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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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249 nes Jedem exaltirt sich, man beginnt die Reinlichkeit des Körpers als nothwendig zu erkennen. Die Disciplin, obschon noch nicht vollständig, ist sehr groß. Im provisorischen Lokal haben wir 56 Schüler, von denen 14 bereits geläufig lesen; sie kennen eine beträchtliche Zahl italienischer Worte; mit einem Alphabet setzen sie die Worte zusammen, welche der Lehrer ihnen diktirt. Alle diese Kinder, bis jetzt bei übelster Behandlung erzogen und durch Schläge verkrüppelt, gehorchen mit Freuden dem Ton einer kleinen Glocke, dem Zeichen eines Lehrers. Kurz, es ist wunderbar." Dies ist, m. H., der gegenwärtige Zustand dieser Anstalten, deren Zukunft so große Vortheile verspricht, aber, wie Sie sich leicht denken, die Briese, von denen ich Ihnen Auszüge vorgelegt, verlangen mit Dringlichkeit die Beihülfe der abendländischen Israeliten: diese Beihülfe, ich habe sie verheißen, ich erbitte sie von Ihnen. Juden Deutschland's und Jtalien's, welche, in dem Theile, den ich durchreiste, mich mit den rührendsten Zeichen Ihrer Achtung überhäuft haben; und auch Sie Alle, meine Glaubensgenossen, die zu besuchen mir nickt gestattet war, aber deren Deputationen und Briefe mir, während jener Mission, so lebhafte Anregungen gebracht, Alle bitte ich um das süßeste Zeichen der Sympathie: Eine Subscription für die jüdischen Schulen Alexandrien's und Kairo's Wenn es wahr ist, daß im Laufe meines Lebens ich Ihrerseits einige Zuneigung für meinen Eifer, mit allen meinen Kräften die heilige Sache Ihrer Emanzipation zu unterstützen, verdient habe: so kommen Sie den jüdischen Schulen des Orients zur Hülfe. Helfen Sie, die Wohlthat der Civilisation diesen ehemals in den Wissenschaften so blühenden Gegenden zu geben. Vom Orient ist die Religion ausgegangen, welche uns Alle mit einem so engen und edlen Bande umfaßt. Die Israeliten, welche aus dem Boden Aegypten's vegetiren, wo Moses Ihre unterdrückten Väter befreite, fordern ihre moralische 6) Zu Triest, Venedig, Wien, Fürth, Frankfurt a. M. sah ich die Israeliten becifert, Subscriptionen für dieses menschenfreundliche Werk, dessen Wichtigkeit sie. erkannten, zu eröffnen. In Athen wollte die Herzogin von PlaifaN« zuerst unterschreiben. Anm. d. H. Cr. Befreiung von den Israeliten Europa's. Von Kairo und Alexandrien wixd sich das heilige Feuer nach Damaskus und Jerusalem verbreiten. Der Orient wird sich wiederbeleben und die Geschichte wird eines Tages sagen: „In den ersten Zeiten der Welt verbreitete die durch Moses verkündete Religion vom Osten nach Westen über die ganze Erde die reinste Moral mit der Kenntniß eines einzigen Gottes: vier Jahrtausende später gab dieselbe Religion, vom Westen die Civilisation der Jahrhunderte bringend, dem Osten die Strahlen des Lichtes zurück, das in dem Schooße der Gottheit selbst geschöpft worden. Noch einmal vernahm man an der Wiege der Welt die großen Worte: Gott sprach, es werde Licht: da ward Licht." Adolph Cremieux, Advokat a»> königl. Gerichtshof zu Paris, Vice-Präsident des Konsistoriums der franz. Israeliten. —. Unter dem 24. Januar 1841 ist zu Kolmar eine Gesellschaft konstituirt worden, deren Zweck es ist, eine Industrieschule für die Kinder israelitischer Armen des Ober-Rheins zu errichten. Ein Cirkular fordert zu Subscriptionen auf. (Areh. Israel. de Fr.) Rußland und Polen. Warschau, 10. April. (Privatmitth.) Der hiesige Kourier No. 88. d. d. 1. April, bringt folgenden Nekrolog eines hiesigen jüdischenAntiquar'S, der hier mitgetheilt zu werden verdient. An jedem Orte, heißt es daselbst, und mehr noch in großen Städten findet man Personen von eigenthümlicher Celebrität, deren Wesen zum Stadtinventarium gleichsam zu gehören scheint. Einen solchen Ruf zu erlangen, verhindert weder die Glaubensver-! schiedenheit, noch der Unterschied im Stande, Berufe! und Bildungsgrade, da jene Beliebtheit nur als Resultat des, gewissen Individualitäteneigenthümlich zukockmenden Naturells betrachtet werden muß. Zur Klasse dieser in gewissem Betracht ausgezeichneten Personen in Warschau, gehört der am 15. v. M. verstorbene israelitische Antiquar Götz Salzstein, bekannter im Publikum unter dem bloßen Vornamen Götzel. Dieser Mann, einer der größten hiesigen antiquarischen Buchhändler, konnte, merkwürdig genug, weder schreiben noch lesen, Bedingniffe, die

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