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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-31 · Heft 31 (31.7.1841) · p. Seite 440

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 31 (31.7.1841)
Date
1841-07-31
Page
Seite 440 (sequence 4)
Language
German
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440 abschnitte selbigen Tages gewahlet H-wN'« und während der Predigt wurden vom Chor der 24ste und 15Oste Psalm, so wie nach derselben das Amen gesungen; auch hörten wir nicht ungerne im Schlußgebete der Predigt die Namen Mvntesiore und Cremieux. — Der Armen, ohne Unterschied des Glaubens, wurde von Seiten der Gemeinde freigebig gedacht. — Hannover, 12. Juli. (Hamb. Corr.) Zu dem Leichenbegängnisse der Königin hatte die gesammte Geistlichkeit der Stadt zu erscheinen; man sah auch im Gefolge die sämmtlichen protestantischen, reformirten und katholischen Geistlichen, so wie den englischen Pfarrer. Nur den jüdischen Landrabbinen bemerkte man nicht. Dem Vernehmen nach, war derselbe zu dem Conducte nicht, wie die sämmtlichen übrigen Geistlichen, besonders eingeladen. Regensburg, im Juli. (Privatmitth.) Regensburg ist Eine von den Städten, die im Mittelalter ihre Juden vertrieb. Im Jahre 1519 mußten die Juden die Stadt verlassen. Die jetzige isracli-! tische Gemeinde zählt nur 20 Familien, welche bis! zum Jahre 1826 genöthigt waren, ihre Todten in j entferntere Gemeinden, wo ihre Ahnen ruhten, zu! begraben. Wie beschwerlich und mit welchen Jnkonvenienzen verbunden dies sei, läßt sich wol leicht ermessen. Erst im Jahre 1826 wurde ein Grundstück angekauft, wozu die Mittel in Einem Tage von den Gemeindegliedern zusammengeschossen wurden, und einige Jahre später umgab eine schützende Mauer den Friedhof. Der Unterricht der Jugend wurde früher dahier von Privatlehrern kaum genügend besorgt. Im Jahre 1831 entstand eine Religions- und Elementarschule, die gegenwärtig wol als Mufterschule ausgestellt zu werden verdient, vr. Schlenker aus Fürth erhielt den Ruf als Lehrer in diese Anstalt und die Schule hat in ihm einen tüchtigen Pädagogen gewonnen, der mit Liebe seinem Fache zugethan ist; dieß hat auch die betreffende königliche Regierung mehrfach anerkannt und in Be-, rücksichtigung der Leistung des vr. Schlenker zur Schule seit dem Jahre 1834 eine jährliche Unterstützung von 15O fl. bewilligt. Der Herr vr. Schlenker genießt die Achtung seiner Vorgesetzten und erfreut sich der Liebe seiner Gemeinde. Beide erkennen es dankend, wie er ernstlich dahin strebt, die Jugend zu guten und nützlichen Bürgern heranzubilden und die königliche Regierung hat sich desfalls wiederholt und rühmend ausgesprochen, insbesondere in einem Regierungserlaffe vom 5. November 1838, welcher also lautet: „Auf den Bericht vom 29. August d. Jahres hat „man.mit Wohlgefallen ersehen, mit welchem ein- „sichligen Eifer der Rabbinatsverweser und Lehrer „l)r. Schlenker fortfährt, auf den Verstand und „das Gemüth seiner kirchlichen Gemeinde zu wir- „ken und sie in der Liebe zum König und zum „Vaterlande zu befestigen; besonders aber wird „demselben die diesseitige Zufriedenheit mit seinem „Streben durch einen eben so bemessenen als auf- „klärenden Unterricht die Jugend seines Volkes „zu nützlichen, aufgeklärten und redlichen Staatsbürgern heranzubilden und so zu den Zuständ- „nissen zu befähigen, welche der Staat sich hin- „sichtlich der israelitischen Glaubensgenossen vorbe- „halten hat." Nach dem Ableben des Rabbinen Weil wurden die Herren l)r. Schlenker und Emanuel Sonnentheil ein Mann mit ausgezeichneten talmudischen Kenntnissen und einem ächt religiösen Lebenswandel, der bereits über 40 Jahre als Vorsänger dahier funktionirt und das Vertrauen der ganzen Gemeinde besitzt als Rabbinatsverweser von der königl. Regierung bestätigt und ihnen die Leitung des Gottesdienstes übertragen. Die Funktion des Letzter« beschränkt sich hauptsächlich auf die ritualgesetzlichen Oecisioneu. Mancher Mißbrauch wurde im Einverständniß mit der Gemeinde zu dem Zwecke abgeschafft, um den Gottesdienst würdiger und erhebender herzustellen, der fromme Eifer der beiden Rabbinatsverweser und der gute Wille der Gemeinde trugen nicht wenig zu so mancher Verbesserung in eben gedachtem Sinne bei. — Ueber ein Jahrhundert hielt die Gemeinde ihre Andachtsübung in dem Hause eines Bäckers, in einer beengten Stube, die kaum des Raumes genug hatte, die Versammelten zu fassen. Daher beschloß die Gemeinde einmüthig und kein Opfer scheuend eine Synagoge zu bauen. In dieser Absicht kaufte sie ein gut gelegenes Haus, richtete daselbst ihr Frauenbad ein, (da das alte in einem

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