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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-24 · Heft 30 (24.7.1841) · p. Seite 432

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 30 (24.7.1841)
Date
1841-07-24
Page
Seite 432 (sequence 8)
Language
German
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432 Emanzipation der Juden vorgebracht werden, in ihrer Absurdität nachgewiesen. Mit den ungarischen Israeliten, die des Verfaffers Schrift natürlich mit enthusiastischem Danke ausgenommen haben, sprechen wir dem edeln Freiherrn unsre tiefgefühlteste Verpflichtung aus. Der Uebersetzer hat sich ein Verdienst erworben, das wir schätzen, obgleich der Druck hätte korrekter sein sollen, und wünschen wir dem Merkchen auch in Deutschland eine große Verbreitung. Magdeburg, 25. Juni. Angekommen: Der Koran. Aus dem Arabischen wortgetreu neu übersetzt, und mit. erläuternden Anmerkungen versehen, von Dr. L. Ullmann. Crefeld, 1840. 1841. Es soll hier keine wissenschaftliche Kritik dieser Arbeit, inwieweit sie als neue Übertragung des 'Textes eine bedeutende Stelle cinnimmt, gegeben werden. Auch nicht den Koran selbst, diese orientalische Ausströmung des Judenthums und ein Abkömmling der talmudischen und midraschischen Interpretation, von seiner historischen Stellung zum Judenthume wollen wir heute besprechen. Sondern nur unsre Leser aufmerksam machen, wie ihnen durch diese neue, elegant ausgestattete Uebersetzung die Möglichkeit auf die leichteste Weise in die Hände gegeben worden, sich mit diesem sonderbaren Produkte des Menschengeistes, wie er von unsrer Religion in ihrer geschichtlichen Gestattung gesättigt worden, selbst bekannt zu machen, selbst nützliche Vergleiche anzustellen. Welchen Dank sich der gelehrte Rabbine als Uebersetzer hierdurch erworben, sieht sich leicht ab. Schade ist's, daß er keine, bei früheren Ausgaben und Uebersetzungen gewöhnlichen Abtheilungen oder Seitenzahlen hinzugesügt hat, so daß es schwer ist, nach der vorliegenden Uebersetzung zu citiren. Die Anmerkungen geben öfter Sacherklärungen, oft die Gründe der Uebersetzung an, oft zeigen sie auf den Ursprung des Vorgelagerten aus dem Judenthume hin. Magdeburg, 26. Juni. Angekommen: 1) Antrittsrede des Distrikts-Rabbinen Mayer Lebrecht zu Niederwerrn. Schweinfurt, 1840. — 2) Antrittsrede des Rabbinen vr. H. S. Hirschfeld. Wollstein, 1841. Die vorliegenden Amtsantrittspredigten würden einen hinlänglichen Stoff zu einem weitläufigen Kommentar geben, wenn sie nicht zu allgemeine Fragen berührten, als daß diese so beiläufig beantwortet werden sollten. Beide sprechen sich über die Schwierigkeiten aus, welche die Stellung des jetzigen jüdischen Geistlichen zwischen den entgegengesetztesten Forderungen hat. Die erste geht in den Schranken eines Vortrages am geradesten auf's Ziel los. Anstatt zu beantworten, wie überhaupt diese Schwierigkeiten hinwegzuraumen seien, spricht er sich vielmehr aus, wodurch er ihnen Stand zu halten glaubt, wo er Kraft und Ermuthigung zu finden hofft, nämlich 1.) in sich selbst d. i. in seinem heiligen Vorsatze, 2) in anderen Menschen, in seinen Gemeinden, Vorstehern ff., 3) in der nimmer versiegenden Kraft der Religion, der echten Religiosität, 4) in dem Beistände Gottes; und legt dabei paffend Sacharj. 3, 6. 7. zu Grunde. Dü Sprache ist einfach, klar, gemessen, bisweilen matt und noch eckig; der vierte Satz hatte auf die Anfangsworte des Textes (Vt gestützt werden müssen, der Redner hat aber den Text hier ganz fallen lassen. — Die zweite, homiletisch ganz unförmlich und ohne äußere Anordnung, hat uns auch nach ihrem Inhalte wenig Befriedigung abgewonnen. Es kann der Redner, und so auch der geehrte neue Rabbine zu Wollstein, zu.Man: chem sein Motiv in der Lokalität finden; sobald aber der Vortrag gedruckt vor uns liegt, so kann rr die Berück, sichtigung dessen nicht verlangen, um so weniger, da die Lokalität dem Leser unbekannt ist. Die Idee ist nun: allen Schwierigkeiten seiner Stellung tritt der jüdische Geistliche entgegen, und räumt sie'hinweg, wenn er Liebe und Frieden lehrt und fördert. Diesen, Liebe und Frieden, giebt er gewissermaßen ein mystisches Gewand, indem er sie als „Schalom" personisizirt, und sie von vorn herein so nennt. Da wird nun auch Schalom ein Name Gottes und die ewige Glückseligkeit. Fassen wir, was nun der Verf. hierüber sagt, scharfer in's Auge, so glauben wir mit Nichten, daß er überhaupt was Wesentliches gesagt, und daß er mit diesem Schalom viel Gutes wirken könnte. Denn wenn er bei jedem Schritte mit der Opposition, die einmal in den vorwaltenden jüdischen Verhältnissen bei jedem Schritte da ist, den Schalom halten will: so wird er den vorgestreckten Fuß schnell zurückziehen, und den Schritt — nicht thun. Thut er ihn, so ist es wieder mit dem Schalom vorbei. Nicht Schalom, sondern die lauterste, innigste Ueberzeugung muß gelehrt, und, zwar nicht mit Eigensinn, Ungestüm und roher Schonungslosigkeit, aber mit Ausdauer und Energie durchgeseht werden. Es ist ein schöner Traum edler Seelen dieser Schalom, dessen Faden aus Thaten, dessen Maschen aus beglückender Ruhe gewoben * fern sollen: aber vor der Wirklichkeit verflüchtigt er sich, wie! alle Träume — dieweil er nicht von dieser Welt ist.

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