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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-31 · Heft 31 (31.7.1841) · p. Seite 439

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 31 (31.7.1841)
Date
1841-07-31
Page
Seite 439 (sequence 3)
Language
German
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439 fischen Konsul in Beirut auf ihre Sekte zu bringen; aber derselbe fand sich nicht geneigt, ihren Einflüsterungen den geringsten Glauben zu schenken, und nachdem er seinen eigenen Dollmetscher nach Damaskus gesandt, selbst Untersuchungen anzustcllen, sprach er eine für uns sehr ehrenvolle Ansicht als Resultat aus. Der sehr ehrwürdige Patriarch der griechischen Kirche hat sein Zeugn.iß mit dem russischen Konsul zu Beirut verbunden, daß die Anklage durchaus falsch, und aus der tiefsten Bosheit entsprungen sei." — „Ganz nach der Anweisung des Sir Moses in seinen Briefen aus Alexandrien, haben wir uns aus allen Kräften bemüht, den guten Willen aller Christen in Damaskus zu erlangen. Die ehrenwerthesten Männer unsrer Gemeinde sind allen Christen, armen und reichen, mit der größten Höflichkeit, ja oft, ich sage es, mit Demuth entgegengekommen, wir verbannten die Erinnerung alles Geschehenen aus unsrer Seele: aber unsre Bemühungen sind meist ohne Erfolg geblieben." — „Ach, uns mangelt eine höhere Unterstützung, jetzt erst fühlen wir uns wahrhaft verbannt aus dem Lande der Väter. Jede Nation hat ihre Stütze in den mächtigen Monarchen, deren Macht und Ruhm der Herr vermehre. Wir können nur unsre Augen und Herzen zum Allmächtigen wenden, bei dem unsre Gebete eine willige Stätte finden mögen, auf daß wir Gnade finden bei Gott und Menschen, mit denen wir so gern in Frieden leben wollen." „Hätte uns ein freundliches Geschick die beglükkende Gegenwart des Sir Moses zugeführt: so würde unser Leiden vollständig sein Heilmittel gefunden haben, denn dann hätten unsre Feinde mit eigenen Augen gesehen, daß es noch ausgezeichnete Männer unter den Abkömmlingen Zakobs giebt, und daß diese eine ehrenvolle Anerkennung bei den großen und gerechten Monarchen finden. Wahrscheinlich wenn unsre Verfolger Sir Moses selbst gesehen hätren, würden sie veranlaßt worden sein, reiflich die Gerechtigkeit und Großmuth der Europäischen Herrscher zu bedenken, zu bedenken, daß wir Alle geschaffen sind von Einem Gotte, Alle Einen Vater haben, und daß wir Israeliten Alle unter dem Schutze der Europäischen Monarchen stehen, für deren Heil die Israeliten der ganzen Welt ihre Gebete zu Gott dem Herrn senden." „Aus den Gründen, die ich hier theilweise dargelegt habe, wenn her Inhalt dieses Briefes dem Sir Moses genehm ist, und wenn er die große Anstrengung einer Reise nach Damaskus nicht scheut, und mit Mitleid für die Leiden der Gemeinde zu Damaskus durchdrungen ist — so ist es unser glühendster Wunsch, daß er komme — zu uns! daß unsre Herzen die Freude fühlen, welche seine Gegenwart uns einflößen muß, da wir Alle seine Kinder sind, wie ängstlich unsre Augen auf ihn um Theilnahme und Hülfe gerichtet sind!" „Unser eigner Wunsch wäre, wenn solches möglich wäre, daß wir Alle Schwingen des Adlers hätten, uns Alle vor Sir Moses zu begeben, seine Hand zn küssen in der Fülle unsrer Dankbarkeit. Ja, er ist unser Erlöser, er unser Hin, unser treuer Hirt. Mitleidiger Vater, Moses unser Schild, wenn wir Deiner gedenken, fließen unsre Thränen, aber es sind Thränen der Freude." Und so spricht Raphael Farkhi im Namen seiner Gemeinde den glühenden Wunsch, die sichere Hoffnung aus, Sir Moses in ihrer Mitte zu sehen, um alle Anfeindungen zum Schweigen zu bringen. Deutschland. Penzlin (Meklemb.), 4. Juli. (Privatmitth.) Gestern beging die hiesige israelitische Gemeinde die fünfzigjährige Jubelfeier ihrer Synagoge auf eine der Bedeutung des Tages angemessene und nach dem Vorschläge des Lehrers Herrn Goldstein sinnig angeordnete Weise. In ^dem geschmackvoll verzierten Gotteshause fand sich eine zahlreiche Versammlung jüdischen und christlichen Glaubens ein. Dem gewöhnlichen Sabbat-Gottesdienste schlossen sich passend ausgewählte Psalmen, welche VerS um Vers recitiret wurden, und mehrere Choräle an. Es fand der Umzug mit den Torarollcn Sratt, wobei der übliche Gesang 8-rr vom Vorbetcr und Chor wechselnd gesungen wurde. Nach dem gewöhnlichen Gebete für den Landesherrn wurde eine Gedächtnisfeier der verstorbenen Gründer der Synagoge abgehalten. Das Ganze krönte eine gediegene Rede des Herrn Goldstein, welche sich in passenden und herzlichen Worten über die hohe Bedeutung eines Gotteshauses und über die Pflichten Israels gegen dasselbe verbreitete. Der Text war aus dein Tora-

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