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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-17 · Heft 29 (17.7.1841) · p. Seite 416

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 29 (17.7.1841)
Date
1841-07-17
Page
Seite 416 (sequence 4)
Language
German
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416 hatte. Sie. ließ sich 1825 in Göttingen amputiren, er heirathete sie li Jahr nachher und diese so glückliche Ehe wurde mit einem Söhnchen, der einzigen Hoffnung der trostlosen Wittwe, gesegnet. Wenig beneidenswerth, wie der Anfang seines Lebens, war auch sein Ende. Am Sabbat vor seinem Tode äußerte er gegen seine Gattin: „es ist doch sonderbar, daß ich jetzt immer von meinen Eltern umschwebt bin, die doch -schon lange todt sind." Er mochte es vielleicht ahnen, daß er bald zu ihnen abgerufen werden sollte! Am 28. Jan. verließ er nach Beendigung der Berufsgeschäfte seine Schule, um im Museum die gewöhnlichen Erholungen einer solchen Anstalt zu genießen. Erhitzt vom Schachspiele machte er von dort den weiten Weg nach seiner Wohnung. In dem Vorhof derselben angelangt ergriff ihn der Brustkrampf, an dem er schon lange gelitten, und bewußtlos in den Schnee sinkend, rafft er sich noch einmal auf, stürzt aber nochmals vor der Hausschwclle nieder. Seinen Hauswirth, der ihn zu seiner Gattin tragen wollte, aus Zärtlichkeit für Letztere zurückweisend, macht er allein den Weg in seine Stube, fällt aber dort zum drittenmal kalt, und regungslos nieder. Seiner hinzueilenden Gattin „es ist Nichts, mein Malchen" zurufend, empfing kr am Bode» liegend aus ihrer Hand alle von den Aerzten empfohlene Hülfe, bis ihn nach einer Viertelstunde vier starke Männer mit Mühe auf's Bett brachten. Erst 12 Uhr Nachts kehrte wieder Wärme in seinen Körper ein, dann ließ sich ein von den Aerzten für bedenklich erklärtes Röcheln vernehmen. In diesem ihm sein Bewußtsein nicht raubenden Zustande blieb er Freitag und Samstag. Am Abend des Letzteren wurde das Röcheln stärker; eine Lungenlähmung — nach der Aerzte Behauptung — trat ein und sein sanftes Auge brach! — Groß ist dieser Verlust für seine Freunde, seine Schule, seine Gemeinde, groß für die pädagogische Welt, noch größer für seine biedere Gattin, die ihre Trauer um den theuren Hingeschiedenen nur dadurch zu lindern strebt, daß sie ihren Sohn des unvergeßlichen Vaters würdig erzieht und in seinem Geiste eine sie jetzt nährende Erziehungsanstalt fortsetzt. Büdinger's Andenken wird stets zum Segen bleiben, denn: „wer den Besten seiner Zeit genug gcthan, der hat gelebt für alle Zeiten!" Abraham Friedländer. Preuße n. Neukirchen, im Juni. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde hat am Vorabend des Wochenfestes auf die herzlichste Weise ein seltenes Fest gefeiert, das 50jährige Dienstjubiläum des Synagogendieners Herrn Levin Bing er, der in diesem langen Zeitraum stets die Pflichten seines Amtes mit Treue und Hingebung wahrgenommen. Auch der Bürgermeister, die Ortsvorsteher und anderen christlichen Honoratioren nahmen an der Feier Theil, die mit Ueberreichung werthvoller Geschenke begann, und mit einem tüchtigen Balle endete. Magdeburg, im Juni. (Privatmitth.) Bei der jüngsten Anwesenheit unsers allrrgnädigsten Königs, welche so viele ungezwungene und patriotische Freudenbezeugungen hervorrief, hat die israelitische Gemeinde ihre ungeheuchelte Theilnahme durch Speisung der christlichen Armen und Invaliden kund gegeben, was allerorts eine sehr freundliche Wirkung hervorbrachte. Im Uebrigen nahmen die hiesigen israelitischen Bürger und Glaubensgenossen an allen sonstigen Festlichkeiten ihren angemessnen Theil, wie bei den Aufzügen der Gewerke die resp. Handwerker israelit. Konfession, bei den Fackelzügen .des Rettungsvereines und der Handelsbeflissenen ff., wie es ihrer, sehr würdigen Stellung an hiesigem Orte zukömmt. Berichte über den Stand des Knltns. Aus Mr., 24. Juni. Ich erlaube mir, hier den Eindruck wieder zu geben, den auf einer Reise nach Paris der Besuch einiger Synagogen in Bezug auf den Kultus machte. Ich beginne mit Düsseldorf, wo ich dem Abendgottesdienste im Omer beiwohnte. — Der lang verwaist gewesene Rabbinatssi'tz ist seit einigen Jahren durch Herrn vr. Rosenberg wieder besetzt. — Hätte man mich nicht auf die Würde des Mannes aufmerksam gemacht,'so würde ich nie einen Rabbinen in demselben vermuthet haben, da weder ein Bart die Partei des Stillstandes, welcher er angehören soll, noch Talar und Barett die des Fortschritt tes ankündigt. Herr R. welcher im Begriff war, der Nachfolger des Herrn Carlsburg in Crefeld zu werden,

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