Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1841)
- Date
- 1841-08-14
- Page
- Seite 470 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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470 des PrSselyten" ff. mit bedeutenden Buchhändlertiraden selbst in dem Anzeiger unsrer'Zeitung annoncirt, und uns selbst zur Recension zugesandt worden. Zwar hätten wir dennoch das Schristchen auf sich beruhen lassen, da wir es bald als sehr unbedeutend erkannten, aber das im Voraus in den Zeitungen erhobene Geschrei nöthigt uns doch, unsern Lesern Etwas darüber zu bemerken. Es ging übrigens hiermit wieder, wie so oft: „die Berge kreisen, die Maus schlüpft heraus," und was mit einer Löwenmähne beginnt, endigt mit einem Affenschwanz. Sehr ehrlich beschreibt der Verf., wie er aus seiner frühem religiösen Verfassung durch eine Hautkrankheit auf das Alte Testament gekommen, dann das Neue Testament gelesen, und nach vieljährigem Grüs beln sich habe taufen lassen. Was kann aber der Mensch, fangt erst an, ergrübeln! und will er gar, wie weit kann er im Grübeln kommen! Ich habe einen Mann gekannt, der hat so oft gesagt, er sei in Amerika gewesen, daß er es am Ende selber glaubte, und den gerichtlich belangt hatte, der ihm das Gegentheil aus seinem Leben hatte erweisen wollen, daß er nämlich nie aus seiner Vaterstadt herausgekommen. Wir wollen also annehmen, der Uebertritt des Herrn Frankel sei ehrlich gewesen, denn als eine ehrliche Haut habe er sich selbst etwas Ehrliches aufgebunden. .Diese seine Schrift aber — ist nicht ehrlich, und riecht sehr jesuitisch, was er vielleicht, ohne es selbst zu wissen, auf seinem neuen Standpunkt mir angenommen. Die ganze Schrift, in bloß numerirte Abschnitte getheilt, entwickelt auch nicht eine einzige klare Ansicht, und die Motive seines Uebertritts sind auch nicht in einem einzigen Punkte anschaulich gemacht oder erwiesen. Ec schildert den religiösen Jndifferentismus, in dem er befangen gewesen, mit wenigen Worten was er an der Bibel auszusetzen gehabt, aber diese Aussetzungen werden in der Folge mit Nichts gehoben, und doch macht er den Bibelglauben zu seiner gegenwärtigen Grundlage. Er will aus Altem und Neuem Testament eine Einheit machen, und doch kann er sich mit dem größten Thcile des Alten Testaments nicht vereinbaren. Von der einen Seite schilt ec das alte Judenthum als verkehrt, das neue als flach, das Christenthum als allein richtig, stellt aber von allen dreien auch nicht den geringsten Begriff auf, und zeigt die Jrrthümer nach. -Das Judenthum stellt er als gespalten dar —- und wo bleiben die Spaltungen des Christenthums? Und wenn das Judenthum historisch angebildete Verkehrtheiten hat — hat solche das Ehristenthum nicht? Welchen kirchlichen Gebrauch kann man nicht als verkehrt verspotten? Ebenso den heiligsten des Judenthums, wie den heiligsten des Christenthums. Wenn der Verf. ehrlich in dieser Schrift gewesen, so hätte er nicht verlästern, und nicht lobhudeln sollen, sondern ruhig darstellen und erweisen. Wenn er ehrlich gewesen, so hätte er den ganzen innern Gang seiner Glaubensumwandelung darlegen und dann davon gehen sollen, und dem Herrn das Wertere überlassen — nicht aber ein Missionsbüchlein machen, das auf der einen Seite schilt und Bauchgrimmen hat, auf der andern betet: „O, erbarme dich ihrer, du Sohn Davids! Dein Gnadenblick erweckt ja vom'Tode — o, strahle, klares Licht des Sohnes Jsai, in diese dunkle Nacht hinein! ff." Der Verf. behauptet, eine Bekehrung sei ein Werk der Gnade Gottes (S. 3 — wie ungnädig wäre Gott, daß er diese Gnade so selten übet —) sei gar keine Frucht menschlicher Weisheit; ec behauptet, der Lehrbegriff von der Einheit oder von der Dreieinigkeit Gottes gehöre gar nicht vor das Forum der menschlichen Erkenntniß, sondern ist das ausschließliche Eigenthum des Glaubens (S. 91) — und dennoch will ec vom Jrrthum zur Wahrheit übergegangen sein: wie unehrlich. Denn dann läge die Wahrheit nur in der Stärke des Glaubens, und ich hätte die Wahrheit, glaubte ich aucb an was ich wollte, und der gläubige Heide hätte dieselben Waffen in der Hand. Der in einer Religion Geborene und gläubig Gebliebene kann allerdings auf seinen Glauben sich stützen, und braucht "ihn nicht zu erweisen. Der aber zu einem andern Glauben übergeht, muß die Beweise für den letztem liefern und die Frage beantworten, wie hast Du diesen neuen Glauben als den richtigem erkannt. In Ermangelung dessen aber die Bekehrung zum neuen Glauben als ein ihm zugeworfenes Stück Gnade Gottes entgegenhalten, das ist — jesuitisch. 8Has aber nun den Hauptinhalt der Schrift bildet, ist der Nachweis, daß Jesus und die Dreieinigkeit schon im Alten Testamente gelehrt werde. Hierbei hat Herr F. die Entdeckung gemacht, daß da nicht bloß die sogenannte meffianischen Stellen zu benutzen seien. Man yöre, weil an mehreren Stellen der 5BB. Mos. von einem Engel Gottes die Rede ist, und gleich darauf Gott selbst spricht, so ist ihm dieser Engel — der Stifter der christlichen Religion (S. 43 ff.) Die Opferung Jsak's