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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-26 · Heft 26 (26.6.1841) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 26 (26.6.1841)
Date
1841-06-26
Page
Seite 374 (sequence 6)
Language
German
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374 Herr wird ihm seine ausdauernde Arbeit lohnen. Wie verlautet, arbeitet er jetzt an einer Synagogenordnung, die so manche Mißbräuche abstellen soll, und wir dürfen hoffen, daß ste den vielseitigen Bedürfnissen entsprechen wird. Gewiß werden wir auch bei diesen uns seiner Umsicht zu erfreuen haben. — Seine tüchtigen und glänzenden talmud. Kenntnisse haben ihm übrigens die Achtung der alten Rabbinen verschafft, mit denen er darum im besten Vernehmen steht. Seine Stellung zu ihnen ist durchaus friedlich. — Als ein Zeichen, welcher Achtung der Jude hier ausnahmsweise sich erfreut, verdient erwähnt zu werden, daß bei Einführung der revid. Städteordnung 4 Juden (gegen das nat. Zahlenverhältniß) und darunter zwei mit absoluter Stimmenmehrheit zu Stadtverordneten erwählt worden sind. Oesterreich. Preßburg, 31. Mai. (Privatmitth.) Gottlob wir sind noch nicht aus der Art geschlagen, was auch Finsterlinge und Gegner der Reform sagen mögen, wir haben mit unserm Gefühl für Freiheit, durch unser Streben in der Reihe der übrigen Vaterlandssöhne einzutrcten unsere Stammestugenden nicht eingebüßt, als da sind: Liebe für den rechtmäßigen Herrscher und Wohlthätigkeitssinn. Einen neuen Beweis gab am heutigen Tage unsere Israel. Gemeinde. Es feierte nämlich heute unsere Stadt bei der Aufstellung einer Büste des höchftfeligen Kaisers Franz I., die derselbe ihr zur Belohnung ihrer Anhänglichkeit in den verhängnißvollen Jahren 1806 und 1809 geschenkt hatte, ein Nativnalfest. Auch die hiesige Israel. Gemeinde konnte diesen Tag nicht Vorbeigehen lassen, ohne ihre Gefühle der Liebe gegen den gütigen, allgemein geliebten Herrscher an den Tag zu legen; sie feierte ihn auf eine würdige Weise, auf eine Weise, die dem Andenken des Herrschers, der mit so vielem Recht Landesvater genannt wird, die geziemendste, und.seinem erlauchten regierenden Sohne die angenehmste sein mußte. Vormittags versammelte sich der Vorstand nebst den Zöglingen der hiesigen k. k. Israel. Nationalschule, ihren Lehrern und dem Herrn Rabbinen in der Synagoge, wo nebst den bezüglichen Psalmen vom Vorsänger das Hanoten Teschua, und von Herrn Bendiner, Lehrer der k. k. Israel. Nationalschule ein Gebet in deutscher Sprache vorgetragen wurde. Damit aber war unser Fest keineswegs zu Ende, wir haben noch nicht vergessen, daß unser Lehrer Moses uns befohlen, bei unfern Freuden der Armen zu gedenken. Daher verfügte sich Nachmittags der löbl. Vorstand nebst mehreren angesehenen Gemeindegliedern, den Zöglingen der k. Israel. Primärhauptschule, deren Lehrern und Inspektoren in den hochsürstlich Palfischen Garten. An einer wohlbesetzten Tafel wurden hier I25Arme Christlicher Religion mit Speise und Wein reichlich bewirthet, wobei die Vorsteher und mehrere der angesehensten Glieder der Gemeinde aufwarteten. Ein Orchester führte während des Mahles verschiedene Musikstücke aus. Seine Hochwürden, der Herr Abt, Domherr und Stadtpfarrer I. von Kremlicska, die löbliche Komitatsbehörde, der löbliche Stadtmagistrat und das Herrschaftliche Gerichtspersonal beehrten mit ihrer Anwesenheit das Mahl, um das sich ein Kranz schöner Frauen schlang. Gegen dessen Ende trat Herr M. Bendiner an das obere Ende der Tafel, wo unter einem Baldachin das Bild Seiner Majestät des jetzt regierenden Kaisers prangte, und setzte in einfachen klaren Worten den Zweck und die Ursache des Festes auseinander, worauf von den Zöglingen der k. Israel. Primärhauptschule das Volkslied Gott erhöre rc. unter Begleitung des Orchesters abgesungen, und von Herrn Bendiner Toaste auf das Wohl I. I. M. M. des Kaisers und der Kaiserin, S. K. H. des Reichspalatin, der Herrschaft Palst, der Komitats- und Stadtobrigkeit und der Studienbehörde ausgebracht wurden. Herr von Adriansky, Präses des Herrschaftsgerichtes, hielt sodann eine kurze aber nachdrückliche Rede, worin er den Fortschritt der Gemeinde lobte, und daran erinnerte, daß das Fest einem Kaiser gelte, der seine Liebe allen Unterthanen ohne Unterschied der Religion vermacht. Schade, daß unser geistliches Oberhaupt durch Amtspflichten abgehalten wurde, dem Feste beizuwohnen, und ihm so gleichsam eine religiöse Weihe zu geben. Während ich dieses schreibe, sehe ich von meinem Fenster aus die Greise und Krüppel den Garten gesättigt, und noch überdies mit einem Geldgeschenke versehen, heiter und freudig verlassen, und ihr dankbares Gemüth wird Segen auf den allgeliebten Herrscher und die Geber herabflehen*). °) Es kommen uns fortwährend anonyme Korce-

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