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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-29 · Heft 22 (29.5.1841) · p. Seite 309

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 22 (29.5.1841)
Date
1841-05-29
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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309 lade getragen, während das Chor den 29sten Psalm ebenfalls hebräisch sang. Hierauf wurden von einzelnen Mitgliedern verschiedene, freiwillige Gaben gespendet zum Besten der Gemeinde und des Tempels, und der Geistliche kehrte nach dem Lesepult zurück, während das Chor eine von Herrn I. C. Levy gedichtete englische Hymne sang, in welcher jeder Vers mit dem Worte Dana sich endigt. Der Geistliche hielt hierauf eine Rede, welche nicht nur sehr paffend war für das Fest, sondern sich auch noch durch außerordentliche Gelehrsamkeit auszeichnete; diese Rede war voll freimüthiger Gedanken, edler Gefühle, worin alle Menschen als Kinder eines Vaters bezeichnet wurden. Die verschiedenen Theile der Rede waren so anziehend, daß ein volles Auditorium von Anfang bis zu Ende dadurch gefesselt ward. Namentlich sprach er von den Verthcidigungsgründen tzr^Neligion, gestützt auf das mündliche und schriftliche Gesetz, über die Wiedereinführung der Instrumentalmusik, als ein Hülfsmittel zur Verehrung Gottes, und vertheidigte mit gleichem'Erfolg, den eingesührten Gebrauch, einige Gebete in der dem Volke verständlichen und nicht in einer, fast ihnen allen unverständlichen Sprache zu verrichten. Seine Anspielung auf die edle und unerschrockene Einmischung des Sir Moses Montesiore, die unterdrückten und verfolgten Juden in Damaskus betreffend, zollte diesem Helden der Humanität und wahren Kämpfer für die Menschheit den gebührenden Tribut; er sprach: sein Name wird auf die Nachwelt herabsteigen, bekränzt mit dem Segen der befreieten Juden, gekrönt mit den Ehren eines Wohlthäters seines Geschlechts. Da das Volk Israel sich in diesem Lande gleicher Rechte, der vollkommensten bürgerlichen und restgiösen Freiheit erfreut, sprach er sich mit einem heiligen und edlen Feuer darüber aus, und sagte: „diese Synagoge ist unser Tempel, diese Stadt unser Jerusalem, dieses glückliche Land unser Palästina, und so wie unsere Väter mit ihrem Leben jenen Tempel, jene Stadt, jenes Land vertheidigten, so werden ihre Söhne diesen Tempel, diese Stadt, dieses Land vertheidigen, bis der letzte Tropfen unseres Blutes für unsere Religion und unser Land vergossen ist. Er schloß, indem er! für diese Stadt den Segen erflehete, und sagte: „Friede möge in ihren Mauern und Glück in ihren Häusern sein." Der Einweihungsfeier folgte eine englische Hymne von Herrn Columbus Messe, und dann sing der Sabbat-Abendgottesdienst an, und schloß die Feier des Tages. Die ganze Feier befriedigte alle Anwesende, und flößte ihnen Achtung und Zuneigung für ihre, hebräischen Brüder ein." Frankreich« Paris, 10. Mai. Man wird sich aus vorigem Jahre der Angelegenheit des Herrn Wormser erinnern, der, französischer Bürger und Wähler, aus Dresden verwiesen worden, weil er als Israelit nicht das Recht habe, daselbst zu verweilen. Das ssourua! «los Oödats vom 8ten enthält einen sehr heftigen Artikel gegen Sachsen hierüber, und zeigt an, daß der Gegenstand am 8ten in der Deputirtenkammer zur Sprache kommen werde; allein an diesem Tage befand sich gerade die Kammer nicht in genügender Anzahl versammelt. Die nächsten Blätter werden uns das Nähere bringen. Die Franzosen sehen es als eine Verletzung des internationalen Rechts an, indem es der sächsischen Regierung nicht zustehe, Personen, welche französische Bürger sind, solange sie nichts Ungesetzliches sich haben zu Schulden kommen lassen, in ihren Rechten zu kränken, und die Qualifikation derselben einer Prüfung nach eigenen Grundsätzen unterwerfen zu wollen. Sächsische Blätter finden diese Heftigkeit ungerecht — sie können sich wahrscheinlich in die Gefühle eines Menschen nicht versetzen, der landesverwiesen wird, ohne das geringste Vergehen begangen zu haben, nur eines Glaubens halber, der Millionen Menschen gesittigt hatte, als die alten Sassen noch Pferde - und Menschenopfer brachten! Rußland und Polen. Von der polnischen Gränze, im April (Privatmitth.) In No. 37 der Allg. Zeit. d. Jud. v. I. sind in dem Artikel über Polen auch einige Notizen nicht eben erfreulicher Art über Kalisch getheilt, und es dürste daher Allen, die an den M-

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