Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1841)
- Date
- 1841-04-24
- Page
- Seite 232 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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252 und um die Wahl eines Lebensberufes für sie handelt. Die Bestätigung für das Gesagte liefert die in Prag lebende jüdisch-adelige. Familie von H. — Auch rücksichtlich des Aufenthalts der Juden in der k. Kreisstadt Budweis in Böhmen, woselbst den durchreisenden Juden kaum zwei Stunden zu verweilen gestattet war, soll eine günstige Entscheidung von Seite der Hofstelle erflossen sein. — Das ist die Lichtseite unsrer, das jüdische Leben betreffenden Tagesereignisse. Aber auch an Schattenseiten fehlt es nicht. Das Nachtgespenst des finstern Judenhasses spukt hie und da mehr als gewöhnlich, und treibt zuweilen unter anscheinend gesetzlicher Aegide sein Unwesen. Doch ich möchte Sie um Ihre heitere Stimmung nicht bringen, wenn meine früheren Neuigkeiten eine solche hervorzubringen im Stande gewesen sind. Ueber die Angelegenheiten der prager Judengemeinde, in deren erstarrtes Leben bis jetzt Rapoports Wirksamkeit, eben so wenig als die höchst anregenden Predigten des vr. Sachs, und der wohlgemeinte Eifer mancher wohlhabender Gemeindeglieder einen befruchtenden Kern zu bringen im Stande waren, behalte ich mir vor, zu einer andern Zeit ein wahres Wort zu sprechen. Nur eine so eben unter dem Titel yran nus mir zugekommene Broschüre eines anonymen Verfassers kann ich nicht mit Stillschweigen übergehen. Sie bringt die schon oft besprochene Beschränkung hinsichtlich des Genusses der Hülsenfrüchte am Peßachfeste wieder zur Sprache. Das darin Gesagte ist nicht neu, und hätte jetzt wenigstens mit einem größern Gewicht der, Gründe nur in einer gefälliger« und ansprechendem Form dargestellt werden sollen. Jedenfalls war die Sache gutgemeint, kam zur rechten Zeit (vor dem Peßachfeste), und dürfte dem prager Oberjuristenkollegium, besonders dem würdigen Rapoport, der der schwierigen Stelle eines versöhnenden Vermittlers zwischen den Ansprüchen einer orthodoxen Partei, und den Forderungen der Zeit gern genügen möchte, eine kleine Verlegenheit bereiten. — Arad, 20. März. (Privatmitth.) Der (No. 12) erwähnte Orgel-Ball hat hier vielen Beifall auch außerhalb der Gemeinde gefunden. Unser Bürgermeister H. v. Heim sandte sogleich 12 fl. 3V Kr. als Beitrag und Zeichen der Anerkennung der Sache dem ersten Vorsteher zu. Dasselbe thaten auch viele Kameral-Beamten und mehrere Bürger bei Gelegenheit unsers Purimfestes. Unser wackerer Herr Vorsteher Epstein hat auch für diese Kasse einen eignen Kassirer ernannt, damit jene Gelder von dem übrigen Kirchen-Vermögen ganz getrennt bleiben. Es wird noch immerfort geopfert, und man glaubt in 1| Jahren damit zu Ende zu sein. Die Gemeinde hat auch bereits einen tüchtigen Kapellmeister als Musiklehrer für die Schuljugend angenommen, damit selbe bis dahin notenfest werde, was schon jetzt beim Sabbat-Gottesdienste fühlbar ist. — Selbst unsere Gegner gestehen, daß die Ungarischen Israeliten rasch vorwärts schreiten, und es ist bcmerkcnswerth, wie viel in Ungarn seit dem letzten National-Kongreffe in Pesth geschehen ist. Fast jede politische Zeitung beschäftigt sich mit dem Judenthume. Dort werden ungarische Prüfungen mit Beifall gehalten, da neue Schulen organisirt; hier mit Predigt und Chor Synagogen eingcweiht; in Pesth beabsichtigt der um das Ungar. Judenthum so hoch verdiente H. M. Bloch, Mitglied der ungar. gelehrten Societät, eine israel. ungar. theologische Fakultät zu gründen, Industrie nimmt überall zu, auch die eifrigsten Orthodoxen lassen ihre Söhne Handwerke erlernen, und wir fühlen uns glücklich für den künftigen Landtag - so gerüstet unsrer guten Sache die schlagendste Beweiskraft zu leihen. Vergessen wir auch nicht die große Unterstützung, die uns von den Dikasterien und hoben Behörden auf der edelmüthigsten Weise zu Theil wird. Die hohe Statthalterei befördert Alles, was nur zum Wohl des Judenthums gereichen kann; die Komitaten legen immerfort die loyalsten Gesinnungen für uns an den Tag; so schickte z. B. der Fürst Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran 125 fl. den armen Veszpremer Israeliten zum Neujahrsgeschenk u. m.a. Auch der Militäreiser erwacht ungemein. An 500 junge Israeliten traten seit Januar freiwillig mit Handgeld in die Reihen der dem König bewilligten Rekruten.Subsidien; unsere Komitats-Assentirungs - Deputation .machte sogar den Wallachen Vorwurf darüber, an Militäreifer den Israeliten nachzustehen. ... u. Groß-Canischa, 25. März. (Privatmitth.) Vor Kurzem ist der Rabbinats-Kandidat Hr. Löw