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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-08-14 · Heft 33 (14.8.1841) · p. Seite 473

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 33 (14.8.1841)
Date
1841-08-14
Page
Seite 473 (sequence 9)
Language
German
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473 der keine Modifikation, weder rationelle noch mystische Verschiedenheit und Modifizirung in der Einheit Gottes zuläßt — steht es so allen anderen Religionen, die diesen nicht enthalten, gegenüber. Als Offenbarungsreligion Gott als in unmittelbarem Verhältniß zum Menschenerweisend — steht .es lallen in sich selbst basirten Theorien und Philosophemen von Gott gegenüber , In seiner Eig»nschqss als Monotheismus trat das Judenthum innerhalb des Menschengeschlechtes als Vorkämpfer in Ste erste Reihe, unausgesetzt als Träger, Verkünder und positive Lehre desselben dienend; es war und ist darum der Mittelpunkt aller der Religionen, die sich dem Monotheismus mehr oder weniger nähern. In seiner Eigenschaft als Offenbarungsreligion hat es die Sage göttlicher Offenbarungen und die Ahnungen göttlicher Unmittelbarkeit, die im Menschengeschlechte lebten, zur Wirklichkeit gebracht, so daß es die Grundlage aller der Religionen geworden, welche die Offenbarung Gottes als ihre Basis angenommen. In diesem Inhalte also kommen Mosaismus, Rabbinismus und neueres Judenthum völlig überein, und sind darum alle drei eines. Was man auch in anderen Beziehungen von Verschiedenheiten aufsindet an diesen drei Phasen unsrer Religion: in den beiden Momenten der Einigkeit und der Unmittelbarkeit Gottes sind sie gleich, sicher, unerschütterlich. Ob Individuen nun an diesen Momenten modeln und herumfegen, kann uns hierorts gleichgültig sein, wir haben es nur mit der Gesammtheit zu thun. Indem aber Israel der materielle Träger dieser drei Phasen ist, und die Entwickelung derselben an Israel vor sich ging, können wir füglich die Allgemeinheit derselben als israelitische Religion bezeichnen. Welche, sind aber nun die Verschiedenheiten jener drei Phasen? Der Mosaismus machte die Erkenntniß und Bekenntniß des einigen, geoffenbarten Gottes zur Basis, und, indem er seelisches, soziales und leibliches Leben als ein untrennbar einiges anerkannte, machte er das ganze Leiben zum Ausdruck jenes Bekenntnisses, und alle Formen desselben zu Trägern der in jenem enthaltenen Lehren. Alle Verhältnisse des menschlichen Lebens, von dem Verhalten des Nächsten zum Nächsten bis zum Ehebette und Familientische, sollten das Amt Jsrael's, den Heiden gegenüber, den einigen, unmittelbaren Gott bekennen und von ihm durchdrungen sein. In dieser Tendenz legte der Mosaismus dem materiellen Leben die Idee unter, diese letztere jedoch als das Prinzip des Lebens anerkennend. Der Rabbinismus hingegen, das Bekenntniß als hinlänglich bestehend voraussetzend, ließ die Joee fallen, und hielt das wirkliche Thun fest. Das seelische Leben unberücksichtigend, begnügte er sich das materielle Leben an das gegebene Gesetz zu fesseln. Das materielle Leben war ihm nicht ein Ausdruck, eine Ausprägung der Idee des einigen, unmittelbaren Gottes, sondern nur Zeugniß der geschehenen Offenbarung. In dieser Tendenz mußte er das Gesetz des Mosaismus, so weit es das materielle Leben betraf, immer weiter und in's Einzelne ausarbeiten, um das Gesetz einen Zaun von Gesetzen machen, diese Ausarbeitung immer wieder auf die geschehene Offenbarung zurücksührend, das seelische und soziale Leben übergehend. Zwischen Mosaismus und Rabbinismus bestand noch die Verschiedenheit, daß jener ein freies, ihm hingegebenes bürgerliches und leibliches Leben — in dem verheißenen Lande — voraussetzte, und in dieser Voraussetzung das bürgerliche und leibliche Leben nach seinem Prinzipe und seiner Tendenz ordnete; der Rabbinismus hingegen trotz dem unfteien bürgerlichen Leben — in der Zerstreuung — das leibliche Leben ordnete. Das neuere Jüdenthum — so weit es sich bis jetzt in der Erscheinung darstellte — hebt wieder die Idee und Lehre des einigen, unmittelbaren Gottes mit all' ihren Konsequenzen hervor, und setzt diese als das Hauptmoment der Religion fest, verlangt, daß alles bewußte Leben des Menschen von dieser Idee und Lehre durchdrungen und erfüllt sei, auch, daß in gewissen Formen diese Lehre in der Wirklichkeit ausgeprägt hervortrete, löst aber das leibliche Leben davon ab, und so weit dies eben rem materiell ist, entzieht es dasselbe der Religionslehre überhaupt. Die ganze/ allerdings höchst bedeutsame Frage, die dem neuern Judenthume zu lösen noch obliegt, ist:' welche sind die Formen, die mit der Offenbarung so wesentlich eines sind, daß sie als Träger der Lehre des einigen, unmittelbaren Gottes von dieser und ihrem Bekenntniß gar nicht zu trennen sind? Daß hier Beschneidung, Sabbat, 33«

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