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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-03 · Heft 27 (3.7.1841) · p. Seite 394

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 27 (3.7.1841)
Date
1841-07-03
Page
Seite 394 (sequence 14)
Language
German
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TTUW zug in seinem menschenfreundlichen Gemüthe bildete, so sehr er auch darnach trachtete, das Absondernde und Fremdartige, da wo es mit dem Wesen der Religion Ln keinerlei Verbindung steht, durch eine bessere Erziehung mehr und mehr abzustreifen. Das aber ist zuverlässig der Prüfstein jedes wahrhaft ehrwürdigen und Bestand * habenden religiösen oder weltlichen Partikularismus, daß er vereinbar ist mit dem Gesammt-Jnteresse der Menschheit und dem Geiste reiner Humanität, und kein deutlicheres Kennzeichen echter Religiosität möchte nachzuweisen sein als die innigste Verschmelzung des Allgemeinmenschlichen wirrem Göttlichen. Hiermit sei denn ganz unverholen das Gestandniß ausgesprochen, daß Diejenigen an uns keine Anhänger oder Mitarbeiter finden, die zur alten Jsolirung durch die Religion zurückführen möchten. Nach dieser Digreffion über unsern religiösen Standpunkt kehren wir zu tatsächlichen Angaben zurück. Folgendes sind die Lehrgegenstände, welche in den drei Schulklassen betrieben werden: Dritte Klasse: Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, Singen, Naturkunde, Formenlehre, Geographie, Denkübung, Deklamation, Deutsch, Hebräisch, Turnen. In der zweiten und ersten Klasse kommt hinzu: Geometrie, Algebra, Geschichte, Vatertandskunde, Deutsche Literatur, Latein (für die Fähigem), Griechisch (für die zu höhern Studien Bestimmten), Englisch (für künftige Geschäftsleute). Die gehörige Abgrenzung der einzelnen Pensa, die Feststellung der Lehrkurse und ihres stufenweisen Jneinandergreifens, so wie die Befolgung der geeignetsten Methoden und Einführung der zweckmäßigsten Hülfsmittel, das ist es, was — neben den erforderlichen disciplinarischen und häuslichen Anordnungen — vorzugsweise in den Lehrer-Konferenzen berathm und verabredet wird. Außerdem werden von den Lehrern Ausarbeitungen über wichtige Gegenstände der Erziehung und des Unterrichts für diese Versammlungen geliefert. Folgende Themata wurden in den beiden letzten Wintern bearbeitet: 1) Welche Disciplinarstrafen sind bei uns anwendbar? 2) Wie läßt sich am zweckmäßigsten auf die Nachzügler in einzelnen Lehrgegenständen einwirken? 3) Wie können die Arbeits- und Erholungsstunden durch zweckmäßige Inspektion am wohlthätigsten für Zöglinge und Schüler eingerichtet werden, ohne den inspicirenden Lehrer mehr als nöthig in Anspruch zu nehmen? 4) Welche Gemüthsstimmung ist dem Lehrer und Erzieher bei der Ausübung seines Berufes am wünschenswerthesten? und wie kann er sich dieselbe am besten erhalten? 5) Wann ist der in einer Erziehungsanstalt herrschende Geist.ein guter zu nennen? - 6) Wie können die bessern Knaben am zweckmäßigsten zur Aufrechtbaltung der Haus - und Schulordnung und zur Beförderung eines guten Geistes unter ihren Mitschülern benutzt und angeleitet werden? 7) Wie können wir am besten auf das Gemüts unserer Zöglinge und Schüler einwirken? Vielleicht dürfte es nicht unpassend sein. Denjenigen, die sich für den Geist und den Standpunkt des Instituts interessiren, in einer künftig zu veröffentlichen großem Schulschrift den einen oder den andern dieser Aufsätze mitzutheilen. Was die Scholaren anbetrifft, so ist ihre Zahl in diesem Augenblicke auf 80 gestiegen. Unter ihnen sind 20 Freizögtinge, 9 Pensionäre und 51 nichts in der Anstalt wohnende Schüler. Von diesen sind 41 Lutheraner, Einer Katholik und Einer resormirt. — Der unter dieser kleinen Schaar stets herrschende Geist jugendlicher Heiterkeit ist einige Male noch besonders erhöht worden durch die erwünschten Besuche der Herren Kuratoren aus Berlin. Die Anwesenheit dieser verehrten Söhne des verewigten Stifters erfüllt die Anstalt immer mit Lust und Festlichkeit, ist aber auch durch Beweise ihrer väterlichen Fürsorge und Förderung mancher zweckmäßigen Einrichtung, die ihrer Mitwirkung bedarf, von wesentlichem Nutzen. So hat uns Herr M. Jakobson bei seinem letzten Hiersein durch Besorgung eines neuen Abdruckes des wohlgetroffenen Porträts des seligen Stifters, wovon künftig jeder bessere Zögling bei seinem Abgänge ein Exemplar erhalten wird, ungemein erfreut und überdies durch eine auf seine Kosten eingeführte Verbesserung in der Bekleidung der Zöglinge, durch Schenkung einer Mineraliensammlung, einer Elektrisirmaschine u. dgt. m. seine Verdienste um das Institut vermehrt.

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