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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-05 · Heft 23 (5.6.1841) · p. Seite 335

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 23 (5.6.1841)
Date
1841-06-05
Page
Seite 335 (sequence 15)
Language
German
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335 sichtb>ar-Göttliche durch die Läuterung, und insofern das Opferthier integrirender Stellvertreter des Menschen ist, stellt es sein eigen Ich dar, das aus dem körperlich-befangenen Zustand nach der Vergöttlichung in der Heiligung strebt. Da nun aber der Offenbarungsgott durch die Offenbarung nichts anders bezweckte, als den Menschen zur Vergöttlichung in der Heiligung zu bringen, so kann er dieses Streben des Menschen zu dieser hinauf nur wohlgefällig aufnehmen, d. h. die Vergöttlichung des Menschen als solche und als vollgültig annehmen. — Die allgemeine Idee des Opfers ist also durchaus nicht einfach, sondern, indem sie aus diesen drei Momenten besteht, kann sie nur als Komplex dieser drei resultiren. Zuerst wird ein Repräsentant des äußerlichen Besitzthums (eines der Hausthiere) zu einem integrirenden Theil des menschlichen Selbst erhoben, und als solcher hingegeben; alsdann! vermittelst des Nefesch desselben der Nefesch des Menschen von aller die Heiligung hindernden Sündhaftigkeit befreit; dann erst in der Verflüchtigung der materiellen Theile in aufwirbelnden Rauchwolken die Annäherung, die Erhebung, die Vergöttlichung des Menschen symbolisch bewirkt. Aus diesen geht die Bedeutung des Opfers hervor: Die Annäherung des im Materiellen befangene« Menschen an Gott zu vermitteln, durch Loslösung des Menschen aus dem materiellen Zustande und Erhebung in das Geistige j und Göttliche. Und da dies auf sittlichem und! intellektuellem Boden der Zweck der Offenbarung! überhaupt ist: so sehen wir nun den Opferdienst völ-; lig von der Idee der Offenbarung durchdrungen, wie j wir es in der Erörterung a priori vorgezeichnet hatj len. Die Bedeutung des ganzen mosaischen Jultus! erscheint demnach als ein völlig einiger: die Wer-! bindung zwischen Mensch und Gott, von ber-1 einen Seite als Offenbarung: die Annäherung Got-! tes zum Menschen, von der andern als Heiligung:! die Erhebung des Menschen zu Gott.-— Aus dieser Darstellung wird auch klar geworden sein, daß keine dieser Handlungen irgend einem Opfer fehlen durfte, um es als solches kräftig zu machen, bei jedem muß Händeauflegen, Sprengen des Blutes, Verbrennen stattsinden, aber in der Spezialität des! Opfers wird eines oder das andere stärker hervortre- I ten müssen. Die erste Gattung ist ttbv, wo das Verbrennen das Hauptmoment ist, indem das ganze Opfrrthier verbrannt, die Haut dem Priester gegeben wird. Seine Bedeutung ist demnächst insonders: die Vermittelung der Erhebung zu Gott, die Heiligung in Gott durch Vergöttlichung, die Verbindung mit Gott, weshalb ihm vor allem das Prädikat 'n Tir-i^ gegeben wird. Es ist so recht das Normalopfer, daher es einen Lheils ganz verbrannt wurde, ferner als Opfer des ganzen Jsrael's auf dem Altar nie zu verbrennen aufhören durfte, indem die Verbindung Jsrael's mit Gott eine ununterbrochene sein muß, andren Theils bei keinem Opfer fehlen durfte, indem jede Opferspezialität immer wieder in diese Opferallgemeinheit aufgehen muß. Bei den übrigen Gattungen aber tritt die unmittelbare Erhebung zu Gott zurück, indem dieses allerhöchste Moment wegen des Vorhandenseins andrer nvthwendigen Momente noch nicht vollständig angestrebt werden köllnte, weshalb bei ihnen nur die Fettstücke verbrannt wurden. Das Fett (denn die Nieren, wie der Fettschwanz der Schafe, kamen nur ihrer besondern Fetthastigkeit wegen dazu) ist, wie der Kopf der Repräsentant des ganzen Lebens des Elfteres (s. oben), der Repräsentant der materiellen Eheste an sich, denn es ist dem Orientalen homonym mit dem Besten, (die besten Produkte das Fett der Erde 1. M. 45, 18. das Fett der Helden die besten Nicht. 3, 2si. Jesch. 10, 16. Ps. 78, 81. die Fetten sind die Vornehmen, Reichen Ps. 22 , 30.), es ist der intensivste Stoff. Für das Ganze wird also das beste, intensivste verbrannt. Die zweite Gattung ist nun , Sündopftr. Bei dieser ist daher das Sprengen des Blutes die Hauptsache, welches eine spezielle Sünde, die am Heiligthum selbst begangen worden, haben soll, weil dadurch Ehäter und Heiligthum aus der Verbindung mit Gott getreten, dieses Hinderniß daher erst wieder gehoben sein muß, bevor die Erhebung zu Gott wieder vollständig geschehen kann. Aus diesem Grunde konnte an diesem Opfer keine vollständige Verbrennung stattsinden. War die Sünde vom Hohenpriester oder der ganzen Gemeinde Jsrael's begangen, so war das ganze Heiligthum daran betheiligt, und in seinem Zwecke der Vermittelung zwischen Gott und Israel gestört, und darum mußte das Blut an den die Sühnplatte bedeckenden Vorhang und an die Hörner des Räucheraltars kommen, wo-

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