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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-24 · Heft 17 (24.4.1841) · p. Seite 241

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 17 (24.4.1841)
Date
1841-04-24
Page
Seite 241 (sequence 13)
Language
German
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fftx Fragen wlr jetzt naher über Me Lebensumstände des so sehr gepriesenen Dichters, so vermummen alle Literarhistoriker. Von gedruckten arabischen Büchern ist Almakkari wahrscheinlich der Erste, welcher biographisch von ihm spricht; und so unvollständig auch seine Angaben sind, so sind sie doch.die einzige sichere Quelle und zu-- gleich sichere Andeutungen für den Forscher,^ die richtige Spur zu verfolgen. Den Namen Saht in der noch sehr dunkeln Literaturgeschichte der Mauren zu ermitteln, ist etwas schwer. Nicht, weil der Name selten vorkommt, sondern weil er zu häufig erscheint. Jüdische Familien, besonders in Kordova (;. B. der Dichter Joseph ben Saht); muhammedanische Familien, besonders in Granada, tragen diesen Namen, der schon unter dem Chalifen Alinanum berühmt war; und von einem Dichter Ibrahim ben Sahl aus ^Valencia spricht Easiri I. pag. 128. Noch bezeichnender ist derselbe pag. 112, wo eine Sammlung Gedichte im Eskucial beschrieben wird, deren Verfasser Abu Jschak Ibrahim ben Sahl Hispalensi's heißt. Die Abraham oder Ibrahim hatten gewöhnlich den Ehrennamen Abu Jschack in Beziehung auf den Patriarchen, so wie die Jakob gewöhnlich Abu Joseph hatten. Da dieser Ibrahim zugleich aus Sevilla ist, so hatten wir doch einigen Grund, die Identität mit dem unsrigen für wahrscheinlich zu halten. Dennoch wage ich hier nicht, eine bestimmte Meinung darüber auszusprechen, weil mir weitere Data fehlen *). Fassen wir jetzt nach Almakkari die Lebens-Momente des Dichters zusammen, um sie in eine kleine Skizze zn vereinen. Ibrahim ben Sahl war 1211 (609 d. Hedg.) geboren. Wahrscheinlich zu Sevilla **); wenigstens muß er sehr jung dorthin gekommen sein, da er die dortigen Schulen besuchte. Sevilla hatte damals über 300,000 Einwohner und war der Mittelpunkt der Industrie, der Bildung und des Rekchthums, seitdem Kordova gefallen war. Auch die jüdische Gemeinde war zahlreich, und theilte nach Verhaltniß die Gunst der damaligen Zustände •) Iben Chaldun bei de Sacy (Audiologie Gramniacale Arabe pag. 429) spricht von einem JbrahimSahili, der eine neue poetische Schule stiftete; aber nach der Stelle zu urtheilen, die er in der Reihe der aufgezahlten Schulen eknnimmt, hat er nichts mit unserem Saht gemein. Sein Vorgänger starb 749 d. H» De Sacy muß die Beschreibung des Leo Afrikanus entgangen sein. Eben so wenig verweist Easiri I. 1. auf ihn. **) S. unten bei Leo Asrikanus. Sevilla's, das übrigens nicht eine bloße Stadt, sondern ein Staat war. Daß Ibrahim ben Sahl in dieser Gemeinde, trotz seiner Jugend (da er nicht älter als 40 geworden), Aeltester war, beweist schon genug für seine Vorzüge. Es beweist aber auch besser als alles Andere, daß er kein Moslem gewesen sein kann, wenigstens so lange er diese Würde bekleidete, und aus Atmakari's Worten läßt sich schließen, daß er bis zu seiner Todesreise Vorsteher war. Das Streben der Araber, ihn als einen Prosetyten darzustellen, wird durch zweideutige Autoritäten begründet.' „A. hörte von B., welcher es wieder von C. hörte, den er auf Reisen kennen gelernt, daß D. u. s. w." ist nach wahrhaft historischen Grundsätzen nur ein Beweis, daß man keinen Beweis hat. Da es Männer mit Namen Ibrahim ben Sahl gab, die unbezwekselt Muhammedaner waren, so ist der Jrrthum sehr leicht möglich gewesen. Das Streben ist aber jedenfalls ein neuer Beweis, wie hoch sein Ansehen bei den Arabern war, da sie sich so sehr bemühen, ihn für einen der Ihrigen zu erklären. Daß er aber viel unter Mohammedanern gelebt und sich keiner Enthaltsamkeit nach den Regeln der strengen Orthodoxie unterworfen habe, möchten wir für sicher hatten. Kurz yor seinem Tode im Jahre 12*4 ging bekanntlich Sevilla in die Hände des kastilischen Königs Ferdinand über. Vertragsmäßig durften die Einwohner (Me sich heldenmüthkg vertheidigten) mit ihrer Habe abziehen. Juden und Moslems eilten in der That nach Afrika hinüber aus dem seinem Verfalle zueitenden Sevilla. Und Saht mag mit einem solchen Auswandererschiffe seinen Tod gefunden haben. Mit den, bestimmteren biographischen Berichten Atmakkari's müssen wir jetzt die Nachrichten vergleichen, welche Leo Afrikanus in seinem Werke: De viris illustnbus etc. mittheilt, und welche, wie es scheint, von den neueren Gelehrten, die über die Literatur der Juden geschrieben, nicht gekannt sind *). Leo Asrikanus setzt bekanntlich das. Zutrauen seiner prüfenden Leser oft aus starke Proben; das that er auch bei Abraham ben Saht. Dennoch sind seine Nachrichten über diesen Mann von vielem historischen Werth. Schon daß er (der nur so wenige Juden ausgenommen) ihm einen so großen Raum *) S. Fabricii Bibliotbeca Graeca XIII. pag. 297 ff. Dem fleißigen Wolf (S. Bibl. Hebr. I. pag. 94) sind Leo's Nachrichten bekannt gewesen. Unbegreiflich ist, daß dieser so sorgfältige Gelehrte dort die Jahre der Hegira nach unseren Sonnenjahren berechnet.

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