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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-17 · Heft 16 (17.4.1841) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 16 (17.4.1841)
Date
1841-04-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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im Gebirge Samen, nahe'.bei dem sehr spitz zulaufenden Berge Amba Gidron auch Judenfels genannt, und legen sich ganz auf den Feldbau, auf Holz» und Waffertragen, und sind die einzigen sehr vorzüglichen Maurer und Töpfer in Abyffinien. Ihre Dörfer haben alle eine sehr feste Lage. (Sehr genaue Mittheilungen über dieselben gaben wir in No. 87. Jahrg. 1839. und No. 21. Jahrg. 1840). Es ist zu bedauern, daß Rüppell keine Gelegenheit gehabt, sie näher kennen zu lernen. Außer diesen drei Religionsparteien gedenkt Rüppell noch einer Sekte, die zu keiner von jenen gehört, den Namen Gamant führt, und deren Glieder einige Meilen nördlich von Gendar in einer durch ihren Fleiß sehr angebauten Gegend wohnen, „aber von den abyssinischen Christen und Muhamedanern als aller Religion ermangelnde Heiden in hohem Grade verachtet werden. Sie glauben an einen einzigen Gott und an die Unsterblichkeit, und erkennen bloß Mofes als einen von Gott inspirirten Propheten an; wollen aber von keinem Religionsbuche Etwas wissen. Sie haben gar keine besonderen Festtage, jedoch enthalten sie sich am Sonnabend des Ackerbau's. Auch beobachten sie keine Art von Fasten und essen ohne Unterschied das von Christen, Juden oder Muhamedanern geschlachtete Fleisch, (während diese Drei nur das von ihren Glaubensgenossen geschlachtete essen,) weshalb denn auch diese sie gleich sehr verabscheuen. — Von Charakter zeigen sich die Gamant als gutmüthige Menschen und als ruhige und fleißige Bürger, Trotz der willkürlichen Reizungen und Verfolgungen, denen sie von Seiten Andersgläubiger ausgesetzt sind." — Nach ihrer Kopfform und ihren Gesichtszügen gehören sie dem Geschlechte der alten Aethiopier an und ihre Sprache ist identisch mit der der Felasga oder der einheimischen Juden. Sie sollen früher Juden gewesen und gegen das Ende des dreizehnten Jahrhunderts als Sekte entstanden sein, wo die abyssinischen Christen die Israeliten so hart verfolgten. Wie sie es mit der Beschneidung halten, konnte der Vers, nicht ermitteln. — So ist der wesentliche Boden der Religionsverfassung Abyssiniens noch immer das Judenthum, und gerade daß ihm der Boden streitig gemacht wurde, ohne es entfernen zu können, hat den Verfall der ihm entfremdeten Masse zuwege gebracht, während die im Judenthum beharrende, oder ihm ganz nahe stehende Masse sich so vortheilhaft in ihrem ganzen Kulturstande auszeichnet. — Dänemark. Ein dänisches Provinzialblatt enthält einen sehr witzigen und launigen Artikel, unter dem Titel: „Ansichten eines alten dänischen Landpredigers, betreffend die Wahlfähigkeit der Israeliten zu Deputirten in den dänischen Ständeversammlungen," welchen auch der „Telegraph" abdrucken ließ. Wir heben einige prägnante Stellen hervor. „In des höchst seligen Königs Christian V. Gesetz, soll sich ein Kapitel finden, welches von „Juden und Tatern" handelt, und diese Zusammenstellung ist für die Nation nicht profitabel. Damals durfte kein Jude, bei tausend Rbthlr. Strafe, sich hier im Reiche finden lassen, ohne einen besonder» Geleitsbrief des Königs erlangt zu haben; allein der Almanach zeigt, daß in diesem gegenwärtigen Jahre 155 Jahre seit der Publikation des Gesetzbuches Christian V. verlaufen sind, und in 155 Jahren können sowol als müssen einige unterschiedliche fast unglaubliche Revolten Vorgehen. Ja, es können in einem Stieg Jahren sehr bemerkbare Veränderungen in der öffentlichen Meinung eintreten; ich denke hierbei an die große Judenfehde, die in Kopenhagen statt fand. Jetzt hat der blinde Haß sich ganz temporirt, und Einige von denen, die damals schrieen: „kreuzige ihn!" rufen nun „Hosianna!" für die Nation, so daß, nur in umgekehtter Ordnung, bei uns dasselbe Schauspiel stattfindet, als in Jerusalem anno p. C. 34. Ich akkomodire mich nach diesem Gange der Zeit, da ich es für eine Bestialität ansehe, sich der Zeit zu widersetzen, die mit zu den allmächtigsten Dingen gehört, die ich kenne. Wer nicht der Zeit gleichen will, in der er lebt, der kann nicht in der Zeit leben, wie sie ist. Tempora mutantur et nos. Da es nun Forderung der Zeit ist, daß diese Nation in die Ständegesellschaft eintreten soll, so sage ich: Lene! consentio. Und ich habe Gründe für meine Meinung; denn ich bin keine alte Wetterfahne, die knarrt, je nach dem der Wind weht; im Gegentheil, ich widersetze mich oft der Zeit, wenn sie mir zu aussätzig wird, und kämpfe lange mit ihr. Doch es will mir fast nie glücken, sie auf den alten Weg (in das alte

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