Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1841)
- Date
- 1841-04-24
- Page
- Seite 238 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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238 macht, haben seit 5 Jahren 151 Kinder größtentheils mit dem Zeugniß der Reife die Schule verlassen. Hiervon haben sich 10 auf höhere Schulanstalten begeben, wovon einige die Doktorwürde erworben, 100 (ein Hundert) haben sich dem Handwerksstande und 14 dem ordentlichen Kaufmannsstande gewidmet; es sind also nur 27 Knaben verblieben, die theils ihren Eltern in ihrem Gewerbe behilflich sind, theils noch untergebracht werden sollen. — Auch ist es, wie wir aus guter Quelle versichern können, eine arge Uebertreibung, wenn der Verfasser behauptet, daß ein Viertheil der Juden wegen Kriminal- Untersuchung nicht hätte naturalisirt werden können. Sdr. Danzig, 8. April. -Auch auf dem gegenwärtig hier abgehaltenen siebenten preußischen Provinzial-Landtage sind die Hoffnungen der Juden auf eine Emanzipation gescheitert. — (Es kann uns dies nicht unerwartet kommen, da sämmtliche frühere preußischen Provinzial-Landtage sich in gleichem Geiste über die Juden aussprachen. Das aristokratische Element ist einmal unseren Glaubensgenossen nicht günstig, wie es sich so eben in dem englischen Oberhause, zu zeigen Gelegenheit hat. Mit dem Ertheilen von Rechten ist solches nie bei der Hand, es sei denn unter sich selbst. Wir waren daher recht froh, die Gleichstellung der Juden nicht unter den diesmaligen königlichen Propositionen für die Landstände zu sehen: denn auf, durch die Landstände selbst provocirte, vereinzelte Aeußerungen haben Sr. Majestät kein Gewicht zu legen. Da die meisten Mitglieder der Landstände der Provinz Preußen Rittergutsbesitzer sind, welche die Juden gar nicht kennen, höchstens einige Dorfjuden: so brauchen wir selbst uns nicht sehr um dieses Votum zu grämen.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 4. April. (Privatmitth.) In unsrer gegenwärtigen Zeit, wo jedes Gebiet der Literatur mit besonderer Geistesfülle bearbeitet, und hinwiederum alle vorhandenen Lücken mit einer mehr als gewöhnlichen Sorgfalt auszusüllen gestrebt wird, ist es von Wichtigkeit, und jüngeren Gelehrten sehr zu empfehlen, daß solche, anstatt ihre Kräfte auf zu viele und verschiedenartige Gegenstände zu zersplittern, sich ein bedeutsames Sujet erwählen, dem sie ihre Studien zuwenden mögen. Ihre Leistungen werden dann zwar individueller Natur, aber desto gediegener und bleibender an Werth sein. Ein solches rühmliches Beispiel giebt Herr vr. Gabriel Lippmann zu Trier, der seit Jahren sich den Werken unsres großen Exegeten Aben-Esra's gewidmet, und bereits mit Glück dieses Autor's rnNL ’o (1827), 'o (1834) und irrns nvw (1839) bearbeitet hat. Was wir in der nächsten Zeit von ihm für den gedachten Schriftsteller, dessen bedeutende Stellung in unsrer Literatur hinlänglich gewürdigt ist, zu erwarte« haben, lehrt uns folgende Stelle aus einem Schreiben. „Zugleich habe ich die Ehre, Ihnen hiermit zu eröffnen, daß in der Bälde Ebn Esra's interessante Schriften -irv ncö, mit einem von mir verfaßten hebr. Kommentar nebst deutscher Einleitung versehen, der Presse übergeben wird. Dasselbe wird wahrscheinlich in Frankfurt am Main gedruckt. — Alsdann werde ich, so Gott mir Kraft und Leben schenkt, an die Bearbeitung und Herausgabe der noch wenig bekannten Schriftchen Ebn Esra's: nsvi:s> *100 und nrtNrt schreiten, was den Freunden der hebr. Literatur nicht unwillkommen sein dürste. Das erste« ist bereits im vierten Band des "i»n tns — ohne Kommentar — durch Herrn Krachmal bekannt geworden; das Letztere ist aber meines Wissens noch nie gedruckt worden. Ich habe mir dasselbe unter Andern in der Münchner k. Hofbibliothek kopirt. Späterhin gedenke ich auch die sämmtlichen, mir bekannt gewordenen poetischen Arbeiten Ebn Esra's, kritisch erklärt, dem gelehrten Publikum vorzulegen. Gegenwärtig bin ich noch mit dem Sammlen derselben beschäftigt." Berlin, 23. März. Wir entnehmen dem Mag. f. Lit. d. A. folgenden interessanten Artikel über Juden als arabische Dichter von F. Lebrecht. — Vor der Erscheinung Muhammcd's lebten auf der arabischen Halbinsel viele jüdische Stämme unter eigenen Fürsten, unabhängig von Arabern und Christen, ja das