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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 251

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 251 (sequence 7)
Language
German
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chen Landtages zum Wohle der ungarischen Israeliten, das seltene Beispiel von Humanität, welches die Edlen des Reichs an den Tag gelegt, muß jedem, nicht nur in Ungarn, sondern auch in auswärtigen Staaten wohnenden Israeliten, so wie jedem Menschenfreunde überhaupt eine freudige Empfindung abdringen. Und wurden auch vorläufig die Resultate jener humanen Gesinnungen, welche sich für eine allgemeine Emanzipation der Juden so warm aussprachen, beschränkt, so lassen diese doch eine frohe, den Anforderungen der Zeit entsprechende Zukunft mit Recht erwarten. Aber die politische Wiedergeburt der Juden hängt nicht allein von der Ausbildung ihrer intellektuellen Fähigkeiten und der Veredlung der Sitten durch geregelten Schulunterricht und verbesserten Kultus allein ab, sondern vielmehr von der Ausrottung alles Jndifferentismus und Eigennutzes, die zu oft jede Thatkrast hemmen. Kräftig in den Schranken, des Gesetzes müssen sich die Gemeinden entwickeln, um innere, wie äußere Selbstständigkeit zu erlangen. Bekanntlich genießen die hier wohnenden Israeliten laut eines von der Grundherrschaft Eßterhazy ihnen seit vielen Jahren zugesicherten Statuts mehrere Rechte und Freiheiten, z. B. daß sie in der Stadt allenthalben Häuser ankaufen, daß sie alle Zweige des Handels frei treiben dürfen, ohne dafür an die Grundherrschaft etwas zu entrichten. Ferner genießen ihre Kinder ein vollkommenes Jnsassenrecht mit dem Bedjngniß, daß wenn die Töchter an Auswärtige verehelicht werden, so muß jedesmal vor der Verehelichung bei der Grundherrschaft um ein Jnkolat mit guten Zeugnissen des neuen Jnkolanten, eingeschritten werden, welches immer ohne Schwierigkeit erfolgt, wenn die israel. Gemeinde nicht dagegen opponirt. Außer diesen ssind noch viele andere Rechte, für welche blos eine kleine Summe Schutzgeld jährlich entrichtet wurde. Jedoch vor mehreren Jahren bei einer Umgestaltung der Herrschaft, wurden diese Rechte um vieles beschränkt. Das Schutzgeld wurde um das Vierfache erhöhet, für jedes Jnkolat muß ohne Ausnahme 5 Dukaten an die Grundherrschaft erlegt werden, welches Letztere den Unbemittelten bei der Ausstattung ihrer Töchter sehr zur Last fällt. Doch nun, den hohen und menschenfreundlichen Beschließungen des Landes zufolge, welche die Juden durchaus nicht als Geduldete und Schützlinge be- I trachten wollen, sondern sie als Theilhaftige an des > Vaterlands Boden anerkennen, müssen alle früheren! Verhältnisse und Zahlungsgebühren aufgehoben sein, j und wir können von der edelsinnigen und liberalen! Denkungsweise unseres dermaligen Herrn Grafen! Eßterhazy, welcher in eigener Person jenen hohen! Berathungen beim Landtage beiwohnte, und den Verfechtern unserer Rechte mit wahrer Edelsinnigkeit beigetreten ist, mit Zuverlässigkeit hoffen, daß derselbe bei einem ergebenen Anersuchen von Seiten deS Gemeinde-Vorstandes diese Gebühren gewiß ausheben werde. Zwar hat der vorjährige Gemeinde-Vorstand desfalls bei dem ersten Oberbeamten ein Ansuchen gemacht, allein von diesem eingeschüchtert, wagte er nicht mehr um die Aufhebung dieser lästigen Abgaben bei Sr. Excellenz dem Grafen selbst bittend ein. zuschreiten, sondern läßt es -beim Alten bewenden. Möge doch der Geist der Zeit auch bei uns Anklang finden, daß der Gemeinde-Vorstand zu neuer Tätigkeit geweckt werde, das Zeitgemäße zu fördern, und, nur das Wohl des Ganzen im Auge habend, jedes Privalinteresse, das irgend einem auszuführenden guten Zwecke im Wege fleht, zu beseitigen. Preußen. Schwerin a. d. W. d. 4. April. (Privatmitth.) Vorgestern feierte die hiesige jüdische Gemeinde ein Fest, an welches auch der jüngste von den zahlreichen Zeugen desselben noch im späten Alter, wenn ihm schon manches andere wichtige Ereigniß spurlos verschwunden sein dürfte, noch mit Freude und Dank gegen den Allvater zurück denken wird: das Fest der Einweihung unserer neuerbauten Synagoge. Zuvörderst einige Worte von der Synagoge selbst. Dieses Gebäude, nach dessen Vollendung wir uns lange sehnten, steht jetzt da in seiner Würde, Pracht und Einfachheit in sich vereinend, und das Auge weilt mit Wohlgefallen an der, dem Zwecke des Ganzen vollkommen entsprechenden Ausschmückung desselben. Es befindet sich an der Stelle des alten Gotteshauses, und bildet fast ein Quadrat, dessen Süd- und Nordseite am vortheilhaftesten ins Auge fallen, und die Haupteingänge haben. Bor der letz- * tern liegt ein schöner freier Platz, der, von drei Seiten eingeschlossen, auf der vierten durch ein Gitter geschützt werden soll. Zwei Frauenchöre ziehen

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