Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1841)
- Date
- 1841-07-31
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
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438 all' unferm Thun, um uns zu demüthlgen und unfern Ruf zu zerstören." — „Im Verlaufe dessen, was ich so eben erwähnt habe, berichtete ich dem Sir Moses in einem frühern Briefe, daß der Pascha Sr. kaiserl. Majestät des Sultans, sobald er angekommen , mich in mein früheres Amt wieder einsetzte, dessen Pflicht darin bestand, im Magistrats-Departement in Führung der Angelegenheiten der Stadt beizusitzen. Diese Ehre wurde mir in^Uebereinstimmung mit dem Firma» des Sultans, in welchem ausdrücklich erwähnt stand, daß ihm berichtet worden, wie ich einiges Talent in solchen Geschäften besäße. Sobald der englische Konsul und die anderen Verläumder von dieser unserm Wolke so günstigen Auszeichnung hörten, wurden sie von der tiefsten Kränkung ergriffen, ganz wie damals, als die Ankunft des Sir Moses in Alexandrien ihre Rathschläge vereitelte, und uns dem grausamen Schicksal entzog, welchem sie uns bestimmt hatten. Der englische Konsul insonders erschien bei dem Gouverneur, und empfahl diesem, mich zu entlassen, und einen Christen in mein Amt zu setzen, unter welchem ich als Diener oder Stellvertreter gebraucht werden könnte. Aber er fand sich gänzlich betrogen, denn der Gouverneur lehnte die Ausführung seines Plans ab. Als der vom Sultan bestimmte Gouverneur ankam, fand eine große Freude bei allen Klassen der Bewohner statt, Israeliten sowol als Mohamedanern, da sie von einer Herrschaft befreit worden, die sie außerordentlich gedrückt hatte; insonders bezeugten die niederen Klassen des Volkes ihre Freude mehrmals durch laute Ausrufungen auf den Marktplätzen und in anderen Theilen der Stadt." — „Da nun ein andrer Theil der Bewohnerschaft mehr dem Pascha von Aegypten anhing, so empfand dieser bei den gedachten Freudenbezeugungen großes Mißvergnügen, und schmiedete eine falsche Anklage gegen die Israeliten, sie hätten die christliche Religion beschimpft. Diese Beschuldigung wurde so oft wiederholt, daß sie auch nach den entfernteren Landern getragen wird, obschon wir uns überzeugt halten, daß die weisen und unterrichte'^» Männer. Europa's dem keinen Glauben schenken werden." » „Als einen'Beweis, daß die Israeliten unschuldig des angeklagten Verbrechens sind, kann ich-erwähnen, daß Se. Excellenz Ali Pascha eines Tages zu mir sandte, und nachdem er von mir die vollständige Zusicherung erhalten, daß solch eine That nur mit Abscheu von unsrer ganzen Ration angesehen werde, stellte er einige strenge Untersuchungen bei verschiedenen geachteten Männern an, und das Resultat derselben war, daß er sich selbst von der äußersten Grundlosigkeit aller geschehenen Anschuldigungen überzeugt erklärte, den Häuptern unsrer Gegner strengstens untersagte, uns anders als mit Gerechtigkeit und Billigkeit zu behandeln, und mir auftrug, über die Wohlfarth meiner Glaubensgenossen selbst zu wachen, was ich mit ganzer Seele erfülle." „Der österreichische Konsul erklärte sich völlig befriedigt und überzeugt von unsrer Unschuld. Dennoch ist es mir, obgleich ich in mein Amt wieder eingesetzt worden, bis jetzt noch nicht gelungen, einen meiner Brüder wieder in eines der Aemter zu setzen, die sie vor der Ankunft des ägyptischen Pascha's bekleideten, und doch sind sie jetzt sehr arm und in wahrhaft traurigem Zustande, aber ihre Stellen werden auf Betrieb derer von den Konsuln, die uns feindlich gesinnt sind, anderweitig besetzt." — „Aus dieser Schilderung kann man wol hinlänglich ersehen, daß die Israeliten viel zu niedergedrückten Geistes sind und sein müssen, um einen Streit mit einer Partei anzufangen und an Rache zu denken. Wie kann Sir Moses solchen Berichten gegen seine Brüder ein Ohr leihen? Wie kann er vergessen, daß diese Berichte von denselben Personen ausgehen, von welchen jene schreckliche Beschuldigung ausging über den Mord des Priesters und seines Dieners? und nachdem man einen so fürchterlichen Versuch gemacht hat, uns zu vernichten, kann es Wunder nehmen, daß sie noch andere Erzählungen schmieden, um unfern Charakter herunterzusetzen?" „Aber der Ewige unser Gott flößte Sir Moses den heiligen Eifer ein, uns von dem tödtlichen Angriff unsrer Fkinde zu befreien; er verwandelte unfern Kummer in Freude; durch ihn wurde unsre Unschuld der ganzen Welt offenbart; sicherlich hat er so viel Achtung vor seinen Brüdern jetzt, daß die ausgestreueten Gerüchte nicht den geringsten Eindruck auf seine Seele machen, sondern er unverändert das Vertrauen auf uns sich bewahren muß. Uebrigens sind wol der Gouverneur Excellenz und der österreichische Konsul Bürgen genug für unser Wohlverhalten." „Unsere Feinde bemüheten sich, auch 'den Rus-