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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-29 · Heft 22 (29.5.1841) · p. Seite 312

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 22 (29.5.1841)
Date
1841-05-29
Page
Seite 312 (sequence 8)
Language
German
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312 gionslehrers und Predigers. Es heißt unter anderm darin wörtlich: „Gleich nach Ostern erhielten unsere Schulen „auch dadurch einen besondern Zuwachs, daß die „bisher hier bestandene Jsraelitenschule aufgelöst und „die in der derselben unterrichteten Kinder, nach „Maßgabe ihrer Kenntnisse und mit Rücksicht auf „die Lebensweise, für welche sie bestimmt waren, den „verschiedenen Klassen unserer Schulanftalten zuge- „theilt wurden. Der bisherige Lehrer dieser Kinder, „Philipp Heidenheim aus Bleicherode gebürtig, über- „nahm dies Lehramt 1834 und bekleidete zugleich „seit 1837 auch das Predigtamt bei der israelitischen „Gemeinde; und da er sich in beiden Beziehungen „als einen tüchtigen und brauchbaren Mann aus- „wies, so wurde er, nach Auflösung seiner Schule, „als Lehrer bei unserer Realschule angestellt, für „welche er ebenfalls mit lobenswerthem Eifer und „gutem Erfolge wirkt. Uebrigens fährt er fort, das „Predigtamt den Israeliten und den Religionsunter- „richt ihrer Kinder zu besorgen.". Gebührt den Männern, die sich um die Realisirung und das wahrhafte Gedeihen dieses, eines edlen Fürsten würdigen Planes, hochverdient gemacht haben nicht nur unser inniger Dank, sondern wol auch die rühmlichste Anerkennung von allen Theilnehmenden unsrer Glaubensgenossen, so ist es vor vielen Ehrenmännern insbesondere der fürstl. Schuldirektor Hölzer, Mensch und Pädagog im besten Sinne des Wortes. Mit aufopfernder, unermüdlicher Sorgfalt widmete er sich dieser auch ihm heiligen Sache und fährt unablässig fort, durch Beispiel und Wort auf die ihm so zahlreich anvertraute, ihm ganz ergebene Jugend und auf seine ihn hochverehrenden Lehrer heil- und segenbringend einzuwirken. Gleiches Lob verdient der fürstl. Direktor des Gymnasiums, Gerber, der sich mit echt deutscher Biederkeit und ungeschminkter Menschenliebe diesen edlen Bestrebungen anschloß und fortdauernd dafür thätig ist. Der Oberkonsistorialrath und Hofprediger I)r. Schneemann, der Chef des Konsistoriums für Schul- und Kirchenangelegenheiten, dem erst vor einigen Monaten dieser wichtige Posten übertragen wurde, der sich aber schon in dieser kurzen Zeit das volle Vertrauen seines Fürsten und des ganzen Landes erwarb, hat auch unserer bereits mit seinen trefflichen Maßregeln gedacht; er interessirt sich im höchsten Grade für unsere Angelegenheiten und hat uns bei zu unternehmenden Reformen in unfern religiösen Verhältnissen den hohen Schutz des Konsistoriums zugesichert. Vielleicht ist es mir vergönnt, recht bald etwas Näheres hierüber mitzutheilew. — Nicht unerwähnt darf endlich ein Mann gelassen werden, der uns seit einer langen Reihe von Jahren mit gleichbleibendem Eifer und mit all seinem hohen Einflüsse am Throne unseres Fürsten vertrat, ein Mann, dessen Namen auch in diesen Blättern schon oft rühmlichst gedacht wurde, der Geheimerath und Chefpräsi'dent von Ziegler, der leider zum allgemeinen Bedauern wegen Kränklichkeit und herangenahten Alters vor einiger Zeit aus dem Staatsdienste trat. Möge ihm nun die Ruhe werden, die er so oft dem allgemeinen Besten aufgeopfert hatte! Vor allem aber ist es unser erhabener Landesvater, — der uns wiederholt mit glänzenden Beweisen seiner großen Huld begnadigt, dessen edler Geist seine treuen Diener durchdringt, — dem wir unfern wärmsten Dank zu weihen schuldig sind. Es war am ersten Pesachmorgen (am 6. April), als uns abermals das hohe Glück zu Theil wurde, unfern edlen Fürsten, umgeben von den treuen Räthen seines Kabinettes und des Konsistoriums, wovon ich unter andern nur Sr. Ercellenz den Herrn Geheimerath von Kauffberg, den Hrn. Kabinettsrath Busch, den Herrn Oberkonsistorialrath Dr. Schneemann, den Herrn Direktor Hölzer u. s. w. namhaft mache, in unserm Gotteshause feierlichst zu begrüßen. Ein erhebender, vierstimmiger Gesang aus dem hier eingeführten Hamburger Gesangbuche und eine dem Tage angemessene Predigt über Josua 3, 5. erhöhten die seltene Feier. Fast eine Stunde verweilte der erhabene Gast und bedachte sogar bei seinem Austritte unsere Wohlthätigkeitsbüchse mit einer wahrhaft fürstl. Spende. Auf solche Weise hat wol keine zweite israelitische Gemeinde das Fest der Freiheit begangen! Welch beglückender Gegensatz gegen die schändliche Verläumdungen, die gerade dieses Fest j so oft hervorgerufen hat! Möge bald die große Erlösungsstunde schlagen allen Bedrängten in Israel, deren es noch so viele giebt. Möge das hohe Beispiel unseres Fürsten dazu beitragen, den Geist gegenseitiger Liebe und wahrer Menschenachtung über ganz Deutschland auszubreiten. Der Erhabene hat dann gewiß seinen schönsten Lohn gefunden. Heil

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