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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-29 · Heft 22 (29.5.1841) · p. Seite 307

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 22 (29.5.1841)
Date
1841-05-29
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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307 fen. Er sprach das Vertrauen aus, daß unter der milden und väterlichen Negierung des Sultans Abdul-Meschid die jüdische Gemeinde nicht allein ihre gegenwärtige vortheilhafte Stellung sich erhalten, sondern noch an Wichtigkeit und Achtung als eine unentbehrliche Stütze der kaiserlichen Macht wachsen würde; und schloß mit folgenden Worten: „Ich glaube, meine Freunde, daß ich für mein „Vaterland die erste Stelle in Ihrer Dankbarkeit i „ansprechen kann. In der Stunde Ihres tiefsten „Mißgeschickes, eilte England Ihnen den Schutz „seines ruhmvollen und triumphirenden Schildes „zu gewähren. Andere Mächte, ohne Zweifel, „legten ein grvßmüthiges Mitgefühl zu ihrer Hülfe „dar; aber in England fand Ihr Mißgeschick und „Ihre Leiden ein Echo, und erweckte eine Volks-! „bewegung des Gefühls, welche die feindliche! „Bosheit, die Sie unterdrückte, zu Erde warf,! „und Sie aus den Händen Ihrer grausamen Veri „folger riß. England hat sich selbst als Ihre j „wahrhafte Stütze, Ihren ausdauernden Vertheii „diger und Freund bewiesen. Mag diese glückj „liche Begegnung angesehen werden, als * „ein Pfand der Freundschaft und einer „solchen Verbindung und Allianz zwi- „schen der englischen und jüdischen 31«-. „tion, wie sie beiden gleich ehrenvoll und „vortheilhaft sein muß. Ja, meine Freunde, „hier wohnte einst ein jüdisches Volk, be- „rühmt in Künsten und gefürchtet im „Kriege. Diese reizenden Ebenen und „Thäler, auf welchen jetzt der wilde und „wandernde Araber zeltet, auf welche die „Verwüstung ihren ehernen Fuß gedrückt, „wucherten einst in der Ueppigkeit ihrer „fruchtbaren Erndten, und ertönten von „den Gesängen der Töchter Zion's. Mag „die Stunde vonJsrael's Befreiung nahe „sein! (Hier wurde der Sprecher unterbrochen „von dem Rufe: Jnchallah! Jnchallah! Gott be- „willige es! auf England allein schauen wir!) „Mag die Annäherung der westlichen Ci- „vilisation in dieses heilige Land die „Morgenröthe seiner Wiedergeburt und „seines politischen Daseins sein! Mag „die jüdische Nation einst mehr ihren „Rang und ihre Stellung unter den „Machten der Welt tit Anspruch neh- , „men! Die Abkömmlinge der Makka- „bäer mögen sich bald selbst würdig ih- „rer berühmten Ahnen zeigen!" — Nach einigen andern Bemerkungen schloß der! Kolonel, und die ganze Gesellschaft brach auf, von! der erfahrnen Bewirthung höchlichst ergötzt. Dieses Ereigniß hat in Damaskus das größte Aufsehn erregt, und die Engländer wurden überall mit besonderen Zeichen der Achtung von allen Parteien empfangen. — Diese Korrespondenz beweist, außer dem Erfreulichen ihres Inhalts wol hinlänglich, aus welchen Quellen die französischen und deutschen Blätter ihre Berichte -gezogen haben.. Aber merkwürdig — haben die Redaktionen derselben denn gar kein Gefühl für Wahrheit, gar keine Scheu vor der Lüge! Ist der letzte Funken von Gerechtigkeit und Gerechtigkeitsliebe in ihnen erloschen! Gewiß hätte der Stab des General Jochmus, hätten die kaiserl. österreichischen und königl. englischen Offizieren nie ein Mahl bei Leuten eingenommen, welche sich gegen ihre Glaubensgenossen so eben erhoben hatten. Doch genug — denn der Vorwurf hilft da noch weniger, wo die eigene Scham nicht zurückhält. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Charlestown, 16. März. (Privatmitth.) Ich! glaube, Ihnen die Feier der Einweihung unsrer,! nach dem Brande von 1838 neu erbauten Synaj goge nicht füglicher, als mit den Worten des Illmr-; lest. Ooiirr. beschreiben zu können, weil Sie zugleich : daraus die Stimmung ersehen können, die jene herri liche Feier bei unseren Mitbürgern erweckt hat. Es; heißt daselbst. „Da die Einweihung der neuen Synagoge „Bet Etohiin oder Gotteshaus," welche hier ' gestern Statt fand, durch eine Anzahl unserer Mitbürger mit Sehnsucht erwartet worden, glauben wir, j daß es unfern Lesern angenehm sein wird, wenn wir ihnen von dieser eben so interessanten als imposanten Cercmonie eine nähere Beschreibung liefern. Wir sind überzeugt, man wird es nicht zwecklos halten, hier zu bemerken, daß es eine freudige Erfahrung ist, wie sehr die wichtigen Ereignisse des letzten Jahres im Orient beitrugen, daß die christlichen

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