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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-24 · Heft 17 (24.4.1841) · p. Seite 240

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 17 (24.4.1841)
Date
1841-04-24
Page
Seite 240 (sequence 12)
Language
German
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2W Prüfen wir die Folgen solchen Eifers, so müssen wir als eine der unmittelbarsten erkennen, daß man die arabisch dichtenden Juden als Ketzer verabscheute, ihre Namen nicht in die jüdische Literaten-Geschichte aufnahm und sie innerhalb des Judenthums vergaß. Hierdurch wurde es auch den Muhammedanern leicht, von vielen Juden, die sich bei ihnen einen literarischen Namen erworben, zu sagen, sie seien zum Islam übergetreten, oder waren wenigstens im Herzen Moslems gewesen. Zur Bestätigung des Gesagten geben wir hier aus einem bis jetzt im Original ungedrucktcn arabischen Schriftsteller Notizen über einige jüdische Dichter und eine Dichterin, deren Namen bei allen Litcrar-Historikern fehlen'). Unsere Quelle ist der so eben erschienene Almakkari in englischer Sprache von Paskual de Gayangos * 1 2). Nachdem der arabische Geschichtschreiber die hohe Bildung der Mauren in Andalusien 3 4) gepriesen, fahrt er fort: „Witz und Poesie in Andalusien waren aber nicht auf Moslems beschrankt, sondern wir finden sie auch bei Christen und Juden, die dieses Land bewohnten. Möge Gott der Allmächtige es bald wieder in die Hände der Gläubigen geben!" Er führt dann einen Christen aus Sevilla als arabischen Dichter an, der an Jbn Abbad Almotamcd ein Gedicht ex (empöre gerichtet '*). I. Hierauf nennt er den Juden Ibrahim Jbn Sahl Al-Jsracli, von dem er auch einen Vers, der aus dem Stegreif gemacht war, anführt und dann so foctfahrt: „Im Betreff dieses Juden sind verschiedene Meinungen in Umlauf. Einige behaupten, ec wäre nur innerlich Moslem gewesen (in lieart a Moslem); Andere sagen, er habe öffentlich den Islam angenommen und sich dazu bis an seinen Tod bekannt; wieder Andere dagegen behaupten, er lebte und starb im jüdischen Glauklungen); aber im Munde eines frommen Juden hat das Wort keinen guten Sinn. 1) Nur Leo Afrikanus spricht von einem derselben, worüber unten. 2) Der Herausgeber weist unwiderleglich nach, daß der Name nicht Almokri (d. h. Vorleser des Koran) sondern nach einer Stadt Nord-Afrika's auszusprechen sei. 3) Die Araber nennen ganz Spanien von der Provinz, die sie zuerst darin kennen lernten: Andalusien. 4) Dieser christliche,Dichter wird Almazzari genannt. Jbn Abbad Alinotamed aber herrschte über Sevilla und Kordova zu Ende des 11. Jahrhunderts. ben. Abu Hayan, der Grammatiker, erzählt im Namen des Kadial Koda (Oberkadi) Abu Brkc Mohammed Jbn Abi Nasr Al Fath Al Kaysi, welcher es von Ali dem Christen, einem Einwohner Sevilla's, den er auf seinen Reisen zu Granada traf, hörte, daß Ibrahim Jbn Sahl, der Dichter, früher Jude war; allein gegen Ende seines Lebens wurde er zum Islam bekehrt, und er schrieb zum Lobe Muhammed's, des Apostels des Herrn, eint lange und schöne Kassida s). „Ich las sie einst,"" sagt Abu Hayan, „„und ich erkläre, daß sie hinsichtlich ihres Wohlklangcs eines der wundervollsten. Gedichte ist, die ich je gelesen habe"". Es giebt aber, wie gesagt, Leute, die von der wahren Bekehrung dieses Mannes nichts halten wollen... ... Al-Az, welcher sein Leben schrieb, sagt, es wären Gründe genug, zu glauben, daß er ein Moslem gewesen sei; doch Gott allein wisse das Wahre der Sache. Eines aber ist gewiß; nämlich daß Jbn Sahl einer der besten Dichter seiner Zeit war, wie die Sammlung seiner Poesieen hinreichend zeigt. Er lebte zu Sevilla, wo er ein Vorsteher der jüdischen Gemeinde war (one of die elders of Ins tribe), und die Vorlesungen des Abu Ali Al-Schalubin Jbn al Dabbag und Anderer besuchte. Man erzählt, ein abendländischer Araber wurde gefragt, wie doch Jbn Sahl in einem so zärtlichen, schmelzenden Tone singen konnte? Er antwortete, es käme daher, weil er zwei Arten von Demuth in seinem Herzen vereinige, die Demuth eines Liebenden und die eines Juden. Abu Hayan zufolge, kam Jbn Sahl auf einer Seereise um. Das Schiff, worauf er sich befand, ging in einem Sturme mit Mann und Maus zu Grunde. Dies trug sich zu im Jahre 649, und Jbn Sahl war damals 40 Jahr oder ungefähr so alt. Als die Nachricht in Sevilla bekannt wurde, sagte ein andectr jüdischer Dichter sehr glücklich: „„Die Perle ist nun zu ihrer Muschel zurückgekehrt."" So weit der arabische Geschichtschreiber, dessen Worte wir treu nach der englischen Uebecsetzung darbieten, um zugleich eine kleine Probe seiner Darstellungsweise zu geben. . 5) Kassida heißt ein Gedicht, das wenigstens 30Doppelverse enthält.

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