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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-31 · Heft 31 (31.7.1841) · p. Seite 441

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 31 (31.7.1841)
Date
1841-07-31
Page
Seite 441 (sequence 5)
Language
German
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441 elenden Zustande war) ihre Lehrschule rc. :c. und benützte den linken Flügel zur Synagoge. Hochgewölbt im gothischen Style erhebt sich das neue Gotteshaus. Reinlich und zierlich, in seinem Innern hell erleuchtet. Der 44,nemor schließt sich hart an die heilige Lade, welche im gothischen Style erbaut von innen und außen köstlich verziert ist. Auf beiden Seiten führen Stufen hinauf, rechts prangt der achtarmige Leuchter, links erhebt sich die Kanzel, von der wir nun hoffen, recht oft Gotteswort aus dem Munde unseres verehrten Rabbinatsverwescrs vr. Schlenker zu vernehmen. Ein solch bedeutendes Unternehmen ging von 20 Familien aus, welche vom frommen Eifer beseelt, alle Hindernisse überwanden, welche in mehrfacher Hinsicht bei den geringen Kräften der Gemeinde der Ausführung eines derlei Werkes entgegenstanden. Die geringe Anzahl von Gemeindegliedern, von denen Eines das Andere an wohlthatiger frommer Gesinnung und an edler Hingebung zu dem erhabenen Zwecke der Verherrlichung des Höchsten überbot, hat auch das mit den äußersten Opfern hergestellte Haus außerdem noch in gleich freigebiger Weise reichlich mit Geschenken bedacht. Am 2. April d. Jahres fand die feierliche Einweihung der Synagoge statt. Um 2 Uhr Nachmittag versammelten sich die sämmtlichen Gemeindeglieder im Gemeindehaus, wo die Toras herrlich geschmückt aufgestellt waren; nach beendigtem Mincha-- gebet setzte sich der Zug in Bewegung. Voran schritten die beiden Rabbinatsverweser in Ihrer Amtskleidung, ihnen folgten die beiden Kultus-Vorstände und die sämmtlichen Gemeindeglieder Paar und Paar, jeder eine Tora tragend, den Zug schlossen die Jünglinge festlich geschmückt, welche brennende Wachskerzen trugen. In der Synagoge angelangt stimmte der Chor, welcher auf der Gallerie der Frauen errichtet und.größtentheils aus der Schuljugend gebildet war, unter dem Schall der Posaunen ein feierliches Hallelujah an. Die Tora tragenden, so wie die Jünglinge mit ihren Wachskerzen stellten sich zu den beiden Seiten auf. Die beiden Rabbinatsverweser recitirten abwechselnd das Gebet laita na so wie den 84sten Psalm: hierauf sang der Chor unter Musikbegleitung das Lied No, 208. Johlsohns Gesangbuch, während dem bestiegen die beiden Rabbinatsverweser die Stufen der heiligen Lade, empfingen dort jeder ein Tora, und sodann geschah der dreimalige Umzug in der Synagoge unter Choralgesängen und Musikbegleitung. Nachdem die Tora in der heiligen Lade niedergelegt war, und die Gemeinde ihre Plätze eingenommen hatte, begann der Choral No. 207., worauf die beiden Rabbinatsverweser in Begleitung der Gemeinde-Aeltesten vor der heiligen Lade, die sämmtlichen Weihgebete verrichteten. Nun bestieg der Rabbinatsverweser Dr. Schlenker die Kanzel, hielt eine gehaltvolle, gediegene Rede, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Von der heiligen Lade herab recitirte der Rabbinatsverweser Emanuel Svnnentheil mit feierlichem Tone, einen von ihm eigens zu dieser Feier verfaßten Hymnus (nn»’) in hebräischer Sprache. Nachdem sofort Herr vr. Schlenker das Gebet für König und Vaterland gesprochen, endigte noch ein Choralgesang den Gottesdienst. Repräsentanten der königl. Civil- und Militärbehörden, des Stadtmagistrates, so wie der Geistlichkeit der beiden christlichen Konfessionen wohnten dieser Feier an, welche in freudigem und bleibendem Andenken sich immerdar erhalten wird und den schönen Beweis lieferte, was auch geringe Kräfte vermögen, wenn es sich um die höchsten Interessen des menschlichen Gemüthes, um den ehrwürdigen Glauben der Väter und um das heilige Vermächtniß der von ihnen überkommenen Gottesverehrung handelt.— Literarische Nachrichten« Magdeburg, 28. Juni. Angekommen: LaBibliotheque des ecoles israelites. 'p“iT2i mVin ou l’histoire sainte avec des maximes bibliques, des Notes grammaticales et geographiques, suivie d’une tadle chronologique. Par M. Cahun. Strasbourg, 1841. 1, 2, 3 Lirrais.— Ausgabenbuch (,) enthaltend: Ucbungen, das Hebräische in sehr kurzer Zeit richtig und geläufig lesen zu lernen; Wörter zum Auswendiglernen; Aufgaben (aus lauter Bibelstellen zusammengetragen), welche zum Uebersetzen aus dem Hebräischen in's Deutsche und umgekehrt, anleiten; von Dr. Carl Rehfuß in Heidelberg. Frankf. a. M., 1841. — Die Schwierigkeit, den hebräischen Unterricht mit den übrigen Schulfächern bei den Israeli-

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