Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1841)
- Date
- 1841-04-03
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
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lichen Festlichkeit, welches Geläute bis zum gänzlichen Einzuge in die neue Synagoge währte;) in Bewegung und zwar nach folgender Ordnung: 1. Ein Detachement Infanterie, geführt durch einen Hauptmann und einen Lieutenant; in ihrer Mitte befand sich der Platzmajor; 2. Der Küster der Gemeinde, tragend die National-Fahne; 3. alle wirklichen Mitglieder, die zur Gründung der neuen Synagoge beigetragen in zwei Reihen, in ihrer Mitte zwei Vorsänger; 4. die fremden, zu dem Feste eingeladenen Israeliten; 5. 24 Knaben von 8 bis 12 Jahr, alle gleichförmig gekleidet, brennende Wachslichter tragend in zwei Reihen, geführt durch ihren Lehrer, nebst einem Assistenten; 6. 24 Mädchen ebenfalls von 8 bis 12 Jahr, alle gleichförmig weiß gekleidet, mit Blumenkränzen im Haar und Blumenkörbchen in der Hand, in zwei Reihen unter Leitung zweier Damen; 7. Eine Kapelle Zanitscharenmusik vom vierten Infanterieregiment; 8. Ein schön verzierter Baldachin, getragen von vier schwarz gekleideten Herren; 8. der Hochwürdige Herr Oberrabbine unter dem Baldachin, eine zur Einweihung bestimmte Tora tragend; 10. die übrigen heiligen Torot, getragen durch von der Kommission besonders zu dem Feste eingeladenen Israeliten, unter dem Baldachin hinter dem Herrn Oberrabbinen; 11. der Hochlöbliche Kirchcnrath der Haupt-Synagoge zu Maestricht; 12. die Verwaltungs-Kommission; 13. die Kirchen-Vorsteher der israel. Gemeinden in Limburg; 14. Ein Detachement Infanterie schloß den Zug. Es gereicht sowol der Polizei- und Militärbehörde, als auch den hiesigen Einwohnern zum Ruhme, daß trotz des großen Andrangs, weder während des Zuges noch in den ganzen Festtagen, auch nicht die mindeste Unordnung oder Störung vorgefallen ist. Gegen 4^ Uhr langte der Zug bei der neuen Synagoge an; hier wurde Halt gemacht. Die zwei Detachements Infanterie bilderen zwei Spaliere, und die 24 Mädchen stellten sich ebenfalls in zwei Reihen auf. Eine Deputation holte die Behörden und Geistlichkeit ab, und nachdem sich Hochdieselben dem Zuge angeschloffcn hatten, begann unter dem Spielen des Nationalliedes, indem obige Mädchen Blumen streueten, der Einzug in die Synagoge. Alle dazu eingeladenen hohen Personen, sowol Civil als Militär, erschienen in großer Galla. Nachdem dieselben ihre Plätze eingenommen, holten die Vorsänger die in der Vorhalle stehenden Torot ab, und begleiteten dieselben unter dem Absingen besonders dazu verfaßter Lieder bis auf die Bima; hierauf wurden die gebräuchlichen 7 Umgänge mit den heiligen Gesetzrollen gehalten, wobei die durch den Herrn Oberrabbinen verfaßten Loblieder unter Begleitung der Orchester vom Chor gesungen wurden. Gesänge, Orchester und Chor machten eiy harmonisches Ganze, und verfehlten ihren Eindruck nicht. Nach dem siebenten Umgänge' setzte der Herr Oberrabbine die Torot in die Lade, verrichtete sodann das Gebet der Einweihung, betete für das Wohl des Staates, für das Glück Sr. Majestät des Königs, für das Heil der hohen Staatsdiener u. s. w., wonach die Lade geschlossen wurde. Sodann hielt derselbe eine kräftige, erbauungsvolle Rede über den Text: 5. Buch Moses 10, 12., welche vom Negierungs - Sekretär und stellvertretenden Forstmeister, Herrn Bloemendal in seiner Eigenschaft als Vorsteher der Gemeinde, und Empfänger der VerwaAungs- Kommission, sehr schön und geistreich erwiedert wurde. In derselben stattete dieser im Namen der Gemeinde den Dank an die Hohen Staatspersonen für die der israelitischen Gemeinde bewiesene Theilnahme und bethätigte Hülfe ab. Aufrichtiger Beifall wurde diesem thätigen Manne von allen hohen Personen zu Theil, und alle Anwesenden waren durch diese Rede tief gerührt.. Sodann wurde das Gebet wran ‘jmrn für Se. Majestät den König und das erlauchte König!. Haus, bei offener Lade unter Begleitung des Orchesters gesungen, und die Lade geschlossen. Nun wurde das Gebet zur Aufnahme des Sabbats ith mb ebenfalls Choral und mit Orchester verrichtet. Tief gerührt empfand die ganze Versammlung den imposanten Eindruck und die Anwesenden anderer Konfessionen waren nicht minder ergriffen. Alles ging in der schönsten Harmonie und brüder-