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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-24 · Heft 17 (24.4.1841) · p. Seite 231

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 17 (24.4.1841)
Date
1841-04-24
Page
Seite 231 (sequence 3)
Language
German
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LSL dieser Behörde niedergelegt worden. Unterzeichnet ist das Schreiben von Worms de Romilly, Präsidenten, Cremieux, Vicepräsidcnt, Deutz, Großrabbine, Maas, Cerfbeer, Raphael sein, PH. Simon, und M. Polack, Sekretär. Bremen, 8. April. (Privatmitth.) Von dem Rabbinen Hirsch zu Oldenburg ist in dem bekannten Bremischen Konfessonsstreite der Pastoren eine sehr interessante Broschüre erschienen: „Jüdische Anmerkungen zu den Bemerkungen eines Protestanten über die Konfession der 22 Bremischen Pastoren. Von einem Juden," welche die erste polemische Schrift des Vers, nach außen ist. (Wir werden in nächster No. über sie berichten. Redakt.) Desterreich. Prag, 29. März. (Privatmitth.) Was unsre hiesigen Verhältnisse und Zustände betrifft, so bieten sie im Ganzen genommen wenig Erfreuliches dar. Was sich hie und da in Angelegenheiten der Juden zugetragen hat, kann für nichts mehr, als für blos individuelles Ereigniß genommen werden, das, es sei günstig oder ungünstig, bei unsrer politischen Verfassung um so weniger zum untrüglichen Maaßstabe einer herrschenden Gesinnung oder vorwaltenden Regierungsansicht dienen kann, da es nie aus eigentlichen Prinzipien oder Regierungsmaximen resultirt, sondern größtentheils in der Individualität der Beamten seinen Grund hat, oder von sonstigen Zufällen abhängt. Man täuscht sich daher eben so sehr, wenn man aus den, den Einzelnen zu Statten kommenden Begünstigungen aus einen k'avor legi» im Allgemeinen schließt, als wenn man in den Kränkungen, die zuweilen der eine oder der andere Jude zu erdulden hat, verdächtige Symptome einer zum baldigen Ausbruch kommenden materia peccans oder ahnungsvolle Zeichen einer sich trübenden Zeit erblicken will. Nur so wird es begreiflich, wie oft zu gleicher Zeit, ja 'von einer und derselben Behörde neben milden Konzessionen auch drückende Verfügungen erlassen werden. Im Ganzen hat sich das politische Verhältniß des jüdischen Gesammtwesens seit mehren Dezennien nicht geändert, und sein 8tatus quo ist derselbe wie vor 30 Jahren. Von diesem Gesichtspunkte aus mögen auch nachstehende Ereignisse der jüngsten Zeit beurtheilt werden, die, insofern sie jüdische Interessen betreffen, beachtenswerth bleiben, ohne uns deshalb sanguinischen Hoffnungen hinzugeben. — Die auch in öffentlichen Blättern zur Sprache gebrachte, von der Behörde erlassene Verfügung, durch welche den Juden der Sommeraufenthalt in dem bei Prag gelegenen Dorfe Bubentsch nur gegen eine bedeutende Abgabe gestattet werden sollte, ist sicherm Vernehmen zufolge, auf eine in kräftigem und würdigem Tone abgefaßte und hohem Orts überreichte Gegenvorstellung von Seiten unsres humanen Herrn Oberstburggrafen wieder behoben worden. Es bedurfte bei diesem ganz vorurtheilsfreien und biedern Landeschef in der That nichts weiter als der Hinweisung auf das Ehrenkränkende, das in einer solchen neuen Judensteuer läge. Zuverlässigen Berichten zufolge, sollen die jüdischen Fabrikanten Brüder Porges zu Prag, eben jene, die bereits vor längerer Zeit, um ein ausnahmsweise für sie und ihre Descendenz zu verleihendes Bürgerrecht höchsten Orts angesucht haben, zwar nicht das Bürgerrecht, wol aber — den Adel erhalten haben. Für das Gesammtjudenthum liegt in einer solchen Adelserhebung grade nichts Erhebendes und Erquickliches; aber selbst für die Betheiligten dürfte, inwiefern sie doch sonst aus der beengenden Sphäre, die um die jüdischen Verhältnisse noch immer gezogen ist, nicht herausgetreten sind, der Vortheil, der aus einer solchen Nobilitirung entspringt, sehr problematisch sein. Wie dankbar auch die in einem solchen Gnadenakte liegende höchste Auszeichnung anerkannt werden muß, einen Aufschwung, ein Gefühl der Erhebung vermag ein solcher Akt uns doch da nicht zu gewähren, wo unsrer Kraftentwickelung anderseitig noch so viele Hemmnisse entgegen treten, „Ich fordere Wasser" sagt (glaub' ich:) Don Karlos, für meinen heißen Fieberdurst, und er giebt mir glühend Gold zu trinken." Wir möchten nicht die Bevorzugten sein wollen, aber auch die Zurückgesetzten möchten wir nicht sein. Wir wollen unfern Adel in dem Adel der Gesqmmtheit, nicht in dem Adel der Einzelnen unter uns suchen. Der Adel bei jüdischen Familien vermehrt nur das Drükkende der Last, die den Juden als solchen drückt, und macht es ihm besonders fühlbar, wenn es sich um die Erziehung und Versorgung seiner Kinder

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