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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 254 (sequence 10)
Language
German
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254 antworten, und noch öfter wollten sie nicht antworten, aus Furcht, die Einreden würden mit Kolbenstößen und Steinwürfen zurückgewiesen werden, wofür die ältere Geschichte mehre glänzende Beispiele zu produziren hat. Seitdem hat sich die christliche Polemik einige stehende Sätze gegen das Judenthum geschaffen, die immer wiederholt werden, und wenn sie noch so oft widerlegt, noch so oft »ä absurdum geführt worden. Wenn sie an einem Ende der Erde niedergeschlagen sind — und wahrlich! zum Heile und zur Förderung des Christenthums selbst — so vernimmt man sie an einem andern Ende wieder. Viele unter unseren Glaubensgenoffen wurden deshalb schon der Meinung, daß man gar nicht mehr darauf hören, und sie ruhig verhallen lassen solle. Mein dies mit großem Unrecht. Der Jrrthum ist zu bekämpfen, wo, wann und wie oft er sich auch zeige. Es werden immer Etliche mehr, bei denen er dadurch ausgerottet wird. Wie bald würde als Niederlage verschrieen werden, was nur Ueberdruß, eine und dieselbe Widerlegung zum hundertsten Male zu reproduziren, sein würde. Immer müssen wir daher allen denen Dank wissen, welche auf kräftige und genügende Weise den Verleumdern des Judenthums gegenübertreten. Die Meisten unsrer Leser werden aus den politischen Zeitungen von dem Streite gehört haben, der in der theologischen Welt des Staates Bremen (derselbige liegt in Deutschland, und darf von Juden nicht bewohnt werden,) ausgebrochen ist. Die Vorkämpfer sind ein Pastor Kr umm ach er, ein strenger, zelotischer Mann, und Dr. Paniel, derselbe, der vor einiger Zeit in der A. K. Z. offen bekannte, daß das Vorurtheil wider die Juden den Germanen angeboren sei, und der trotz seines'Rationalismus von diesem Vorurtheil sich nicht frei halten kann. Jene, die Eiferer, hatten sich in ihrer Hitze manches strengen Prophetenspruches aus unsrer heil. Schrift bedient, und „ein Protestant" verwies sie deshalb, indem er ihnen vorwarf, daß sie den jüdischen Nationalgott des Men Testaments verehrten. Hierbei brachte der schriftun kundige Protestant nun alle die verrosteten und verrotteten Ansichten vom „jüdischen Stammgott," von „Zauberei" in Aegypten, von der Ausrottung der Kananiter, von „alttestamentarischen Verfluchungen," vom „Knechtesdienst" der Juden ff. vom Mangel der Unsterblichkeitslehre im A. T., und alle diese verlegene Waare abermals zu Markte. Der anonyme Vers, der eben benannten Broschüre weist den „Protestanten" zurechte, und bittet ihn vor Allem, die Bibel noch einmal aufzuschlagen, und gründlich zu lesen, worauf er wohl bedeutet und beschämt sich zurückziehen werde. Daß hiermit der „Jude" nicht zurVertheidigung der Krummacher'- schen Sache aufgetreten, sieht ein Jeder leicht ein, er wollte nur dem „Protestanten" seine falschen Ansichten er-, und seine dummdreisten Aussprüche vom Judenthume verweisen. Und dies gelang ihm hinreichend. Mit einer, an sich gemäßigten, aber doch hinlänglich kräftigen und schlagenden Sprache, mit einer umfassenden Schristkunde zeigt er, wie unsre heil. Schrift überall gerade das Gegentheil von dem lehrt, was ihr der „Protestant" vorwirft. Wir können das Einzelne nicht verfolgen, weil wir sonst die ganze Broschüre ausschreiben müßten, deren man doch durch jede Buchhandlung habhaft werden kann. Wir freuten uns so mancher allgemeinen Ansicht zu begegnen, die wir des Breitem in unserm Bibelwerke dargelegt, und in ihrer Schärfe hervorgehoben haben. Daher nur einiges Wenige. Der „Protestant" hatte abermals das Gebot an die Israeliten, sich von den Aegyptern Geschenke zu erbitten, mit dem scharfen Ausdruck 2 Mos. 3, 22. n» änbssii d'-nrv, auf's Tapet gebracht, und als Gebot eines „Diebstahls" bezeichnet. Der Vers, der Broschüre macht dies zu einer Kapitelüberschrift, spricht aber sehr kurz und ungenügend darüber. Er sagt nur: „Ich bitte jeden des Hebräischen Kundigen die Stelle Richter 8, 24. zu vergleichen, wo in ganz gleichem Zusammenhänge brr«, wie in so vielen andern Stellen, nicht borgen, sondern fordern, erbitten bedeutet, und das ist's auch hier. Sich erbitten sollten sie Gerüche und Gewänder, und das war wahrlich eine geringe Vergütung der langjährigen Sklavenarbeit, und ein unentbehrliches Rüsten auf den langen Zug durch Wüsteneien." Weiter Nichts. Die Bemerkung über brr« ist sehr richtig, und haben auch wir es in unserm Bibelwerk S. 343 so übersetzt. Doch da der Gegenstand so Vielen schon anstößig, gestatten wir uns die Anmerkung, welche wir im gedachten Bibelwerk a. a. O. darüber gegeben, hier anzuführen, welche wol die Sache erschöpfen möchte. Sie lautet: „Um die Voraussage der. großen Anstrengungen, welche

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