Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1841)
- Date
- 1841-06-12
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
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347 erweist, daß auch die Erstlinge, die deir Ertrag der Ernte vorstellten, so gewoben und gehoben wurden. Daß diese dadurch insonders geheiligten Stücke dann dem Priester als Vermittler dieser Weihe und Anerken'ntniß gehörten, liegt in der Sache. Das übrige wurde zu heiliger Opfermahlzeit des Darbringenden mit den Seinen verwandt, um den Genuß des vor Gott Geweiheten darzustellen. An die Mahlzeit knüpft aber der Orientale den Begriff des abgeschlossenen Bundes, in welchem die Ausgleichung vollendet ist (vgl. I Mos. 20, 30. 31, 54.), und somit befindet sich nun der Darbringende vermittelst seiner ‘nbv>, den empfangenen Wohlthaten gegenüber, im Zustande der Ausgleichung mit Gott. — Der trabui sind aber drei Arten, die allgemeinere fron mt lheils im Allgemeinen für den ungestörten Genuß des Lebens, theils speziell in besonderen Glücksfällen, die ganz Israel oder, den Einzelnen betrafen; Tis Gelübde, namentlich nach glücklich überstandenen Gefahren (s. Ps. 66, 13. 14.); endlich finni freiwillige Gabe, aus der inner» Regung des Herzens (vgl. 2 Mos. 35, 27. 36 , 2. 3. 5 Mos. 16, 10.) — Zu den Ganzopfern und mußte in bestimmten Maßen ein Opfer aus Begetabilien, Speis¬ und Trankopfer, treten. Diese dienten allerdings nur zur Vervollständigung des Opfers. Indem nämlich das Opfermatrrial den materiellen Zustand des Menschen zeichnen sollte, ans welchem er, wie durch die Offenbarungsreligion überhaupt, so durch das Opfer symbolisch losgelöst und zum Göttlichen hinangehoben werden sollte, mußten auch die Repräsentanten der vegetabilischen Besitzthümer (Mehl, Oel, Wein ff.) dem Opfer zugesillt werden. Gerade weil aber Sünd - und Schuldopfer es speziell nur mit dem Nefesch, also der rein animalischen Natur, zu thun hatte, mußte die vegetabilische Zugabe bei diesen fehlen. Und indem das Opfer seinem eigentlichen I Inhalte nach, nur das Aufgehen des materiellen Lebens in das Unsichtbare forderte, konnte von der vegetabilischen Zuthat nur eine Handvoll mit in Feuer aufgehen, als Repräsentant des Ganzen, welches dem Priester verblieb. — — So stellt sich uns der mosaische Opferkultus als ein integrirendrr Theil! der ganzen Offenbarung hin. Wurzelnd auf der | Anschauung des damaligen Menschen und den Bej dingnifsen seiner Gottesverehrung, wird er zu der j äußern Darstellung des Inhalts der Offenbarung: > die Vermittelung des Menschen zu Gott. Das heilige Zelt ist die Offenbarungsstätte Gottes, der Altar die Vermittelungsstätte des Menschen, der Priester die Ausführung des göttlichen Rechts, das Opfer die Heiligung des Menschen. Heiligthum, Priester, Altar und Opfer bilden so ein einiges, konsequentes Ganze, dessen Inhalt und Zweck: die Heiligung, die Heranführung des Menschen zu Gott ist. Werfen wir, dieser erhabenen Institution gegenüber, einen Blick auf die Opferungen der andern Völker, so fallen uns die Zusammenhangslosigkeit, der Mangel an einiger Idee, der Aberglauben und Zrrthum bald in die Augen, welche diese charakterisiren. Der maßlosen Verschiedenartigkeit der heidnischen Opfer in Material und Form steht die Einfachheit der vier Thierarten und vier Opferformen des mosaischen Kultus gegenüber; den unzähligen Allegorien, wie sie namentlich in den asiatischen Opfern erkünstelt waren, die einfache, göttliche Idee des mosaischen Kultus; Menschenopfer, die in Vorderasien eine so große Rolle spielen, sind ihm ein Gräuel; die Weissagungen aus den Eingeweide» der Opferthiere, wie von Hinterindien bis nach Rom es insonders die Leber war, aus der man den Willen der Gottheit zu erfahren glaubte, in jeder Beziehung entfernt, von allem, was an das Magische streifte, keine Spur. Nichts sollte das Opfer sein, als das äußere Mittel, den Menschen zu Gott zu führen, und in ihm das Bewußtsein der Heiligung zu wekken und zu nähern.- Correspondenzeu. Aus Baiern, Mai. Ueber bie religiösen und bürgerlichen Verhältnisse der baierfchen Israeliten. (Fortsetzung.) | Fragen wir nach dem Stand und der Leistung der j Religionsschulen, so können wir im Allgemeinen mit j Berücksichtigung der kurzen Zeit, seit welcher dieses Zn-! stitut ins Leben gerufen ist, uns nur lobend und belfäl-