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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-04-03 · Heft 14 (3.4.1841) · p. Seite 192

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 14 (3.4.1841)
Date
1841-04-03
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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192 lichsten Eintracht vorüber, und alle hohen Personen blieben bis zur gänzlichen Beendigung des Gottesdienstes. Sonnabend den 22sten war großer Gottesdienst; der Herr Oberrabbine hielt abermals eine schöne Rede über die Einweihung der von dem Frauenverein geschenkten Tora; er belehrte darin die Gemeinde über die darin enthaltenen Pflichten, sowol in religiöser als politischer Bedeutung. Zum Texte hatte derselbe den ersten Vers der verlesenen wöchentlichen Abtheilung gewählt. Montag den 24sten Morgens 6 Uhr kündigte der Donner der Kanonen und das Geläute der Glocken den Geburtstag unsres allgemein geliebten Monarchen an; um 10 Uhr wurde ein feierlicher Gottesdienst gehalten; die Synagoge war sehr besucht, alle Fremden nahmen Theil daran, das Frauenchor war ebenfalls sehr besetzt, und viele Bekenner der anderen Konfessionen waren zugegen'; die innigsten Wünsche für das Wohl'des allgemein geliebten Fürsten und dessen erlauchten Hauses stiegen zum Herrn empor, und der Herr Oberrabbine regte diese durch seine gehaltvolle Rede über Vaterlandsliebe und Treue noch mehr zur Begeisterung an. Er schloß seine Rede, indem er die Gemeinde ermahnte, ihre Treue und Anhänglichkeit an Oranien's kräftigen Heldenstamm ihren Kindern zu vererben. Hierauf wurden vom Chor die Psalmen 45, 21, 72, 91,111. gesungen, und jauchzend stimmte die Gemeinde ein. Zum Schluß wurde noch das Gebet für Se. Majestät den König bei offener Bundeslade abgesungen. Lief gerührt von der Liebe und Treue, welche jeden niederländischen Israeliten beseelen, schätzten alle Fremden die Unterthanen eines so gnädigen Monarchen höchst glücklich. Ein frohes Mahl, welches vom Kirchenvorstande zu Ehren des anwesenden Herrn Oberrabbine» gegeben wurde, woran, viele Fremde Theil nahmen, so wie auch zwei glänzende Bälle im städtischen Rrdoutensnale und eine höchst sinnreiche Beleuchtung des Kirchengebäudes schloffen die Feierlichkeiten. Dienstag den 25sten wurde die neue Schule eröffnet, wobei eine öffentliche Prüfung der Schüler stattfand, welche viele Fremde und die Eltern der Schüler mit ihrer Gegenwart beehrten. Der Lehrer, Herr Levy, hielt bei dieser Gelegenheit eine passende Anrede an die Schüler über Unterricht und Religion, welche durch den Kandidaten der Jurisprudenz Herrn M. Wyngaard sehr sinnreich erwiedert wurde, und beide Reden wurden mit vielem Beifall ausgenommen. Zum Schluffe mag hier eine kurze Beschreibung der neuen Synagoge und deren Bauart noch Platz haben. Kühn und geschmackvoll erbauet, giebt schon die äußere Symmetrie einen heitern frohen Anblick; der linke Flügel enthält die Küsterwohnung nebst zwei durch Dampf zu erwärmende Bäder, und der rechte die Schule nebst dem Gemeinde-Sitzungssaal; die äußere Fayade trägt die in einem Halbrund aus Stein hervorragenden Namen der 12 Stämme, so wie Bundestafeln in einem Altarfenster von gemaltem Glase; das Innere entspricht dem Aeußern, die Hauptthüre, dem Altar gegenüber, führt durch eine Halle von 10 Säulen in dorischer Ordnung, das oval erbaute Frauenchor tragend, hindurch, zur 'Rechten und Linken befinden sich 70 bequem eingerichtete Sitze, und die ganze Kirche faßt etwa 600 Personen. Zu dem im gothischen Styl verfertigten Altar, dessen Gitter mit großen Leuchtern besetzt sind, führen drei marmorne Stufen; das Licht fällt von Oben durch zwei große in der Decke angebrachte Fenster, wovon das eine im Schiff der Kirche ein Viereck, das andere aber, dem Portal zu, wo sie in Halbrund gebaut ist, einen Zirkel bildet. Von diesen beiden Fenstern hängen zwei sehr große geschmackvolle kupferne Kronenleuchter herab, welche zu den Hauptzierden der Synagoge gerechnet werden können. X. Rußland. Lublin, II. März. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde hat am Sabbat den 23. Januar A. St. (15. Febr.) die Vermählung Sr. Kais. Hoheit des Großfürsten Alexander mit der durchlauchtigsten Prinzessin Maria von Hessen-Darmstadt auf solenne Weise gefeiert. Schon Freitag wurden von unseren Vorstehern alle Bethäuser und die hier vorhandenen kleinen Synagogen geschlossen. Die ganze Gemeinde hatte sich also den folgenden Tag in der Haupt-Synagoge zur Betstunde eingefunden, so daß eine Versammlung von über 4000 Personen, die vereinigt für das Heil dieses Ehepaars, das der

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