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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 248

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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248 den Krankheiten verzehrt, welche die Armuth, die Indolenz, der Mangel aller Reinlichkeit gebären. Die jungen Mädchen sind noch mehr vernachlässigt, wo" möglich, als die Knaben, und der Tod hält in dieser wüsten Masse eine unaufhaltsame Ernte. So habe ich die jüdische Bevölkerung in den beiden großen Städten Aegypten's gesunden: hier und da einige Männer vom Verlangen nach Besserung beseelt, aber ohne Stütze, ohne Einfluß bei ihren Glaubensgenossen. Es schien mir, meine Herren, daß meine Sendung würdig ihren Kreis erweitern würde, wenn sie, nachdem gehässig verfolgte Unschuldige gerettet worden, unsere unglücklichen Brüder zu einer bessern Stellung beriefe. Während Sir Moses sich nach Konstantinopcl begab, um beim Sultan die Vervollständigung des Aktes der Gerechtigkeit, den wir von Mohammed Ali erlangt, nachzusuchen, widmete ich Aegypten noch einige Wochen; ich rief die Juden dieser Gegend lebhaft zu einer Reform in ihren Gewohnheiten, in ihrer Lebensweise auf. Ich strebte danach, ihnen die Wichtigkeit des Unterrichts, die Vortheile der Arbeitsamkeit bemerklich zu machen; ich zeigte ihnen die Schätze, welche die Entwickelung der Intelligenz verschafft. Unterstützt durch den gelehrten Herrn Munk, dessen Thatigkeit sich nicht einen Augenblick verleugnet hat, und der sin Deutschland so viele herrliche Ideen über die Erziehung der zartem Jugend sich angeeignet hat, wollte ich in Kairo und Alexandrien Schulen für die israel. Kinder beiderlei Geschlechts gründen. Der Erfolg hat meine Erwartung übertroffen—nein! ich lege mir nicht die Ehre dessen zu, ich verdanke ihn der heiligen Mission, mit der ich beauftragt war. Sie gab mir in den Augen der morgenländischen Juden einen, gewissermaßen geheiligten Charakter; die Religion riß den schwankenden Willen mit fort"). Vier Schulen sind gegenwärtig in voller Thätigkeit: zwei zu Kairo, zwei in Alexandrien. Sie werden kaum glauben, m. H., was drei Monate An- *) Ich kann nicht den Eifer und die Hingebung der Oberrabbinen von Kairo und Alexandrien genug loben. Alle Beide, aufgeklärte, ehrcnwerthe, einflußreiche Männer, haben sich an die Spitze einer heiligen Gesellschaft/ zu Gunsten der Gründung der Schulen, gestellt. Anm. d. H. Cr. strengung hervorgebracht haben. Die letzten Nachrichten, welche ich von Kairo empfangen, tragen das Datum vom 24. Dezember; der Präsident des Comitv's, Herr Jakob Adda, schreibt mir: „Der Direktor und die Direktrice haben, kaum daß ihr Kontrakt begonnen, Stunden gegeben, und nach einigen Wochen hat man bereits bei einer Prüfung den heilsamen Einfluß der Erziehung auf die Sitten bemerken können: welche Aussicht eröffnet sich daher für die Zukunft. Sie wollten den Eindruck kennen, welchen die Kinder fühlten, als man ihnen die Bücher und Schiefersteine in die Hand gab; sie schienen sehr befriedigt, begeistert beim Empfang dieser, bis jetzt bei ihrer Erziehung ganz unbenutzten Gegenstände.Die Ordnung erhält sich jetzt mit Leichtigkeit, was die Subordination der Kinder betrifft. Reinlichkeit herrscht in der Anstalt und dehnt sich über die Zöglinge aus. 300 Schüler besuchen die Schulen: 80 Arme, 60 die nicht bezahlen können, 150 die bezahlen." Der Präsident des Komitv's von Alexandrien (Herr Valensino) schreibt mir am 21. Januar: „Es würde für Sie ein köstlicher Anblick sein, unsere Araber schon begierig nach Unterricht zu sehen, die Vortheile der Reinlichkeit fühlend, die alle unsere Sorgfalt auf sich zieht, weil sie am nöthigsten ist. Die Kinder kommen gern in die Schulen, und dienen bereits ihren Eltern zum Sporn. Unmöglich ist es, Ihnen den Wetteifer aller unsrer Glaubensgenossen, den allgemeinen Drang zu beschreiben, welche die neue Anstalt erweckt.... Im Augenblicke, wo ich Ihnen schreibe, kennen alle unsre Kinder die Buchstaben, eine gute Zahl versteht schon zu syllabiren. Auch lassen wir sie mit lauter Stimme Uebungen im Arabischen, Hebräischen, Italienischen machen, was das Studium dieser Sprachen sehr erleichtern wird." „Mehre Katholiken und Griechen haben uns ersucht, ihre Kinder aufzunehmen. Wir haben in einer Generalversammlung entschieden, daß dieses Gesuch erfüllt werden soll, sobald der Gang der Schule vollständig geordnet sein wird. Kurz, unsere Schulen machen großartige Fortschritte:" Am 22. Februar fügt Herr Valensino hinzu: „Ich habe die Befriedigung Ihnen anzuzeigen, daß es mit den Schulen ganz nach Wunsch geht. Die moralische Entwicklung ist unglaublich; die Eigenliebe ei-

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