Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1841)
- Date
- 1841-08-07
- Page
- Seite 462 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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462 25. Willst Du ein kräftig Leben Auf Erden, Jude, führen: So laß von Hohn und Lockung, Von Beiden Dich nicht rühren. Der Welt mußt überlassen Den Rath und den Verrath, Selbsteigen Dir gewinnen Die Ernt' aus Deiner Saat. Den Menschen und den Juden Mußt Du in Dir vereinen, Doch so, daß sie als Eines In Deinem Thun erscheinen — Ja, das beweise, Jude, Mit Deinem Gut und Blut: Mensch ist der rechte Jude, Der rechte Mensch ist Jud'! Was sich errang die Menschheit, Das mache Dir zu eigen, Doch sollst Du nicht vom Gute, Das Du besitzest, schweigen: Was Alle haben, schaffe Dir an mit hohem Sinn, Und gieb dafür an Alle Dein bestes Selbst dahin. So adle die Gesinnung, Die Deiner Brust erblühet. Und göttlich sei die Flamme, Die Dir im Busen glühet: Vor Allem aber bleibe Auf immer Dir getreu. Als Juden Dich bekenne Ohn' Furcht und ohne Scheu. Denn «immer Du entfliehest. Was Gott Dir selbst gegeben. Die Form, die äußre, wechselt, Gleich bleibt das innre Leben, Bricht sich durch alle Bande, Die aufgezwungnen, Bahn, Und stürzt von seinem Throne Den selbsterträumten Wahn! Gehekmnißvoll umwebet Der Herr des Menschen Werden, Und giebt ihm die Gestaltung Für's Leben auf der Erden: Die soll er sich erziehen Zu cdelem Gebild, Doch nimmer es zerstören. Was ihm der Herr gewillt. Wenn Du als Jude wurdest, Sö hast Du ihn empfangen, Und nur als Jude kannst Du Zu Herrlichem gelangen. Vergebens willst Du fliehen, « Dich selbst zerstörst Du nur, Dein eigen Selbst zerbröckelt Dein treulosfalscher Schwur. — Ein wenig Stolz geziemet Dem Mann in seinen Werken, Vor Leichtsinn und vor Schwäche Wird er ihn schützen, stärken: So nähre Du als Jude Den Stolz in Deiner Brust, Daß Du des alten Adels Nachringend denkst mit Luft; Und was an Schmach gefallen Aus Deines Stammes Glieder, Das reize Dich zum Eifer, Das Du es kampfest nieder, Das Du abschleifen helfest Der langen Zeiten Rost, Und in die alten Schläuche Füllst kräftig junge» Most. — Was Du an Deinem Glauben Erkannt als ew'ge Wahrheit, Das halte fest ohn' Wanken, Und streb' darin nach Klarheit, Es ist von Gott gekommen, Der Herr hat's offenbart, Und Deine Väter haben Sich treu darum geschaart. Was Du an Deinem Glauben Als Menschenwerk erkennest,