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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 250 (sequence 6)
Language
German
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250 gerade für das Handelsfach, dem der Verstorbene sich mit so vielem Erfolge widmete, unentbehrlich nothwendig sind, da zum Buchhandel stets eine gewisse wissenschaftliche Befähigung erforderlich ist. Was ihm aber durch mangelhafte Jugendbildung abging, das ersetzte bei ihm in vollem Maaße sein natürlicher und reger Sinn und scharfer Verstand. Er kannte den bei weitem größten Theil der ganzen Polnischen Literatur und ihrer Werke, sowol dem Titel, als dem Inhalte nach, und hatte in seinem Kopse einen vollständigen Buchhändlerkatalog. Er besaß das Vermögen, jedes Buch, von dem er gehört, später am Druck und der äußern Ausstattung des Werkes zu erkennen. Wer irgend in Warschau sich literarisch beschäftigte, wer irgend hier seine Studien machen wollte, wer überhaupt mit der Bibliographie in Polen sich befaßte, und auch eine noch so unbedeutende Bibliothek sich anlegte, mußte in dem Verstorbenen, der seinen Laden seit dem Jahre 1803 hier ununterbrochen unterhielt, in irgend eine Berührung kommen. Im Geschäfte uneigennützig und ehrlich, erwarb der Verstorbene sich den Namen eines rechtschaffenen Mannes, zu dem das Publikum jedesmal volles Zutrauen hegte. Er starb im 53. Lebensjahre. —. Das hiesige jüdische Armenhaus erfreuet sich eines recht gedeihlichen Fortschrittes. Die Armen genießen dort alle, den Umständen nach irgend nur mögliche Bequemlichkeiten; außer Obdach und Schutz vor Kälte erhalten sie eine ziemlich gute Beköstigung, eine saubere Bekleidung und gutes Nachtlager. Die Zahl der Vorsteher dieses wohlthätigen Instituts bleibt, wie vom Anfänge an, dieselbe, und es ist das eifrigste Bestreben dieser edlen Männer, theils durch eigene reichlich gespendete Gaben, theils durch Anregung ihrer begüterten Glaubensgenossen die zum Unterhalt des Armenhauses nothwendigen Mittel und Fond's zu sammeln und zu vermehren. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, wie unser Stadtpräsident, der überall, wo es um Unterstützung der leidenden Menschheit sich handelt, ohne Rücksicht der Religionsverschiedenheit seine edelmüthige Gesinnung bethätigt, auch zum Fortbestand und zur Verbesserung des obigen Instituts seine gütige Beihülfe in vollem Maaße verleiht. — So hat derselbe vor Kurzem an 20 jüdische Damen aus den höhern Kreisen Circulare, in zierlicher Form und in schönem Style abgefaßt, gesandt,, worin mit Bezug auf die dem schönen Geschlechte inwohnende Wohlthätigkeit, die Damen freundlich aufgefordert werden, Beitrage zur Unterstützung des Armenhauses in ihrem häuslichen Kreise zu sammeln, monatlich an den Kaffirer der Anstalt abzuliefern, und dann den jährliche» Betrag der Sammlungen in öffentlichen Blättern bekannt machen zu lassen. Gewiß ein edles Mittel, edle Thaten zü wecken. Zu der Zahl dieser Damen gehören außer den Frauen der Herren Vorsteher: G. Bergson, I. Janasch, Brümer, M. Rosen, L. Löwenberg, I.'Tugendhold, D. Ehrlich und L. Kaftal, noch mehre aus den Familien des Herrn Epstein, Landowsky, Versöhn, Töplitz, Levy rc. rc. — So viel wir bereits vernommen, gehen die Sammlungen von wohlthätigen Spenden an Geld sehr gut von Statten, und wir find nicht wenig gespannt, den Erfolg derselben öffentlich zu lesen, worüber wir Ihnen dann das Nöthige mittheilen uns beehren werden. In den letzten Nummern der Gazetta Poranna vom 6. April findet sich ein Aussatz unter dem Titel: Einige Worte über Juden und' ihre gegenwärtige jüdische Sprache (in Polen), worin der Verfasser die Gründe aufzusinden sucht, warum gerade die deutsche Sprache, obgleich mit Worten aus vielen andern europäischen Sprachen und vielen verstümmelten hebräischen Ausdrücken vermischt, vorzugsweise bei den Juden in Polen, Rußland und Galizien angetroffen wird,' und woher sie sie gelernt haben. Wir kommen in unserem Nächsten darauf wieder zurück ‘). -Oesterreich. Nach der Augsb. Allg. Zeit, wurde in der letzten Comitatsversammlung in Pesth der 5. Mai als Wahltag zur Erneuerung der Magistratsbeamten dieses Comitats bestimmt und dabei zugleich das Wahlrecht sehr ausgedehnt, so daß auch viele Nichtadelige, ohne Unterschied der Religion (also auch Juden), dazu befähigt werden. Papa in Ungarn, 24. März. (Privatmitth.) Die günstigen Beschlüsse des letztverfloffenen glorrei- *) Hierum bitten wir dringend, des Interesses des Gegenstandes wegen. Redakt.

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