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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-08-07 · Heft 32 (7.8.1841) · p. Seite 461

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 32 (7.8.1841)
Date
1841-08-07
Page
Seite 461 (sequence 13)
Language
German
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461 giebt, wie dieses hinreichend die Bordelle beweisen, in welchen man selten ein Judenmädchen findet. Wir rächen daher dem Herrn Pfarrer Pager, sich jetzt, zur eigenen Belehrung, an die Statistik der Bordelle zu machen, wo er Stoff genug zu gelehrten und salbungsvollen Bemerkungen finden wird.-Bis dahin leben Sie wohl, Herr Pfarrer M. Pager! — Dieser Abhandlung folgt noch: „Nachträgliche Bemerkungen der Redaktion" aus einer Mittheilung des Pfarramtes Hochberg über die dortige israelitische Bevölkerung. Sie endet also: „was die unehelichen Geburten betrifft, so kamen in 22 Jahren nur 6 vor, und noch jetzt ist große Schande hiermit verbunden. Uebrigens hat die Sittlichkeit auch unter den Israeliten sehr, nachgelassen, und manche sind in Betreff des sechsten Gebotes sehr leichtsinnig." — Tröstet euch also, liebe jüdische Leser! Es wird bald die Zeit kommen , wo ihr in Betreff des sechsten Gebotes mit euren christlichen Brüdern und Schwestern gleich stehen und keine Vorwürfe ob eurer frühem Tugend der Keuschheit mehr zu erwarten haben werdet. Sie werden dann auch eurer übrigen Tugenden nicht mehr in Schatten zu setzen nöthig haben — denn ihr werdet schon eure Besonnenheit aufgeben, und, so wie sie, euch beim Glase übersehen — euch als gleiche Brüder und Schwestern ansehen, und somit die messianischen Verheißungen in Erfüllung-gehen: Es wird wohnen der Wolf bei dem Schafe, . . . kein Pfarrer Pager, und kein Oberkonsistorialrath und Hofkaplan werden dann mehr etwas verletzen an dem ganzen heiligen Berge!- Belletristik. Der Jude in Graneda. (Fortsetzung und Schluß.) 22. Mein Glauben war zerronnen, Meine Liebe war zerpflückt. Nichts hakt' ich dafür gewonnen, Als einen Namen, der mich drückt! Wozu ich war geboren, Darum man mich betrog Nun hakt' ich auch verloren, Worin man mich erzog. So überall verstoßen, Flieh' ich von Ort zu Ort — Wo sind' ich mir Genoffen? Wo nur ein freundlich Wort? An jeder Thüre steh' ich, Doch Niemand winkt herein. Und wenn vorüber geh' ich, Fühlt's nur der harte Stein- 23. Durch das Leben bin ich gepilgert, Bis das Leben vorüberschlich, Bis der Jüngling ward zum Greise, Und das Haar mir erblich. Keine Ruhe Hab' ich gefunden. Weil ich Ruhe nicht hatt'. Und da ich nie gehungert. War ich immer schon satt. Nun, da ich zum Sterben mich wende. Find' ich Alles schon todt, Und der Tod hat keine Mühe, Da das Leben mir Nichts bot. 24. So war ich wiedergekehret Jn's Jugendland, Wo ich mit meiner Erinnrung Nichts wieder fand. Da Hab' ich schnell mich geschlossen Jn's Kloster ein, Und dacht' — der Pilgerung Ende Wird nahe sein. Doch schau', als ob fle's erfahren, Weß Kind ich sei, Läßt man selbst aus dem Kloster Den Müden frei.

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