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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-15 · Heft 20 (15.5.1841) · p. Seite 281

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 20 (15.5.1841)
Date
1841-05-15
Page
Seite 281 (sequence 9)
Language
German
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281 nach hiesiger Sitte, in den Gängen des Spitals auszustellen, und so das Andenken des Verstorbenen dankbar zu ehren. — Der Ruf zu dem Feste des Herrn") hat wahrend des Pesachfestes viele Gläubige in den hiesigen Betsaal geführt, so daß er fast überfüllt zu nennen war; auch diejenigen, welche des Jahres über — wozu freilich bis jetzt Lokalverhältnisse und die Art des Gottesdienstes auch beigetragen haben — ihre Rechnung mit dem Herrn kaum am Wochen.-ultimo abschließen, folgten diesem Rufe. Was auf mich einen wohlthuenden Eindruck machte, das war, daß der Gottesdienst von den jüdischen Soldaten aus allen Waffengattungen hiesiger Garnison "') zahlreich besucht wurde. Solche an verschiedenen Orten gleichzeitig vorkommende Erscheinungen dürfen nicht unbeachtet bleiben, denn sie liefern uns erneuert, den Ersahrtjngsbeweis, daß der jüdische Glaube den Beschäftigungen des Friedens, wie denen des Krieges nicht hinderlich sei. Sie zeugen, wie das von den Juden verschiedenartigster Zunge in hebräischer Sprache gesprochene bsnoi 5* *7:0 die mächtige Kraft habe, alle Israeliten, wie verschieden auch im bürgerlichen Leben, im Glauben zu vereinigen; sie zeugen, daß es nur einer kräftigen äußern Anregung bedarf, um die zerstreuete Heerde, wenn auch nicht nnyiaa aboni “(Ni£2 doch als WLNp;rrL zu vereinen; sie zeugen, daß das talmudische rran ima pirnaa liillb noch immer sich bewährt, denn mit der größten Bereitwilligkeit erlaubten die Obern den jüdischen Soldaten, das Pesachfest mit ihren Glaubensbrüdern zu begehen. Ueberhaupt muß man es von allen österreichischen Behörden rühmen, daß sie bezüglich des Glaubens gegen ihr? Untergebenen die größte Toleranz bethätigen. Es wäre zu wünschen, daß die Rabbinen in Garnisonsstädten milden Militärobern sich benehmen würden, um die jüdischen *) Zm buchstäblichen Wortsinne; denn in Italien verkündet der Vorderer das Mazvtfest an biian na® in einem vor n®N gesprochenen mal folgendermaßen: ■»jo o-ip» n'aa abw *|:iN5 ynanra i5inia-> iir: *p *ra inai , abiy n:ph i:pni iM 'iai abaai n:a:a nvs fta rrbi *112 na Nb ypni-n abaa® bin: övo. isiba a*p mn mssars an aab ®i amonai 'iai 'iai 15152. Auch wird an den Festabenden statt des Verses!a®a aa-ri das 'iai 01p isnpa 'a nsia nbN gesprochen. "") Auch unter den Stadtpolizeisoldaten sind Juden. Soldaten, insofern es sich mit dem Dienste verträgt, auch an den Sabbaten zum Besuch des öffentlichen Gottesdienstes zu veranlassen. Ist ja die Fürsten- und Vaterlandsliebe eine angeborne israelitische Tugend, die, in unserer heiligen Religion begründet und im Kriegsdienste geübt, auch bei des Soldaten' Rückkehr in die Heimath die schönsten Friedensfrüchte bringt — und die Glaubenswaffe ist ja auch eine Beschützerin des Arbeiters am Pfluge. T—b. Verona, 30. März. (Privatmitth.) Die hiesige, über 1000 Seelen starke israelitische Gemeinde besitzt einen geräumigen, im Geschmack der neuern Zeit eingerichteten Tempel, der, abgesehen von seiner Lage im dritten Stockwerke — wie fast die meisten israelitischen Betsale in Italien — und seinem mit dieser Lage zusammenhängenden unästhetischen Eingänge, mit vollem Rechte schön genannt werden kann. Ich habe geflissentlich Tempel gesagt, denn hierorts ist der Ausdruck: Synagoge verpönt, und man wird zurecht gewiesen, wenn man sich dieses Ausdruckes bedient. So geringfügig dieser Umstand erscheint, so verdient er doch bemerkbar gemacht zu werden, weil in ihm eine Abstreifung und Entfernung alter Benennungen, wenn auch auf eine ganz unwissenschaftliche Weise, involvirt ist. — Der Gottesdienst im Tempel ist äußerlich recht befriedigend reformirt. Es besteht hier ein wohlgeordneter Chor, der wol denen in den -größer» Gemeinden Deutschlands an die Seite gestellt werden kann. Derselbe besteht, wenn er vollständig ist, aus 30 Personen, worunter Knaben, Jünglinge und Verhcirathete sich befinden, so daß die verschiedenen Gesangstimmcn gehörig repräsentirt sind. Gesangstücke und Vortrag sind vortrefflich zu nennen; man sagt mir, erstere seien zum großen Theil aus dem Wiener Tempel entnommen. Die Chorsänger erhalten keine Remuneration, außer daß sie zu gewissen Zeiten von reichen Privaten Geschenke erhalten. Die Chorsänger haben gleichförmige Kleidung, welche vollkommen dem des Vorsängers yn ähnlich ist. Noch verdient hervorgehoben zu werden, daß der Chor in einem Halbkreis, durch ein Gitter von der Gemeinde getrennt, um den Vorsänger herum postirt ist, was mir in der Thal sehr gut gefällt. Denn man mag den Chor als Stellvertretung der Gemeinde, oder was den israelitischen gottesdienstlichen Begriffen ent- 20"

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