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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-10 · Heft 15 (10.4.1841) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 15 (10.4.1841)
Date
1841-04-10
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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214 komisch-tragischen Geschichte liegt aber einzig und allein in der geringen Theilnahme von Seiten des jüdischen damaligen Publikum's an der Rabbinenwahl, wodurch es einigen Individuen in der Hauptstadt leicht ward, die meisten Stimmenden durch manche Vorspielungen — wie z. B. durch ein Heirathsprojekt, wodurch das Land weniger zum Rabbinengehalt beizutragen hatte — für ihre Ansicht zu gewinnen. Diese Tbeilnahmlosigkeit zeigte sich am meisten dadurch, daß viele Notabeln bei der Wahl nicht erschienen waren, welche daher ohne Weiteres durch Personen aus der Hauptstadt ersetzt wurden. — Aber auch jetzt hören wir Einen und den Andern die Besorgniß äußern: es könnte jetzt wieder durch die — Anmaßung eines oder einiger Wenigen das Wohl der Israeliten unseres Regierungsbezirks gefährdet werden! — Diese Befürchtung war bis noch vor Kurzem nicht ganz ungegründet; — es wähnte wirk- Ik& ein Einzelner: die guten alten Zeiten wären noch vorhanden, wo ein Anmaßender die ganze Masse am Gängelbande herumziehen und instinktmäßig bej herrschen könne; und in der That versuchte dieser j auck Alles, um wieder von diesem verjährten Rechte! Gebrauch zu macken.-Aber — die Binde ist! zur Zeit Allen von den Augen gefallen, der Verstand aufgehellt, die Fesseln gelöst! Dank-den vielen redlichen, einsichtsvollen und wahrheitsliebenden Männern unter uns, die nach Licht, Wahrheit und Rechtlichkeit streben! Dank insonders der Allg. Zeit, des Judenthums, die auch den minder Gebildeten bei uns, wie allenthalben, Interesse für das wahre Religiöse einflößte! Dank unserer hochherzigen Regierung und Behörde, die da nicht gestatten, daß wir noch fernerhin in den frühem Uebelständen verbleiben, und endlich den größten unaussprechlichen Dank dem lieben Vater im Himmel, der uns erlöset und erleuchtet hat!-Wir können demnach mit Recht erwarten, daß die nächste Rabbinenwahl eine gerechte, vorsichtige, und den allgemeinen Wünschen entsprechende, segenbringende sein wird, da jeder die Wichtigkeit derselben und besonders die Notabeln die Bedeutendheit und Heiligkeit ihres Einflusses auf diese Wahl und das künftige Wohl ihrer hiesigen Glaubensgenossen erkannt haben. Diese werden gewiß selbstständig — nach dem Bedürfnisse ihrer Gemeinden, deren Organe sie sind — ihre Stimme abgeben und sich nicht durch erheuchelte Einflüsterungen und Vorspiegelungen, die ihnen gewiß in den verschiedenartigsten Gestalten, besonders während ihrer Anwesenheit in der Hauptstadt, zu Ohren und vor Gesicht kommen werden, von ihrer Ueberzeugung abbringen lassen. „Seid stark und fest, verzaget und fürchtet nicht; denn Gott ist mit Euch!"-- Literarische Nachrichten. Magdeburg, 29. Marz. Herr L. H. Löwenstein zu Frankfurt am Main hat ein schönes hebräisches Gedicht zu Ehren Montefivre's als Manuscripr drucken lassen. Nachdem der Dichter die Ursache der bekannten Verfolgung kn den Sünden Jsrael's gefunden, und das überkommene Verderben kräftig geschildert hat, bringt er England seinen Dank, und als dessen herrlichem Sohne, dem Sir Moses. An diesen richtet er unter Anderm folgende Apostrophe: ,riadt> naab , tpntiäj , n-da , nntiy ^»2! , nnN.sryi “ins . n:»i« tjninaa rfnaai nt! n:p'a tro? b?! t^nar'7 btin ,^252? nab tpana'? sbs>! tNhn'ch npbn , LNAw mbna V&lW!! eeba; Vaq , ti^ra m'bd , iTtt’QlD — tjnss Bi'bd , naart ay , naa: “rjqr? Herr H. Somerhausen zu Brüssel hat einen sehr interessanten Artikel de la Presse periodique litteraire cliez les Israelites en Allemagne im Feuilleton des l’lndependant (vom 29. Jan.) veröffentlicht. — Magdeburg, 30. März. Angekommen: Gottcsdienstl. Vortrag am Huldigungstage ff. gehalten in der Repräsentantell-Versammlung der israel. Gemeinde zu Posen, von A. Wiener, Cand. pliil. et rabbin. Posen 1841. Das Aeußere dieses Vortrags — er ist lithographirt — ist nicht empfehlend, aber der Inhalt verdient alles Lob. Ec bezeugt hinlänglich, daß der Verf. ein sehr bedeutendes Rednertalenk, welches sich insonders in einem ergiebigen Redeflüsse äußert, besitzt, und bei weiterer Entwickelung ein sehr gewandter Redner werden wird.

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