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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-24 · Heft 17 (24.4.1841) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 17 (24.4.1841)
Date
1841-04-24
Page
Seite 242 (sequence 14)
Language
German
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242 widmet, beweist, wie hoch Sahl zu Leo's Zeiten gestanden haben muß. Aber dies geht noch deutlicher aus den Erzählungen selber hervor. Nach Leo war Abraham ben Sahl zwar zu Sevilla geboren, aber er hat fich in Kordova niedergelassen.» Er war „medicus, philosophus und astrnlogus*).“ Aus Neigung widmete er sich der Poesie, seinen Beruf als Arzt aufgebend. Als er im Begriff war, einige erotische Gedichte zu veröffentlichen, baten ihn seine Glaubensgenossen, dies als unter der Würde eines frommen Mannes zu unterlassen; er antwortete ihnen durch Verse, und ließ sich in seinem Vorhaben nicht hindern. Damals war zu Kordova Averroes Kadi"''); zu diesem gingen die Juden und berichteten, daß Sahl die Stadt mit seinen Liedern verderbe. Averroes schickte zu dem Dichter, heimlich sich über sein Dichten und Thun zu belehren. Der Abgesandte brachte die Nachricht, daß Averroes eigener Sohn bei Sahl säße und seine Gedichte abschreibe, und daß diese im Munde aller Einwohnet von Groß bis Klein waren. Averroes selbst kam in «inen Bücherladen und sah, wie man den Koran für ei» einziges Goldstück verkaufte; dagegen forderte der Buchhändler für ein Exemplar der Gedichte Sahl's 10 Goldstücke, und man zahlte sie sogleich auf. Da sagte Averroes prophetisch „der Staat muß bald untergehen, wo man das Wort Gottes so wohlfeil hingebe und muthwillige Lieder dagegen für das Zehnfache nicht zu theuer gefunden werden!"""") Die Verwandten des Abraham, die zu den Vornehmsten gehörten, schließt Leo, schämten sich seiner, und erledigten sich seiner wahrscheinlich durch Gift, denn man fand ihn eines Morgens tobt in seinem Bette (!). *) Asfrologus ist bei Leo nicht im üblen Sinne zu nehmen, sondern mit Astronomen gleich bedeutend. "") Dies ist der berühmte Philosoph, der zwar 595 der Heg. schon todt und mehrere Jahre vorher nicht mehr in Kordova war, aber von dem guten Leo aus dem Todtenreiche heraufbeschworen wird, um das Mahrchcn mit seinem berühmten Namen zu schmücken. 595 der Heg.---1198 a. c. war Sahl noch nicht geboren. "°") Diese letzte Anekdote erzählt Leo im Namen des Jbn al Abbar, eines sehr berühmten Dichters und Historikers, und der sogar in einem Jahrhunderte mit Sahl lebte. Doch ist es wahrscheinlich, daß Leo es wirklich bei Jbn al Abbar gefunden, und nicht erdichtet habe. Der Araber selber hat sich aber täuschen lassen. Wenn Almakkari auch fast 100 Jahre spater als Leo blühte, so sind seine Zeugnisse doch im Allgemeinen gültiger, und besonders hier, wo er sich auf Jbn Said stützt, der wahrscheinlich Sahl persönlich kannte. Daher ist auch Leo nicht zu glauben, selbst wo seine Angabe nicht erwiesen falsch ist, aber mit Almakkari im Widerspruche ist: Drei Dinge sind jedoch aus seiner Erzählung zu entnehmen: 1) daß Sahl's Dichterruf wirklich sehr groß gewesen sein muß; 2) daß Sahl von seinen Glaubensgenossen nicht geliebt worden, da er sich erotische Gesänge erlaubte zu veröffentlichen. Daß ste ihn vergiftet haben, ist gewiß eine Lüge, wir würden es für eine solche halten, selbst wenn Almakkari nicht ausdrücklich von Sahl's Untergang zur See gesprochen hätte. So weit ging der Fanatismus der Juden nicht. Aber es beweist doch wenigstens, daß ste seine Gedichte nicht gern gesehen haben. 3) Geht endlich aus Leo hervor, daß Sahl nicht Muhammedaner geworden ist. (Schluß folgt.) Rheologie. Ein interessantest Cnriosum. (Eingesandt.) Zwei Freunde, verschiedener Konfession, Herr E. W., ein gebildeter Kaufmann, und der Rentier Herr I. R., ein Freund der Wissenschaft, zu Posen, konnten sich über die Frage nicht einigen: Wie viele von den zehn Geboten auf jeder der zwei steinernen Tafeln Mosis gestanden hätten? Herr W., der Christ, berief sich auf die Entscheidung,des hiesigen Oberrabbinen Herrn Salomon Eger, die folgendermaßen aussie!: „Auf-erwiedern wir hiermit, daß die allgemein angenommene Gleichtheilung zu fünf Geboten auf jeder Tafe'l ihren Ursprung im Talm. ^eruscd. Trakt. Lcbksiim Kap. 6 findet, woselbst der R. Chananja ben 'Gamliel anführt, daß auf einer jeden der

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