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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-08-07 · Heft 32 (7.8.1841) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 32 (7.8.1841)
Date
1841-08-07
Page
Seite 460 (sequence 12)
Language
German
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460 hängt, nämlich, daß sie sich nicht leicht berauschen. Wenn das ledige junge Christenvolk bei seinen Laufen einige Gläser zu viel getrunken hat, und die schon durchs Tanzen aufgeregte Sinnlichkeit durchs Trinken noch mehr in Aufruhr gebracht worden ist, so ist's kein Wunder, wenn sich daher manche uneheliche Schwängerung datirt. Beim Juden ist's aber anders. Selbst bei seinen Lustbarkeiten bleibt er doch noch Herr über sich. Er übersieht sich nicht leicht im Trünke, und somit fällt eine bei manchen Christen vorkommende Ursache fleischlicher Vermischung bei ihm weg." Nun dann Gottlob! daß der Jude diese so tadelnswürdige „Besonnenheit" besitzt, die die Mutter solcher Tugenden ist, daß nämlich der Jude selbst bei seinen Lustbarkeiten noch Herr über sich bleibt, sich nicht berauscht, und keine H. treibt, wie dieses das „ledige junge Christenvolk thut!" Möchten Sie, Herr Pfarrer, doch auch Ihr: „lediges junges Christenvolk" in dieser „Besonnenheit" der Juden unterrichten und es in solchen Tugenden erziehen! Dieses wäre wahrlich verdienstvoller für Sie, und würde Ihnen mehr Ehre machen, als solche Abhandlungen zu schreiben. Das räth Ihnen ein „besonnener Jude," der es aufrichtiger mit Ihnen und den Christen meint, als Sie und Konsorten mit den armen Juden. — Die bitterste Pille ist nun bis zuletzt aufbewahrt: ,,d) Manche, die die geheimen Wege der Juden genauer kennen, wollen auch das noch als Grund, warum weniger uneheliche Judenkinder geboren werden, anführen: daß die ledigen Judensöhne, wenn sie draußen auf dem Schacherhandel sind, mit liederlichen Christendirnen ihre Lust befriedigen." Die schwere sittliche Verantwortlichkeit, welche in dieser schrecklichen Aussage liegt, müssen wir freilich dem Gewissen des Vers. — wenn er ein solches besitzt — überlassen; denn jeder weiß es, daß man selten ein solches Beispiel bei den Judensöhnen ,„die draußen aus dem Schacherhandel" sind, findet! Dieses wird aber also argumenlirt: „dieses wird um so gläubiger, wenn man bedenkt, wie die Lehre des Talmud über Unzucht mit Nichtjüdischen Weibern urtheilt, wenn man weiß, daß ein S. Salomon Jarchi über 3 Mos. 20, 10. sagt: „„Da hier nur von dem nächsten Weibe die Rede ist, so sind die Weiber der Fremdlinge ausgeschlossen, denn diese ” sind nicht unsere Nächsten"" oder der N. Bachai: „„alle Nichtjuden haben keine Ehe und sind nicht unsere Nächsten; daher kann man auch mit ihren Frauen nicht die Ehe brechen, denn das Gesetz verbietet nur die Frauen unserer Nächsten."" Dieses ist nun ganz wieder ä la Eisenmenger, und wir haben hier nicht nöthig, diese Rabbinischen Sätze zu vertheidigen, da dieses schon hinreichend in neuerer Zeit geschehen ist, wie auch die Redaktion in der Anmerkung die Ansicht des Herrn vr. Mayer anführt. Es sei — was hier zur Sache gehört — nur so viel gesagt, daß immer bei den Israeliten für ein größeres Vergehen und eine größere Schande gehalten würde, mit einer Nichtjüdin als mit teiner Jüdin in verbotenem Umgänge zu leben, was auf viele, talmudische Stellen sich gründet, und welches alle Juden sogar mit dem strengen „Judeneide" beschwören können. — „Im Widerspruch mit dem gedachten besonnenen Wesen der Juden, fährt Herr Pfarrer P. fort, ist das nicht, wenn es Judensöhne giebt, die mit liederlichen Christendirnen Unzucht treiben; denn der Jude kann sich wol vorstellen, daß eine Christendirne ihn nicht leicht angeben wird, weil die öffentliche Meinung die Hurerei einer Christin mit einem Juden mit besonderer Schmach belegt." Herrlich! die liederlichen Christendirnen „scheuen also die öffentliche Meinung?" Und dieses alles sollen die besonnenen Judensöhne voraus so berechnen? Wer es glauben will, der glaube es, der Glaube macht selig! Nicht recht also Herr Pfarrer! In je dem Falle sind hierdurch die Juden und der Talmud entschuldigt, wenn — wie oben behauptet — bei ihnen die öffentliche Meinung die Hurerei eines Juden mit einer Christin mit besonderer Schmach belegt." — Gottlob! wir sind sogleich zu Ende! „So häufig aber auch Judensöhne mit liederlichen Christendirne'n Unzucht treiben mögen, der umgekehrte Fall findet dann doch nicht statt; Christensöhne haben mit Judenmädchen keinen Umgang,am wenigsten einen verbotenen."— Dieses liegt aber nicht in den Christensöhnen; denn wie oft wollen nicht die galanten jungen Christensöhne reiche Judenmädchen entführen, wie dieses die respektabeln Judenromane treu berichten. Wissen Sie aber Herr Pfarrer, warum Christensöhne mit Judenmädchen keinen verbotenen und überhaupt keinen Umgang haben? weil — es selten — liederliche Judenmädchen, gleich den christlichen,

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