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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-03-27 · Heft 13 (27.3.1841) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 13 (27.3.1841)
Date
1841-03-27
Page
Seite 183 (sequence 11)
Language
German
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183 schwierige Stellung eines Rabbinen der Jetztzeit bei den herrschenden Glaubensparteiungen, die Pflicht eines solchen im Allgemeinen, daraus seine eigene, zuletzt seine Stellung zur Gemeinde und die Stellung der Gemeinde zu ihm schön und klar auseinander. Einsender glaubt diese Rede den gehaltreichsten unserer Zeit mit Recht an die Seite stellen zu dürfen und kann, noch in Betracht des anerkannt biedern Charakters des Herrn Rothenheim, der Gemeinde Wallerstein nur von allem Herzen gratuliren, ein solches geistliches Oberhaupt nunmehr zu besitzen. Lüneburg, 10. März. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde in Verbindung mit mehreren Gemeinden des Fürstenthums Lüneburg hat eine Petition um Emanzipation oder wenigstens Verbesserung der Verhältnisse der Israeliten an Se. Majestät den König gerichtet. Dieselbe liegt fetzt zur Unterzeichnung den verschiedenen Gemeinden vor. Abfasser derselben ist der hiesige Prediger und Lehrer, Herr Hermann Calmsohn, und wird das Weitere. Ihnen zur Zeit gemeldet werden. sStatistische Bemerkungen:^ Nach dem Hof- und Staars-Handbuch für das Großherzogthum Baden für 1841 betragt unter 1,277,365 Einwohnern die Seelenzahl der Israeliten 21,368. — In Posen wohnen unter 38,060 Einwohnern 9000 Israeliten. — Nach offiziellen Angaben betrug am 1. Jan. 1840 die Bevölkerung Niederlands (mit dem Herzogthum Limburg) 2,860,450 Seelen, worunter 52,245 der israelitischen Kirche angehorten. Literarische Nachrichten. Paris, Februar. (Fortsetzung der Liste der durch Herrn Munk aus Aegypten gebrachten Manuskripte (s. No. 10.)) B. Rabbinische Werke. 10. Arabischer Kommentar von Maimuni über die Mischna, Seder Naschim. 11. Derselbe über die letzte Halste von 8. Nesikin. über 8. Kodaschim und 8.' Taliarot. 12. Kommentar des Maimuni über M. Roscli haschana. Dieses, vermuthlich einzige Exemplar enthalt das Postskciptum des Maimuni, im tn'-Htt gegeben, und die seines Enkels David, citirt von 11. Asaria und R. Azuiai. 13. Deraschot über verschiedene Abschnitte des ersten und zweiten Buches Mosis 2 Bde. 14.- Kommentar über Pirke-Abot, gefolgt von einigen Legenden über Iba-Esra, Maimuni ff. 15. Deraschot für die Festtage (unvollst. Mscpt.) Die letzten drei Werke werden von den Juden Cairo's dem R. David, Enkel des Maimuni, zugeschrieben, dem sie keinesweges angehören. Die verdorbene Sprache bezeugt beim ersten Blick einen neuern Autor, und eine Stelle des ersten Buch Mose lehrt uns in der That, daß der Autor 1503 es abgefaßt hat. —. In Metz erschien vor Kurzem: le Rabbinisme fran^ais, von Oster, erste Lief, enthaltend eine Kritik der Hist, des Hebreux von Lambert, Großrabb. zu Metz. (Archiv. isr. de France.) Magdeburg, 14. Marz. Wir werden gewiß vielen Lesern ein Vergnügen gewähren, wenn wir folgenden Bericht über die Vorlesungen des Dr. Frankfurter zu Hamburg, über deren Beginn wir schon restriren ließen, wie ihn der Hamb. Corresp. vom 9ten, von einem christlichen Referenten giebt, hier abdcucken lassen. Den Versuch, den Herr Br. Frankfurter, Prediger an dem israelitischen Tempel hieselbst, wahrend der verflossenen Wintermonate gemacht hat, Vorlesungen über „Religion^ zu halten, ist mit so günstigem Erfolg gekrönt worden, daß eine nähere Besprechung hier nicht überflüssig sein dürfte. ' Wenn Rest, aus dem Kreise der Zuhörer heraustretend, es jetzt wagt, eine objektive Stellung einzunehmen, so bedarf es zuvor einer Verständigung, um seine Berechtigung und vielleicht seine Befähigung dazu dem größern Publikum gegenüber darzuthun. Denn eine Vorlesung ist kein Buch, was man nach Belieben recensiren kann, und Res. ist kein Theolog, dem allerdings in diesem Falle das Recht und vielleicht die Verpflichtung obläge, sich sachgemäß auszusprechen. Aber unser Redner forderte zur freiesten Prüfung und Beurtheilung des Gehörten auf, und die Vorlesungen waren öffentliche in der weitesten Bedeutung des Wortes, denn Männer und Frauen, jüdische wie christliche. Vornehme und Geringe, Alte und Junge füllten den Saal, der jedem Gesitteten geöffnet war, und der Redner wußte das Interesse so zu erhalten, daß oft der Platz beengt war. Man ersieht, daß die Vortrage populär waren, und so darf denn wol ein Laie mitsprechen in einer Angelegenheit, die jedem Menschen heilig sein soll, in der Jeder ein Urtheil eine Stimme haben soll; da es sich um die Gewissensruhe und um Familienwohl handelt. Und diese Ansicht möge denn auch als Grund dienen, wenn Res. nicht überhaupt schwieg. Er glaubt vielmehr eine

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