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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-15 · Heft 20 (15.5.1841) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 20 (15.5.1841)
Date
1841-05-15
Page
Seite 284 (sequence 12)
Language
German
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284 schildert, unter denen Juden keinen bleibenden Wohnsitz haben, sondern nur, freundlich ausgenommen, des Handels wegen, bei ihnen einkehrten. Neu-Thour beschreibt B. als eine herrliche Stadt, wo auch 400 Juden wohnten, welche Schiffseigner und Glasfabrikanten waren. So gelangte er nach Acre, der Gränzstadt Palästinas, wo 200 Juden wohnten, und betrat das heilige Land. Am Karmel findet er alte jüdische Gräber, und nahe an der Spitze die Höhle des Propheten Elias. In Caesarea wohnten nur 10 Juden, aber zweihundert Samaritaner, in NablouS gar keine Juden, aber 100 Samaritaner, von denen er Folgendes berichtete. Sie beobachten allein das mosaische Gesetz, und haben Priester, die von Ahron abstammen, und die sie Ahronim nennen. Diese verheirathen sich nur untereinander. Am Peßack und an Feiertagen bringen sie Opfer dar auf dem Altar, den sie auf dem Berge Garizim aufgerichtet aus den Steinen, welche die Israeliten nach ihrem Uebergang über den Jordan ausgebaut. Sie behaupten vom Stamme Ephraim zu sein. Sie haben kein N, N und , an deren Stelle sie überall ein setzen. Sie vermeiden sorgfältig die Berührung todter Körper, Knochen ff., und wechseln ihre tägliche Kleidung, wenn sie ihre Synagoge besuchen, bei welcher Gelegenheit sie ihren Körper waschen. — Endlich gelangt er nach Jerusalem (damals von einem christlichen König beherrscht;) von seiner Beschreibung der heil. Stadt heben wir folgendes hervor. Das Farberhaus ist jährlich verpachtet,. und das ausschließliche Recht zur Betreibung dieses Gewerkes ist vom Könige an die Juden von Jerusalem verkauft, deren ungefähr 200 in einem Winkel der Stadt, unter dem Thurme David's wohnen. Jerusalem hatte damals 4 Thore, welche die Thore Abraham's, Zion's, David's und Jehoschafat's hießen. Das Letztere steht dem Platz des heil. Tempels gegenüber, der von einem Gebäude, genannt Templo Domino, besetzt ist. In seiner Fronte steht man die westliche Mauer, eine von den Mauern, welche das Allerheitigste des alten Tempels bildeten, und bei ihr sagen alle Juden ihre Gebete ab. Man sieht auch noch die Ställe,- welche Salomo nahe an seinem Palaste erbaute, und solche unermeßliche Stemmassen sieht man nicht wieder. Ferner sieht man Spuren von dem Kanal, an welchem die Opfer geschlachtet wurden, und alle Juden schreiben ihre Namen an eine nahe stehende Mauer. Wenn man die Stadt durch das Thor von Zehoschafat verläßt, so sieht man das Denkmal Absalom's, das Grabmal des Königs Usia und die Quelle Schiloa, die in den Kkdron sich ergießt. Sehr wenig Wasser wird in Jerusalem gefunden, und die Einwohner trinken Regenwasser, welches sie in ihren Häusern sammeln. Jerusalem ist von hohen Bergen umringt, und am Berge Zion sind die Gräber des Hauses David's "und der Könige, die nach ihm regierten. Dixser Platz ist schwer zu untersuchen, in Folge einer Begebenheit, die sich R. Benj. folgendermaßen erzählen ließ. Bor 15 Jahren siet eine Mauer der Kirche auf dem Berge Zion ein, und der Patriarch befahl sie wieder herzustellen. Er verordnete, zu diesem Zwecke Steine von der ursprünglichen Mauer von Zion zu nehmen, und seinem Befehle wurde Gehorsam geleistet. Ungefahr 20 Tagelöhner wurden gemiethet, welche Steine von dem wahren Fundament der Mauern von Zion abbrachen. Zwei von diesen Arbeitern, welche genaue Freunde waren, bewirtheten einander an einem Tage, und nach der Mahlzeit kamen sie zur Arbeit. Auf die Frage des Aufsehers, warum sie so spät kämen? antworteten sie, daß sie die Zeit des Mittagsessens ihrer Genossen zur Arbeit anwenden wollten. Sie entschlossen sich, in dieselbe einzudringen, um Schätze zu suchen, und kamen zu einer großen Halle, die auf Marmorsäulen, mit Silber und Gold überzogen, ruhte, und in der ein Tisch stand, auf welchem ein goldenes Zepter und eine goldene Krone lagen. Es war dies das Grabmal David's, zur Linken ihm das Salomo's und so die Gräber aller Könige von Juda, ferner verschlossene Laden, deren Inhalt Niemand kannte. Als aber die Männer in die Halle ekndringen wollten, kam ein Sturmwind aus deren Oeffnung, und warf sie bewußtlos zur Erde, so daß sie bis zum Abende datagen. Da kam ein andrer Wind, und sie hörten wie eine Menschenstimme: Steht auf und gehet von diesem Orte. Sie eilten hinaus voller Schrecken und Angst, gingen zum Patriarchen, und erzählten ihm, was ihnen begegnet. Dieser sandte zu R. Abraham ei Constantini, und berichtete ihyr dies. Jener erwiederte ihm, daß dies die Gräber David's und der Könige von Juda wären. Als am andern Morgen nach den zwei Arbeitern gesandt ward, fand man sie auf ihren Lagern, und voller Furcht erklärend, daß sie nicht wieder die Höhle betreten wollten, weil Gott sie nicht von den Menschen entdeckt haben wolle. Der, Patriarch befahl nun, die Stelle zu vermauern und vor den Menschen zu verbergen auf einige Zeiten. R. Abraham erzählte ihm dies Alles selbst. (Fortsetzung folgt.)

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