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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-12 · Heft 24 (12.6.1841) · p. Seite 345

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 24 (12.6.1841)
Date
1841-06-12
Page
Seite 345 (sequence 9)
Language
German
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345 2. Schlängelt nur zusammen, Genil, Du, und Darro, Wie zwei Silbcrflammen Eure Silbecwellen. Aus den Felsenhallen Der Sierr' »vvada Laßt sie rauschend fallen Zn der Vega Matten. Rauschen durch Cypressen, Hauchend Wohlgerüche — Höher und vermessen Prunkt die Dattelpalme; Doch mit Myrth' und Rosen, Schlank emporgestiegen, Will der West nur kosen Bei der Sterne Schimmer. 3. Ueber der Fluren sammetnen Teppich Fliege mein Blick! Wo die Rebengebünde und Haine Steigen die Hügel hinauf und zurück, Wo die Orange und die Granate Schimmern durch's Grün, Wo die Mandelbaume und Silbererlen Brüderlich sich die Arme durchzieh'»! Ueber di« Matten gipfeln die Berge Formenreich, Ueber die Berge steigen die Gletscher Eisesbleich, Ueber die Gletscher legt sich der Aether Rein und blau: Und das trunkne Auge schwingt sich Ueber den paradiesischen Gau. 4. Thürme steigen in die Höhe Schlank und frei. Daß der Spitzen goldner Funke Wie ein Stern des Himmels sei. Durch das Dickicht neckt die nahe, Weiße Stadt, Die Alhambra, die sich rothgelb Auf den Fels gelagert hat. Hast den reichsten Rosenmantel Dir gewebt,, Der die weißen, üpp'gen Glieder Wie mit Morgenroth umschwebt. Süße Blum' an Spaniens Busen, Graneda, Wer nur Deinen Duft gekostet. Fühlt des Himmels Reiz sich nah. 5. Reichet mir den Kelch der Lethe, Daß ich Alles jetzt vergesse, Daß, was ist und was gewesen, Beides mir das Herz nicht presst. Daß die Tafel der Erinnrung Mit der Liebe Schwamm gereinet, Und des Augenblickes Füllung Alle Gluth des Herzens einet. Ew'ger Frühling! der vom Himmel Leis' an Gletscher, Fels und Hügel Nicdergleitet auf die Fluren Mit dem Blüthcnschwanenstügel, Wie Du Rasen legst auf Gräber, Maien über Schlachtgefilde: Schüttle mir auf tiefe Wunden Deine Rosenblakter milde! Aber ach! der Geister Drängen Läßt dem Schauer sich nicht bannen Wer geschaut in ihre Tiefen, Drängt sie niemals sich von dannen Klammern eisern sich an's Leben, Steigen mit ihm auf und nieder, Kehrt der Frühling uns zurück«, Kehren sie auch mit ihm wieder! 6. Sag', was dort im Mondesstrahle Einsam leuchtend niederblinkt, Auf der Berge letzter Höhe Wie verlorner Demant winkt? 24°

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