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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-03-27 · Heft 13 (27.3.1841) · p. Seite 174

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 13 (27.3.1841)
Date
1841-03-27
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
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174 Herr Samuel seinen glühenden Eifer, hierin Dienste zu leisten, dem Gesandten bezeugt, versprach ihm dieser alle mögliche Unterstützung, und versah ihn mit Empfehlungen an den Generalgouverneur Baron Rosa, General Brechost, Kommandeur ou chef von Georgien, und an den Civil-Gouverneur Palawandorf. Daghistan, an der Westküste des kaspischen See's liegt zwischen den Flüssen Koisin und Rubas. Es ist überaus gebirgig, und wird in Lesgestan, Schamgal, die Chanschast Derbund und die Landschäft Tabasseran getheilt. Lesgestan ist eine hohe Kette von Bergen, die in südwestlicher Richtung läuft, von großer Länge, aber unbeträchtlicher Breite, und die nordwestliche Gränze von.Georgien bildend. Die Bewohner sind wilde Horden, in verschiedene Stämme getheilt, deren Wohnungen in den Vertiefungen des Gebirges liegen. Diese rohen Tubus der Gebirge sind der Schrecken aller benachbarten Gegenden. Die Juden, die diese Gegenden bewohnen, bereiten noch wirklich das Passalamm, vollziehen die Beschneidung noch auf ganz alterthümliche Weise, und halten den Sabbat buchstäblich, auch nicht das geringste Feuer oder Licht anzündend. Sie bleiben auch beim kältesten und dunkelsten Wetter ohne solches, und bedienen sich hierzu nicht der Hülfe andrer Religionsgenossen. Der Sabbat ist ihnen ein Tag der Ruhe.und des Friedens, aber sie tanzen, singen, spielen auf Instrumenten an demselben. Am Nachmittag besuchen sie die Wohnungen ihrer Eltern und frommer Männer, die auf ihren Sitzen sie empfangen, um sie in den Lehren der Schrift zu unterweisen. Sie besitzen einige wenige Handschriften der Gesetzbücher Mosis, welche, wie die unsren, in fünf Bücher getheilt sind, die sie nach 2 Moses 24, 7 das Buch des Bundes nennen. Sie sind in original-hebräischen Charakteren geschrieben, ohne Kapitel- und Versabtheilung; sie halten diese Manuskripte für sehr alt und kostbar. Vor dem 30. Jahre ist es nicht erlaubt, sie zu lesen. Im 5 Buch Moses Kap. 33 steht der Segen Levi's vor Juda, und mit ihm ist Simeon verbunden, der bei uns ganz fehlt, wie im Segen Jakob's I Buch Moses 49. Das letzte Kapitel des fünften Buches fehlt gänzlich, und das Buch schließt mit den Worten des 29sten Werses. Sämmtliche Propheten und Hagiographen fehlen ihnen, und nur einen Theil des Buches Esther haben sie noch. Von ihren übrigen Glaubensgenossen sind sie gänzlich abgeschlossen, und wissen nichts vom mündlichen Gesetz und der Tradition. Jndeß haben sie einige eigene Schriftwerke, Gedichte, Allegorieen ff. Mit den wilden Horden stehen sie in bestem Einverständniß, und die Lesgier halten sie für die Urbewohner der Gebirge, indeß haben diese Juden und Lesgier in ihrem Aeußern böllige Aehnlichkeit. Aus allem diesem will Herr Samuel schließen, daß diese Juden in Daghistan Abkömmlinge der zehn Stämme sind. Jndeß ist dieser Schluß sehr gewagt Denn ihre Unwissenheit und der Mangel an allen heiligen Büchern konnte aus ihrer Abgeschlossenheit und Beschränkung aus ihre rohen Nachbaren sehr leicht hervorgehen. Syrien. Die Augsb. Allg. Zeit., die Leipz. Mg. Zeit, und nach ihnen viele andere Blätter enthalten wieder betrübende und injuriirende Artikel aus Damaskus. Wir stellen den einen aus der A. A. Z. hierher. „Alexandria, 7. Febr. Augenzeugen erzählen uns folgende Thatsache aus Damaskus: Drei Tage nach dem Abmarsch Ibrahims aus Damaskus ging ein arnautischer Soldat zu der Bude eines Christen und schoß, ohne ein Wort zu sagen, eine Pistole aus ihn ab. Die Kugel hatte ihn mitten ins Herz getroffen, der Christ war auf der Stelle todt; man ergriff den Mörder, er ward befragt, man gab ihm eine Bastonnade, und dann sagte er aus, daß ihm drei Juden, worunter ein Farkhi, 3000 Piaster gegeben haben, diesen Christen umzubringen; er habe 4000 andere Piaster erhalten, um einen andern Christen, mit Namen Jussuf Panil, zu ermorden. Beide hatten sich während des bekannten Prozesses durch ihre Thätigkeit gegen die Juden ausgezeichnet; Jussuf Panil war derjenige, der im August vorigen Jahrs im französischen Konsulat über die Jntriguen der Juden deponirte, wie Ihnen dieß damals aus Damaskus auch geschrieben ward. Der Mörder ward ins Gefängniß geworfen, die Jnstruirung des Prozesses soll aber erst dann erfolgen, sobald der wirkliche vom Divan in Konstantinopel ernannte

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