Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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253 lichsten abzusparen, um ihr Scherflein auf dem Altar Gottes niederlcgen zu können. Unter den wackern Männern, die sich mit dem Bau und der Verschönerung der Synagoge rastlos beschästigten, gebührt besonders der Dank der ganzen Gemeinde dem Vorsteher der Korporations-Verwaltung, Herrn Hirsch Liepman Krakau, der, mit Hemmnissen und Verdrießlichkeiten mancherlei Art kämpfend, das schöne Ziel keinen Augenblick aus dem Gesichte verlor. Möchte Derselbe das nun erreichte Ziel nicht das letzte sein lassen, sondern vielmehr in der glücklichen Erreichung desselben die Ueberzeugung gewonnen haben, daß es zur Ueberwindung veralteter Mißbräuche oft nur eines ernsten, lebenskräftigen Willens bedarf, und, im Verein mit den vorurteilsfreien Männern, die ihm bisher zur Seite gestanden haben, das rühmlichst begonnene Werk der Vollendung immer näher führen helfen. Danzig, 4 April. (Pr. Bl.) Zn der Listen Plenarsitzung der hiesigen Provinzial-Stände ward einem vielseitig und lebhaft erörterten Anträge auf Zulassung von Stadtverordneten mosaischen Glaubens bei der Wahl der Landtags-Abgeordneten, da dieselben nach dem Gesetze vom 5. Juni und 1. Juli 1623 wegen Anordnung der Provinzialstände anscheinend i nicht erfolgen dürfen, während das.Edikt vom 11. März 1812 den Juden gleiche bürgerliche Rechte mit den Christen (namentlich in Verwaltung städtischer Aemter) ertheile, darum der entgegengesetzten Meinung unerachtet keine Folge gegeben, weil dabei der Begriff der Verwaltung öffentlicher Aemter von dem Begriff einer Mitwirkung zu den Geschäften derGesetzes-Berathung wol zu unterscheiden sei. — Saarbrücken im März. (Privatmitth.) Folgende Thatsache möchte eine Stelle in der Allg. Z. des Judenth. verdienen: Bisher mußte die hiesige jüdische Gemeinde, aus 10 Familien bestehend, ihre Todten in dem nahe gelegenen französischen Städtchen Ferbach bestatten, was immer mit großen Schwierigkeiten und Kosten verbunden war. Als nun vor ungefähr zwei Jahren hier ein durchreisender fremder Israelit erkrankte und auch verstarb, so verlangt der hiesige Gemeinde- Vorsteher, Herr M. Simon, ein Mann von ausgezeichneter Bildung, der die größte Achtunggenießt und auch ein Hauptmitglied des israel. Konsistoriums zu Trier ist, von der christlichen Behörde einen Platz für einen jüdischen Begräbnißort, welches ihm auch sogleich bewilligt wurde. Später aber vereinigten sich die jüdischen und christlichen Gemeinden durch Vermittelung der Hochlöblichen Regierung zu Trier in der größten Güte dahin, daß ersterer ein Platz an dem neuen christlichen Begräbnißorte angewiesen wurde. Und so wurde am 21. Februar dieses Jahres, als ein neuer Todesfall hier stattfand, der Sarg des an einem andern Orte schon längst Bestatteten wieder ausgegraben — welches der jetzt verstorbene Rabbine zu Trier schon früher erlaubt hatte — und dieser so wie die neue Leiche in Anwesenheit des Bürgermeisters und vieler Christen auf dem angewiesenen Platze beigesetzt. Die Akten hierüber, welche einen Beweis sowol von der Humanität unserer Regierung als auch unsrer Stadtbehörde und besonders des eifrigen und energischen Strebens des Herrn Simon darbieten, werde ich Ihnen nächstens zusenden, welche auch zugleich andern jüdischen Gemeinden, die mit großen Kosten für ihre Begräbnißplätze zu sorgen haben, den Weg zeigen werden, wie sie sich dieser befreien können. — Tages-Controle. Einige neuere Broschüren. Jüdische Anmerkungen zu den Bemerkungen eines Protestanten über die Konfession der 22 Bremischen Pastoren. Von einem Juden. (Landrabb. Hirsch.) Oldenburg, 1841. Nebeneinanderbestehende Religionen können nicht ohne Polemik sein. In ihren Bezügen zu einander ist die Polemik der LebenSmittelpunkt, denn die Bekämpfung der andern ist zugleich Rechtfertigung der einen. Hier aber kömmt es darauf an, mit welchen Waffen der Streit geführt wird, und in welchen Gesinnungen. Früher hatte es die christliche Polemik sehr leicht gegen uns. Hatte sie ihr Verdammungsurtheil gesprochen, so war es gut. An Gegenrede war nicht zu denken. Theils erfuhren es die Juden gar nicht, theils verstanden sie nicht zu 18"