Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1841)
- Date
- 1841-08-07
- Page
- Seite 454 (sequence 6)
- Language
- German
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454 das alte Gebäude zusammen stürzen, sucht es zu erhalten, und auszubessern. Laßt eure Kinder in Religion und Gottesfurcht erziehen und unterrichten. Nicht das Alter ist Träger des Judenthums, die jungen Stützen sind's, die es erhalten! — Aber auch ihr, die das Vertrauen der Brüder an die Spitze der Gemeindeverwaltung gestellt, fördert kräftig und wendet die finanziellen Kräfte der Gemeinde gehörig an. Ist cs nicht ungerecht, wenn alle Mitglieder zu gleichen Theilen Beitrage zahlen muffen? Da muß auf Vermögensumstände Rücksicht genommen werden, geschieht dies, so fällt der Einwaud mangelhafter Subsistenzmittel fort. Laßt euer Interesse für die gute Sache nicht durch hartnäckige unverständige Opposition ermüden. Gründet eine tüchtige jüdische Religionsschule bei euch, und Pommerns kleine Gemeinden werden euch Zöglinge zuscnden, Und spätere Nachkommen euer Andenken noch heilig halten! — Tages-Coiltrolf. Polemik. II. (Eingesandt von Joseph Kahn in Daarlouis.) \ Zufällig bekam ich, nach langer Zeit, wieder ein Heft der „Studien der evangelischen Geistlichkeit Würtembergs" — herausgegcben von C. M. Sllrn, Di-, der Phil, und Theo!., Oberkonsistorialrath und Hofkaplan zu Stuttgart — in die Hände. Dieses war das erste Heft des dreizehnten Bandes vom Jahre 1841. — Ich stieß sogleich auf eine Abhandlung, überschricbcn: „Vergleichende Darstellung des Gangs der christlichen und jüdischen Bevölkerung *) Wir raumen dem folgenden Artikel einen Platz ein, um einmal daraus ersehen zu lassen, wie weit die Verkleinerungssucht und der Neid getrieben werden kann. Zu unscrm Leidwesen müssen wir es bekennen, daß es gerade christliche Geistliche am öftersten sind, die solch' bösliches Spiel wider uns treiben. Fragen möchten wir denn doch einmal, laut und vernehmlich, wo sich solche gehässige Nachreden bei Juden wider Christen finden, wie es umgekehrt der Fall ist, und doch sagt man so oft uns dm Haß nach! Redakt. von Jebenhausen in den Jahren 1812-1822, nebst einigen Bemerkungen darüber, von M. Pager, Pfarrer in Bezgenrieth und Jebenhausen. In meinem gewöhnlichen Interesse, welches ich, besonders an allem, was Israeliten betrifft, und selbst auch au „dem Gang der Bevölkerung der Israeliten Jebenhausens in den Jahren 1812—1818," — nehme, sreuete ich mich nicht wenig, als ich folgende „Anmerkung der Redaktion" erblickte: „Folgende Abhandlung, von welcher die Redaktion erst kürzlich Kenntniß erhalten hat, ist schon im Jahre 1826 zur evangelischen Synode eingeschickt worden (daher die Beschränkung auf den frühem Zeitraum), und wird hier mit Erlaubniß des Herrn Vers, unter Weglassung einiger minder zur Sache gehörigen Bemerkungen und mit etlichen berichtigenden Zusätzen mitgetheilt." Gewiß — so dächte ich —■ muß in dieser „Vergleichenden Darstellung..-. mit einigen Bemerkungen" viel Gutes und Nützliches enthalten sein, weil ja bte, Redaktion noch nach 16 Jahren es der Mühe werth hält, diese aus dem Archiv der evangelischen Synodenversammlungen herauszubeschwören, um sie „mit Erlaubniß des Herrn Vers." in den „Studien der evangel. Geistlichkeit Würtembergs" zu verewigen. — In dieser meiner unschuldigen Freude ging ich mit großer Geduld von S. 138—147 diese „Vergleichende Darstellung" ote. sammt ihren vielen Ober- und Unterabtheilungen und Verhältnißberechnungen durch, und gelangte somit endlich an die „Bemerkungen," in welchen ich nun hoffe, Entschädigung und Ersatz zu finden für meine bisherige Mühe und Geduld. — Aber wie sah ich mich leider! — sogleich aufs Bedauernswürdigste getäuscht. — Die erste Bemerkung beginnt also: Es ergiebt sich aus dem Obigen, daß, während die Christen nur um etwa Procent jährlich sich vermehrt haben, die jüdische Seelenzahl um mehr als 3 Procent zugenommen hat." So unschuldig auch dieses und ähnliches genaues Nachrechnen der größer« Vermehrung der Juden Manchem scheinen möchte: so muß ich doch offen gestehen, daß mich jedes Mal hierbei ein innerer Schauer und ein tiefes Mißbehagen befällt, besonders, wenn diese kritischen Statistiker — wie unser Herr Pfarrer — sogleich geneigt sind, aus einer einzelnen unbedeutenden Erscheinung — die sich übrigens noch aus vielen äußern