000 fl. ,W. W. sich beläuft. Das Gemeindewesen wird von ihrem würdigen Vorsteher auf's ehrenvollste verwaltet und eine nicht ungünstige Stimmung zeigt sich in dem Streben nach dem Bessern. Wird endlich das innige Verlangen so Vieler sich realisiren und der Bau eines gemeinschaftlichen Tempels zu Stande kommen, so wird vielleicht den hiesigen Israeliten sich mannigfache Gelegenheit darbieten, dem Zeitgeiste zu genügen und so manchen nicht übertriebenen Vorwurf von sich abzuwälzen. Ein früherer anonymer Artikel aus Papa, worin seiner gräfl. Gnaden unseres Schutzherrn Erwähnung geschieht, wurde hier nicht ohne Aergerniß gelesen und sehr bedauere ich's, daß man mich als Verfasser desselben hielt. — Ich protestier hiermit feierlichst dawider. F.... 1. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1.Juni. (Fortsetzung der Recension über Benjamin Tudela aus No. 31.) Drei Parasangen von Napacha auf den Ufern des Euphrat stand die „Synagoge des Propheten Ezechiel." Der Platz der Synagoge war von 60 Thürmen umgeben, und wird bis heute sehr heilig gehalten, so daß aus den entferntesten Gegenden Pilgrimme hierher kommen, besonders zu Rosch haschana und Bersöhnungsfest. Zu den Zeiten Benjamin's kamen auch der Rosch Galut und die Häupter der Schulen von Bagdad dahin, und die Versammlung bedeckte einen ungeheuren Raum. Am Versöhnungstage las man aus einem Exemplar des Pentateuchs, das man dem Propheten selbst zuschricb. In dem Grabmal des Propheten brannte Tag und Nacht eine Lampe, und an dieses Heiligthum lehnte sich ein Haus, das eine große Sammlung Bücher, wie man behauptete, aus dem ersten und zweiten Tempel, enthielt. Auch viele Mohamedaner kamen häufig und beteten an dem Grabe, das sie var Mlicha nannten. — Al-Kotsenaat mit 300 Juden. Kufa mit 7000 Juden. Schafjatib, wo die Juden eine Synagoge aus Erde und Steinen von Jerusalem gebaut. Elgubbar (Pumbedita) mit 3000 Juden. Von hier aus wandte sich Benjamin südlich, und spricht über die unabhängigen Juden in Jemen folgendermaßen. Einundzwanzig Tagereisen ourch die Wüste lagern die Juden, welche Los Rechab, Männer von Tema, genannt werden. Ihr Hauptsitz ist Tema und ihr Anführer Rabbi Ehanan. Die Stadt ist groß, und ihr Gebiet reicht 16 Tagereisen zwischen den nördlichen Gebirgen, mit großen und befestigten Städten, in denen sie unabhängig leben, aber mit den benachbarten Arabern, mit denen sie in Bündniß stehen, Raubzüge in die Ferne unternehmen. Diese Juden sind der Schrecken aller Nachbarländer,

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