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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-05 · Heft 23 (5.6.1841) · p. Seite 334

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 23 (5.6.1841)
Date
1841-06-05
Page
Seite 334 (sequence 14)
Language
German
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Religion das einzige bürgerliche Gesetz ist, wie es bei den Mubamedanern der Fall war, wie es immer in der Kindheit der Nationen Statt gefunden hat. Vergehens würde man sagen, daß sie 'nur deßwegen verächtlich sind, weil sie bedrückt werden. In Polen, wo sie nöthig sind, um die geschäftstreibende Classe der Gesellschaft zu ersetzen, wo sie geachtet (?) und mächtig sind, sind sie nicht weniger verächtlich, unreinlich und geneigt zu Geschäften der niedrigsten Unredlichkeit. Manche würden ohne Zweifel Vorschlägen, sich darauf zu beschränken, Verbesserungen in ihre Gesetzgebung einzuführen, aber das wäre nicht hinreichend: das Gute geschieht langsam und eine Menge schlechten Blutes verbessert sich nur mit der Zeit. Jndeß leiden die Völker: sie rufen und es muß ihnen der Herrscher zu Hülfe kommen. Man muß sich gleichmäßig zweier Mittel bedienen, das eine ist, dem Feuer Einhalt zu thun, das andere,, es zu löschen. Daher die Nothwendigkeit, zu gleicher Zeit das große Sanhedrin, die allgemeine Versammlung der Juden, die reglementarischen Anordnungen, welche im Staatsrathe berathen werden, anzuwenden. Das große Sanhedrin hat die Wünsche und Meij nungen aller Aufgeklärten unter den Juden in Europa für sich. Mit dieser Stütze hat es die Macht, diejenigen Gesetze Mosis, welche zu streng sind und sich nur zur Lage der Juden in Palästina paffen, zu unterdrücken. (So weit das Manuskript, das Nagelnäu's Ansichten im weitesten Umfange giebt. In der nächsten Zeit werden wir eine Beurtheilung dieser Dokumente heranbringen. Red^) Theologie. Der mosaische Opferkultns, darqe-! stellt iu uiiserm Vibelwerke. (Forrsetzung.) Soll nun eine Annäherung des Menschen aus seiner sündhaften Materialität heraus an Gott stattfinden, so muß zuvor die hindernde Sünde entfernt, nach hebr. Sprachgebrauch verdeckt (nv2) werden. Dies geschieht durch das Bringen des Blutes an die Heiligthümer. Indem nämlich nach 17,11. im.Blute der Nefesch, der Nefesch aber der Boden der Sünde ist, an welchem er haftet, so wird der Nefesch des Opferthieres, der zum integrirenden Stellvertreter des menschl. Nefesch geworden, an die beiden Altäre oder die Sühnplatte (resp. den diese bedeckenden Vorhang) gebracht, durch welche Handlung die Sünde verdeckt, entfernt wird. Denn da der Altar die Vermittelüngsstätte der Menschen mit Gott, die Sühnplatte die Offcnbarungsstätte Gottes an den Menschen ist: so wird Alles, was sie berührt, geheiligt, das ist eben der Verunreinigung der Sünde baar. 2. M. 29, 37. 30, 29. So wie also der Nefesch im Blute den Altar berührt, so wird der Nefesch des Menschen geheilgt, seine Sünde entfernt,, zur Annäherung an Gott geeignet gemacht. 3) Das Verbrennen des Thieres oder seiner Feltstücke. Den Zweck dieser Handlung giebt das h. Wort dadurch näher zu erkennen, weil es dies Verbrennen auf dem Altar nie mit dem Ausdruck in« bezeichnet, sondern stets mit mapn „in Rauch aufgehen lassen," so daß konstant im Gegensatz nur von dem, was als Uebriggebliebenes, und was außerhalb des Lagers verbrannt wurde, m« gesagt wird, 2. Mos. 12, 10. 20, 14. 34. 3. M. 4, 12. 21. 6, 23, 7, 7. 8, 17. 32. 9, 6. 11. 13, 55. 16, 27. 28. 4. M. 19, 5. u. a. O. Es geht hieraus hervor, daß das Verbrennen' nicht das Vernichten des Opferthieres, sondern seine Auflösung in Rauch bewirken soll. Dieses „in Rauch aufgehen lassen" des Opferthieres' wird mun weiter konstant als mmi rm bezeichnet. Daß dies den materiellen Geruch nicht bezeichnen solle, leuchtet schon daraus ein, daß verbranntes Fleisch, Fett, Knochen, Mehl gewiß keinen guten Geruch geben, und daß dieser Ausdruck vom h. Räucherwerk gerade nicht gebraucht wird 2. M. 30, 7. 34. mm hat eigentlich den Begriff der Ruhe (rm), dann Annehmlichkeit, so daß nirno rnn der angenehme Geruch, wohlgefällige Geruch, was also bei Gott Wohlgefallen erweckt, ist,! wozu tm sehr angemessen, da rrn auch das Ansehen, in welchem Jemand steht, bezeichnet, vgl. 2. M. 5, 21. Indem also das Opferthier in Rauch aufgeht, und als Rauchwolke in die Höhe steigt, ist es das Symbol für den Uebergang und das Aufgehen des Sichtlich-Irdischen in das Un-

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