Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1841)
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Seite 283 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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man nicht sagen, daß Intoleranz und eingesogne Vorurtheile gegen Juden und Judenthum in gesellschaftlicher Beziehung geschwunden seien. — Zum Schluffe kann ich den Wunsch nicht unterdrücken, daß es höchst ersprießlich wäre, wenn ein in italienischer Sprache geschriebenes Journal ähnlich der Allgem. Zeit, des Judenth. oder den Archiv des Israel. fran<j. für die italienischen Israeliten gegründet würde. Der Nutzen solcher Institute bedarf keines Erweises, und unsere italienischen Glaubens- Lrüder bedürfen wol auch der Anregung, Leitung und Rathgebung in religiösen Angelegenheiten. Ein gut und klug redigirtes Blatt könnte viel Gutes bewirken, und dürste sich wol der Theilnahme und des Fortbestandes erfreuen. Hoffen wir, daß auch hierin die Nachahmung nicht ausbleiben wird. — M. Dreifuß. Literarische Nachrichten. Frankfurt a. M., 21. April. (Privatmitth.) Es ist erfreulich wahrzunehmen, wie die vielen Lücken Ln der jüdischen Literatur des Mittelalters, die in manchen Hinsichten ihrer Zeit vorangeschritten war, sich doch allmahlig ausfüllen. Was die Freude der Freunde unserer Wissenschaften jedoch bedeutend mäßigen muß, ist die im Abnehmen begriffene Theilnahme des Publikums für seine Sprache und ihre Erzeugnisse. Ware es nicht vielmehr ein rührendes, so dürfte man es ein freudiges Ereigniß nennen, wenn ein verlornes Literaturstück und ein unglücklicher Herausgeber sich auf eine solche Weise begegnen, daß sie sich gegenseitig zu ihrem Fortkommen behülflich sein können, wie dies neulich mit dem längst entbehrten Eommentar unseres großen Exegeten R. David Kimchi zur Genesis, und Herrn Abraham Ginsberg, Rabbi'ne in Ungarn, der Fall war. Dieser ehrenwerthe Mann fand sich in der Rüstigkeit seiner Jahre des Augenlichts beraubt, und nach mehren vergeblichen Versuchen zur Restaurirung desselben in der Nähe seiner Heimath, genothigt, seine Familie zu verlassen, um in Paris die Sonne zu suchen die ihm zu Hause nicht mehr scheinen wollte. Er hatte das Glück, durch die sichere Hand des berühmten vr. Sichel in Parks aus Frankfurt am Main den Gebrauch seiner Augen wieder zu erlangen, und durch die Humanität der Orientalisten Herren Cahn und Munk zu Paris ward ihm durch Schenkung des Manusccipts von R. David Kimchi's Eommentar zur Genesis die Aussicht eröffnet, die große Noth, welche mehrjährige Blindheit und die für seinen Stand zu beträchtlichen Unkosten zu deren Beseitigung mit sich gebracht hatten, einigermaßen zu mildern. Die Verwirklichung seiner Wünsche datirt sich von Frankfurt aus, wo zahlreiche Subscciptionen ihn in den Stand gesetzt haben, zur Herausgabe des besagten Manuscripts zu schreiten, ohne Verlust befürchten zu muffen. Insoweit hätten sich die Umstände einstweilen günstig für die Herausgabe des pVi gestaltet. Darf sich das Unternehmen in den übrigen bedeutenden Gemeinden Deutschlands einer ähnlichen Theilnahme erfreuen, so wird auch Herrn Ginsberg geholfen sein. So möge sich denn dem wiedergefundenen pV, und dem wiedergefundenen Sehvermögen des Herrn Ginsberg ein schöner Blick in die Zukunft aufthun! — Magdeburg, 25. April. Von unserm Bibel- Werke ist die 13te Lieferung in dm Händen der Abonnenten, die 14te, welche in das 3te Buch Mos. hineinreicht, ist zum Versand bereit, und die 15te, welche das Ende der Bearbeitung des Opferritus, und den Anfang der Gesetze der Reinigung enthalt, bald fertig. Neben diesen ist aber auch der zweite Theil, die „ersten Propheten" enthaltend, im Druck begonnen, und die erste Lieferung, die Einleitung zu Josua und die ersten Kapitel dieses Buches enthaltend, wird in diesen Tagen fertig. So schreitet das Werk in genügender Schnelligkeit vorwärts. In der 15tm Lieferung können wir wol auf die ausführliche Deutung der Opfer und ihres Ritus (zu 3 Mos. 7, 37) aufmerksam machen, da hier den Gegenstand auf eine umfassende, alle Einseitigkeit vermeidende, und neue Weise zu ergründen gesucht worden. Magdeburg, 2. Mar. (Fortsetzung der Recension über Benj. Tudela.) Nicht mehr als zehn Juden fand B. in Antiochia, in Latachia 200, in deren Nachbarschaft er mit treffenden Zügen die Affassinen schildert. Trkpoli war gerade durch ein Erdbeben heimgesucht worden, und in dem den Genuesen unterworfenen Djebail wohnten,150 Juden, so wie in Beirut 50 Juden, in Saida 20 Juden. Nahe bei letzterm fand er die Drusen, die er als sehr verwegene, aber auch rohe Menschen